Sport

«Wir gehören einfach dazu»

Von Peter M. Birrer. Aktualisiert am 10.03.2010

Trotz bösem Absturz macht sich bei Aaraus Goalie Ivan Benito keine Resignation breit. Heute gastiert er mit dem Tabellenletzten bei GC. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet live ab 18.45 Uhr.

Eine Kämpfernatur: Torhüter Ivan Benito glaubt trotz harten Rückschlägen weiterhin an sein Team.

Eine Kämpfernatur: Torhüter Ivan Benito glaubt trotz harten Rückschlägen weiterhin an sein Team.
Bild: Keystone

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Super League

20. Runde

11.02.Lausanne - Basel- : -
11.02.Thun - Luzern1 : 1
12.02.Sion - Young Boys0 : 1
12.02.Servette - Xamax- : -
12.02.FC Zürich - Grasshoppers2 : 0
Stand: 12.02.2012 17:58

Rangliste

NameSpSUNG:EPkt
1.Basel19116238:1739
2.Young Boys2096530:1833
3.Luzern2096527:1733
4.Thun2076723:2227
5.FC Zürich2074929:2725
6.Servette1973926:3224
7.Grasshoppers20611319:3919
8.Lausanne18321316:4411
9.Sion2095626:18-4
10.Xamax1875622:220
Stand: 12.02.2012 18:01

21. Runde

16.02.Young Boys - Basel- : -
18.02.Xamax - Sion- : -
18.02.FC Zürich - Thun- : -
19.02.Lausanne - Luzern- : -
19.02.Servette - Grasshoppers- : -
Stand: 01.01.1970 01:00

Am 11. Juli 2009 sah die Welt im Brügglifeld noch heil und schön aus. Der FC Aarau war mit einem 1:0 gegen GC in die Saison gestartet. Danach aber erlebte der Klub, der seit 1981 ununterbrochen zur nationalen Elite zählt, einen beispiellosen Absturz: 15 Niederlagen, Entlassung des Trainers, Entlassung des Sportchefs, nur noch 8 weitere Punkte. Der FC Aarau gibt das Bild eines Absteigers ab. 14 Runden vor dem Ende der Meisterschaft beträgt der Rückstand auf Barrageplatz 9 vier Punkte. Und doch machen sich Widerstände bemerkbar, zum Beispiel von Ivan Benito. Der 33-jährige Torhüter erhofft sich, dass heute gegen die Grasshoppers nachgeholt wird, was in St. Gallen verpasst wurde: der dritte Saisonsieg.

Ivan Benito, wie gross ist das Vergnügen, Goalie des FC Aarau zu sein?

Es geht nicht um Vergnügen, es geht nicht um Spass, sondern darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich habe Freude am Fussball und weniger Freude an den Resultaten. Das ist logisch. In den letzten zweieinhalb Jahren lief es in Aarau sehr gut, jetzt ist es schwieriger. Aber ob man es mir glaubt oder nicht: Wir trainieren gut, der Teamgeist stimmt. Wir glauben an uns.

Klingt nach Zweckoptimismus.

Dann kommt es falsch rüber. In St. Gallen stehen wir vor dem Sieg, holen aber den Lohn nicht ab. In Basel hätten wir das Gleiche erreichen können wie GC am Samstag. Uns fehlte das Glück.

Trotzdem, 11 Punkte nach 22 Runden rufen nach Erklärungen. Ist Aaraus Mannschaft nicht einfach zu schwach?

Nein. Aber am Anfang dachten eben viele, diese Saison würde so etwas wie ein Selbstläufer. Man dachte, das gehe einfach so weiter wie in den letzten zwei Jahren, in denen wir nie in Berührung mit den Abstiegsplätzen kamen und sogar positiv überraschten.

Wer konkret unterschätzte die Lage?

Ich muss keine Namen nennen. Verschiedene Faktoren ergaben am Schluss kein schönes Puzzle.

Fehler wurden doch schon früh begangen, mit kapitalen Fehlgriffen wie dem Moldauer Alexejew . . .

. . . es wäre zu einfach und falsch, auf Alexejew zu hauen. Es brauchte schon mehr. Zum Beispiel das Bewusstsein aller, dass man nicht weniger tun kann, um mehr zu erreichen.

Aarau trennte sich im Februar von Sportchef Fritz Hächler und lieferte damit ein Possenstück ab. Hat das die Mannschaft beeinflusst?

Es war eine zusätzliche negative Geschichte, auf die wir gut hätten verzichten können. Aber wenn wir Leader gewesen wären und es zur Trennung von Hächler gekommen wäre, hätte das nicht so interessiert. Aber das ist Vergangenheit. Unter Martin Andermatt hat etwas Neues begonnen.

Verpflichtet der Trainer die Spieler zu positivem Denken?

Nein. Ich weiss, wie schnell die Stimmung kippen kann, wie schnell ein Rückstand aufgeholt ist. Wenn ich vor jedem Problem resignieren würde, dürfte ich nicht mehr aus dem Haus. Und als Fussballer hätte ich längst meinen Rücktritt geben müssen. Wir können jammern. Oder nach Lösungen suchen. Ich suche nach Lösungen.

Spüren Sie im Kanton den Support für den FC Aarau?

Wenn ich die Zuschauerzahlen sehe und mit Klubs aus weit grösseren Städten vergleiche, kann ich nur eine Antwort geben: Ja. Im Verhältnis müsste GC in Zürich ja 50 000 Zuschauer pro Heimspiel haben. Der FC Aarau hat in der Stadt einen guten Namen.

Warum braucht die Super League den FC Aarau weiterhin?

Weil es die Geschichten mit David und Goliath weiterhin braucht. Wir gehören einfach dazu. Der FC Aarau spielt seit Jahren die Rolle des Davids. Wir sind die Kleinen mit dem kleinsten Budget, aber wir haben eine emotionale Bindung zur Liga. Man mag uns in der Schweiz – und man will uns weiterhin. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.03.2010, 16:50 Uhr

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