Wie löst Hitzfeld das Problem mit dem weissen Riesen?
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 26.08.2010 1 Kommentar
Sexy: Abbey Clancy und andere Wags im WM-Trikot. (Video: Youtube)
Artikel zum Thema
Bei den Spurs ist die Laune grossartig. Der 4:0-Sieg gegen die Young Boys öffnet erstmals in der Klubgeschichte die Türe zum Honigtopf namens Champions League. Die «Daily Mail» schreibt von einem «30-Millionen-Pfund-Zahltag» für den aufstrebenden Londoner Klub, der in den letzten Jahren seine Bemühungen verstärkt hat, die grossen Stadtrivalen Chelsea und Arsenal zu bedrängen oder gar zu überholen.
Auch der dreifache Torschütze Peter Crouch freut sich über die Teilnahme an der Gruppenphase der Königsklasse. «Wir haben extrem gut gespielt. Jetzt wollen wir Inter und Real Madrid als Gegner. Man kann sich nicht vorstellen, wie gut man spielt, wenn man gegen die Besten antritt», verspricht der Internationale weitere grosse Europacup-Nächte an der White Hart Lane. Welcher Gegner aus Europa auch immer den Rasen des legendären Stadions betreten wird, er darf sich auf eine elektrisierende Ambiance freuen.
Raus aus der privaten Krise
Dass sich Crouch mit seinen drei Treffern zum Matchwinner machte, war in mehrerer Hinsicht Balsam für seine Seele. Denn der 201 cm grosse Mann aus Macclesfield in der Grafschaft Cheshire kämpft nicht nur um Tore und Prestige auf dem Fussballplatz, sondern auch um die Gunst seiner entzückenden Verlobten Abbey Clancy. Das populäre und attraktive Model zeigte sich über den kürzlich bekannt gewordenen Seitensprung ihres Liebsten gar nicht erfreut. Inzwischen haben sich die Wogen des Beziehungssturms etwas geglättet, und die 24-Jährige, die auch als Moderatorin arbeitet, hat den Verlobungsring wieder übergestreift. Crouch litt unter seinem Foul in Sachen Treue sowie den Schlagzeilen der bösen britischen Presse, welche über den privaten Fehltritt des Profis mit einer käuflichen Dame in Madrid genüsslich berichtete.
Die Karten von Crouch sind jetzt nicht nur in privater Hinsicht wieder besser gemischt. Sein Auftritt gegen YB wird auch Nationaltrainer Fabio Capello kaum entgangen sein. An der WM kam der Stürmer nur zweimal zum Einsatz. In der momentanen Verfassung ist das Kopfballungeheuer ein Trumpf in Englands EM-Quali-Kampagne gegen Bulgarien und am 7. September in Basel gegen das Team von Ottmar Hitzfeld – Capello wird diesem Faktor Rechnung tragen müssen. «In der Schweiz gibt es keinen Spieler wie Crouch», lobt YB-Trainer Vladimir Petkovic und traf dabei den Nagel auf den Kopf.
Die schmerzliche Absenz von Senderos
Auch der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft hat sich die Qualitäten von Crouch notiert. Nicht nur Hitzfeld fragt sich: Wer soll sich um den Riesen kümmern, besonders bei Standardsituationen mit den zu erwartenden hohen Flanken in den Strafraum? Derjenige, der diese Aufgabe im «Joggeli» am besten erfüllen könnte, fällt sechs Monate verletzt aus: Fulhams Philippe Senderos. Auch Hannovers Mario Eggimann steht wegen seinen Hüftproblemen nicht zur Verfügung.
Also müssen sich andere Innenverteidiger um das schlaksige «Monster» von der Insel kümmern. Der junge Berner François Affolter hat am Mittwoch bereits Bekanntschaft mit Crouch geschlossen und nicht die besten Erfahrung gemacht. Auxerres Stéphane Grichting und Steve von Bergen, der am Wochenende mit Aufsteiger Cesena in die Serie A startet, sind weitere Kandidaten für diesen Job in Basel. Arsenals Johan Djourou wäre noch einer, der sich mit dieser Aufgabe befassen könnte. Letztlich muss sich auch Goalie Diego Benaglio auf den kopfballstarken Stürmer und die Flankenschlacht gegen die Engländer einstellen.
Wenn das Schweizer Réduit Tottenhams Goalgetter in den Griff bekommt, dann sehen sich die «Three Lions» einer gefährlichen Offensivwaffe beraubt. Wobei zu bemerken ist, dass Crouch nicht der einzige englische Forward ist, der Goals schiessen kann. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2010, 13:51 Uhr


