«Wir können nicht ganz zufrieden sein»

Eins, zwei, los! Der FC Basel erspielte sich in einem Duell mit offenem Visier gegen die AS Saint-Etienne eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel in einer Woche. Aber es wäre mehr möglich gewesen.

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Eine verbreitete Meinung besagt, dass man sich die Hinspiele in K.o-Wettbewerben sparen kann: zu wenig Risiko, zu wenig Spektakel, zu wenig Tore. Das war auch beim FC Basel zu befürchten, als Urs Fischer zu Beginn Birkir Bjarnason anstelle von Captain Matias Delgado nominierte. «Ja, wir haben die etwas defensivere Variante gewählt», erklärte der Basler Cheftrainer vor dem Anpfiff. Doch das wollte nicht viel heissen. Die Basler stiegen offensiv in die Partie, wurden aber gleich kalt geduscht. Moustapha Sall war in der 9. Minute zur Stelle, um einen verlängerten Eckball via Innenpfosten einzunicken. Allerdings haftete diesem Treffer der Makel eines vorangegangene Fouls an. Sall hatte Suchy mit beiden Händen weggestossen.

Mit der Wut im Bauch versuchten die Basler zu reagieren. Doch es brauchte noch einen weiteren Tiefschlag, einen weiteren Kopfball nach einem Eckstoss. Diesmal war es Kévin Monnet-Paque, der sich im Lufduell durchsetzte, diesmal gegen Marc Janko, diesmal regulär. Es sah schlecht aus für den FCB, nach noch nicht einmal einem Viertel der beiden Vergleiche mit der AS Saint-Etienne. Doch wenn der Schweizer Meister einen Vorteil gegenüber dem Viertplatzierten der Ligue 1 hat, dann ist das die internationale Erfahrung. Und der Erfahrenste in Rotblau sorgte für den Motivationsschub, den die Gäste brauchten. Nach einem Eckball liess Breel Embolo den Ball von der Brust nach hinten abtropfen, Samuel wuchtete den Ball mit vollem Körpereinsatz zwischen den Händen von Torhüter Stéphane Ruffier hindurch zum Anschlusstreffer.

Janko cool, Steffen nicht

Der Ball lag also wieder bei den «Stéphanois». Doch der FCB fand langsam Gefallen am Gastspiel im Stde Geoffroy-Guichard. Er behielt auch im zweiten Durchgang die Oberhand und liess nicht mehr viel zu. Im Gegenteil holte Bjarnason einen Handspenalty heraus, den Marc Janko cool verwandelte. Einen 0:2-Rückstand auswärts aufgeholt, das ist ein Zeichen von Stärke. Das 2:2 wäre eine hervorragende Ausgangslage fürs Rückspiel gewesen, der erste Schritt in Richtung Europa-League-Achtelfinal. Doch international darf man sich keinen Fehler erlauben. Leider unterlief aber Marek Suchy ein solcher. Nach einem französischen Befreiungsschlag verlor der tschechische Abwehrchef das Kopfballduell mit Jean-Christophe Bahebeck, der an Samuel vorbeirauschte und mit einem präzisen Flachschuss mit Tomas Vaclik auch den zweiten Tschechen bezwang.

Umso mehr wird Renato Steffen seiner einzigen nennenswerten Szene in der 61. Minute nachtrauern. Von Luca Zuffi optimal lanciert kann der Powerflügel allein auf Ruffier losziehen, scheitert aber mit seinem Schuss an dessen Fuss. Der Basler Führungstreffer hätte schon eine Vorentscheidung bedeuten können für die Gesamtbegegnung. «Wenn man den Matchball vergibt und sich dann eine Unachtsamkeit erlaubt, dann darf man nicht ganz zufrieden sein», trauert Urs Fischer den Fehlern von Steffen und Suchy nach. Aber auch mit der knappen Niederlage ist für Basel alles möglich, ein 1:0-Sieg oder auch ein 2:1 genügen fürs Weiterkommen. Angesichts des Gezeigten im Hinspiel sollte das für den FCB mit einer disziplinierten Leistung möglich sein. Und vielleicht wird ja auch das Rückspiel zu einem ähnlichen Spektakel wie das Hinspiel.

AS Saint-Etienne – FC Basel 3:2 (2:1)
Stade Geoffroy-Guichard. – 27’013 Zuschauer. – SR Sidiropoulos (Gr). – Tore: 9. Sall (Tannane) 1:0. 39. Monnet-Paquet (Cohade) 2:0. 44. Samuel (Embolo) 2:1. 56. Janko (Handspenalty) 2:2. 77. Bahebeck 3:2.
Saint-Etienne: Ruffier; Théophile-Catherine, Sall, Pogba, Tabanou; Lemoine, Cohade, Clement (67. Pajot); Monnet-Paquet (76. Hamouma), Roux (72. Bahebeck), Tannane.
Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Samuel, Safari; Xhaka, Zuffi; Embolo (89. Callà), Bjarnason, Steffen (65. Boëtius); Janko.
Bemerkungen: Saint-Etienne ohne Selnaes, Söderlund (beide nicht spielberechtigt), Perrin und Polomat (beide verletzt). Basel ohne Aliji (nicht spielberechtigt) und Sporar (verletzt). – Verwarnungen: 25. Steffen (Foul). 60. Tannane (Unsportlichkeit). 60. Xhaka (Unsportlichkeit). 72. Pajot (Foul). 74. Samuel (Foul). 88. Janko (Foul).
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 18.02.2016, 21:37 Uhr)

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