Wird Favre noch Opfer im Gladbacher Machtkampf?
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 24.02.2011
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Beim Tabellenschlusslicht tobt nämlich ein Machtkampf. Bei der nächsten Mitgliederversammlung will die «Initiative Borussia» durch Satzungsänderungen die Machtverhältnisse neu ordnen. «Bild» führte mit Oppositionsführer Norbert Kox ein Interview. Er stellt vor allem die Positionen von Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Max Eberl infrage. Man könne einen Verein nicht, wie Königs es tue, als One-Man-Show führen, sagt Kox.
«Immer, wenn es eng für ihn wurde, hat er den Trainer geopfert. Nach zehn, fünfzehn Jahren Abstiegskampf kann man aber nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen», sagt Kox. Die Mitglieder sollten deshalb Präsidium und Aufsichtsrat direkt wählen und abwählen können. «Das ist mein Verständnis von Demokratie.» In Gladbach werde kein Grashalm umgeknickt, ohne dass Königs das abnicke.
Kox will in den Aufsichtsrat
Kox lässt auch nicht gelten, dass Gladbach mit dem deutschen Weltmeister Rainer Bonhoff einen absoluten Fachmann als Vizepräsidenten installiert hat. «Ich bin mit Rainer seit Jahren befreundet und schätze ihn sehr. Aber auch er kann sich im System Königs nicht so durchsetzen, wie es eigentlich der Fall sein müsste.» Norbert Kox verneint die Frage, ob es ihm einzig um die Macht gehe. «Definitiv nein. Ich habe viele Jahre versucht, Anstösse zu geben und Borussia zu helfen. Mir geht es nicht um persönliche Meriten», versichert er. Er wolle auch nicht Präsident werden. Er würde sich gegebenenfalls für den Aufsichtsrat zur Verfügung stellen. Dann wäre Knox allerdings noch mächtiger.
«Der lange Vertrag für Favre ist dummes Zeug»
Hart ins Gericht geht Kox mit Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Er wirft dem Mann, der Lucien Favre als Wunschkandidaten verpflichtet hat, sogar Inkompetenz vor. Kox denkt sogar laut über Ralf Rangnick als Trainer oder neuen Sportdirektor nach. «Er wäre nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein hervorragender Lenker», sagt Kox. Borussia brauche keine Lehrlinge, sondern Topleute in den Toppositionen. «Unter den jetzigen Rahmenbedingungen würde aber niemand aus dieser Kategorie kommen.» Man müsse in Gladbach die Strukturen ändern. Das Gesicht des Vereins müsse der Sportdirektor und nicht der Präsident sein. «Dazu kommt ein guter Trainer, fertig.»
Zumindest hält Kox Favre für einen guten Trainer. Er sei im Moment auch der richtige Mann. Aber dann kommt der Satz, der Favre zu denken geben muss. «Favre ist ein akribischer Arbeiter, ihm aber sofort einen Vertrag über zweieinhalb Jahre zu geben, ist dummes Zeug. So geht man ohne Not finanzielle Verpflichtungen ein.» Wird Favre noch ein Opfer im Gladbacher Machtkampf? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.02.2011, 13:06 Uhr
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