Wird Favre im Gladbacher Machtkampf ein Opfer Effenbergs?
Interview: Thomas Niggl. Aktualisiert am 27.04.2011
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Die «Initiative Borussia» plant in Gladbach eine Palastrevolution. Das Zugpferd ist kein Geringerer als die Gladbacher Legende Stefan Effenberg. Der ehemalige deutsche Nationalspieler geht als Kandidat für den Sportdirektor ins Rennen. Die «Initiative Borussia» will die Machtverhältnisse im Verein durch Satzungsänderungen neu ordnen. Das Ziel ist klar: Die Vereinsbosse Rolf Königs, Rainer Bonhof und Sportchef Max Eberl sollen gestürzt werden. Man will mit frischem Personal in eine erfolgreiche Zukunft gehen.
Das könnte für Trainer Lucien Favre nichts Gutes verheissen. Denn dieses Trio hat nach der Entlassung von Michael Frontzeck den Schweizer mit einem Dreijahres-Vertrag ausgestatten, weil man mit Favre die Zukunft auch bei einem allfälligen Abstieg bestreiten will. Doch wenn Effenberg und die «Initiative Borussia» an die Macht kommen, werden die neuen Chefs auch mit neuen Ideen und neuem Personal funktionieren. Dann könnte in Gladbach kein Stein auf dem anderen bleiben.
Effenberg will sportliche Kompetenz einbringen
Der ehemalige Bayern-Star Stefan Effenberg hat bei einer Pressekonferenz am Dienstag seine Ambitionen als Sportchef angemeldet. «Borussia ist eine Herzensangelegenheit für mich», sagt der Mann, der seine grosse Karriere einst in Gladbach lanciert hatte. «Ich habe bei meinem Abschiedsspiel nicht umsonst gesagt, dass ich zur Verfügung stehe, wenn es dem Verein nicht gut geht», sagt Effenberg. Borussia brauche zwingend Veränderungen. «Es schreien alle nach sportlicher Kompetenz – darum stelle ich mitch mit voller Überzeugung zur Verfügung», so Effenberg.
Am 29. Mai fällt die Entscheidung
Effenberg und die Initiative um Wirtschafts-Boss Norbert Kox brauchen auf der Jahres-Hauptversammlung am 29. Mai eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Fans, um an die Macht zu kommen. «Wir sind der Meinung, dass es Borussia sportlich nicht gut geht. Wir wollen Stefan Effenberg nicht nur als Sportdirektor, sondern auch als Vorsitzenden der Geschäftsführung – das Bremer Modell wie mit Klaus Allofs. Wir wollen sportliche Kompetenz in den Verein bringen», sagt Kox. Die Kampfansage könnte nicht pointierter formuliert werden und verheisst auch für Favre nicht unbedingt Gutes. Effenberg führt bereits den Wahlkampf. Er hat schon die grössten Fanklubs angeschrieben, um für sich und die Initiative zu werben.
Stiel macht die Entwicklung Sorge
Als ehemaliger Torhüter und Berater von Gladbach ist der heutige Experte Jörg Stiel ein absoluter Insider und Kenner der Szene am Bökelberg. «Diese Entwicklung ist für die aktuelle Führung des Vereins absolut gefährlich», sagt der Moderator des Fussball-Talks «Kick-it» des Schweizer Sportfernsehens gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Ein solcher Machtwechsel könne durchaus auch die Position des Trainers tangieren. «Eine neue Führung kommt meistens mit neuen Ideen und neuem Personal», befürchtet Stiel.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2011, 12:19 Uhr
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