«Überheblichkeit gegenüber der Situation»
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 10.02.2011 42 Kommentare
Artikel zum Thema
- 0:0 auf Malta - Frei und Inler leisten sich Penalty-Fehlschüsse
- Hitzfelds Ultimatum an Dzemaili
- England zeigt der Schweiz, wie es geht
Malta - Schweiz 0:0
Ta'Qali, La Valletta. - 3000 Zuschauer. - SR Stamatis (Zyp).
Malta: Haber; Briffa, Agius (80. Zerafa), Caruana, Mamo (64. Failla); Cohen (91. Sammut), Sciberras, Fenech (56. Pace), Bajada; Schembri (85. Woods); Mifsud.
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, von Bergen, Grichting (32. Affolter), Ziegler; Derdiyok, Inler (73. Fernandes), Schwegler (41. Dzemaili), Stocker (62. Shaqiri); Frei (80. David Degen), Yakin (46. Streller).
Bemerkungen: Schweiz ohne Barnetta und Djourou (beide verletzt) sowie Bunjaku und Senderos (beide rekonvaleszent). 2. Haber lenkt Handspenalty von Frei an Pfosten. 32. Grichting (Mittelhandknochenbruch) und 41. Schwegler (Verdacht auf Gehirnerschütterung) verletzt ausgeschieden. 57. Haber pariert Foulpenalty von Inler. Verwarnungen: 23. Von Bergen (Foul), 27. Grichting (Foul), 42. Caruana (Foul), 45. Schembri (Unsportlichkeit), 69. Lichtsteiner (Foul).
Stichworte
Das Schweizer Nationalteam präsentierte sich im Testspiel gegen den Fussballzwerg Malta von seiner schlechtesten Seite. Nichts, aber auch gar nichts wollte der Mannschaft von Ottmar Hitzfeld gegen die seit fast zwei Jahren sieglosen Gastgeber gelingen. Sinnbildlich für den blutleeren Auftritt waren die beiden verschossenen Penaltys. Alex Frei setzte den Ball in der zweiten Minute immerhin noch an den Pfosten, Gökhan Inler schob ihn dem maltesischen Torhüter Haber nach einer knappen Stunde regelrecht in die Arme.
«Wir hatten heute viele Chancen, konnten aber selbst die beiden Elfmeter nicht nutzen», sagte Trainer Ottmar Hitzfeld mit nachdenklicher Miene. «Am Ende müssen wir froh sein, dass wir gegen Malta nicht verloren haben.»
Hitzfelds Steilvorlage für die Kritiker
Hitzfeld stellte sich trotz der miserablen Partie vor seine Mannschaft. Vor allem Inler nahm er in Schutz. «Nach einem Fehlschuss ist es nicht so leicht, den zweiten Penalty zu schiessen», so der Nationalcoach. «Wir sind gegen ein Bollwerk angerannt. Immerhin hat sich die Mannschaft aufgebäumt und bis zur letzten Minute regelmässig Chancen herausgespielt.»
Dass Hitzfeld die Defensive des Weltranglisten-164. Malta als Bollwerk bezeichnet, dürfte für kritische Beobachter eine Steilvorlage sein, zumal der Trainer seine hängige Vertragsverlängerung vor dem Match auf der Pressekonferenz selbst zum Thema gemacht hatte.
Sutter attackiert Frei
Der frühere Nationalspieler Alain Sutter, der als Experte im Studio des Schweizer Fernsehens das Geschehen auf und neben dem Rasen analysierte, stellte Hitzfelds Equipe ein vernichtendes Zeugnis aus. Er sprach von einem Match ohne Saft und Leidenschaft und bemängelte die Unfähigkeit der SFV-Auswahl, gegen einen schwächeren Gegner das Spiel zu machen. «Man hat die Limiten der Mannschaft gesehen», so Sutter. Am wenigsten konnte er Freis sorglosen Umgang mit dem ersten Penalty verstehen: «Das ist eine gewisse Überheblichkeit gegenüber der Situation.»
Grichting mit Mittelhandbruch
Neben dem enttäuschenden Resultat müssen die Schweizer zwei Ausfälle verkraften. Stéphane Grichting zog sich nach einer halben Stunde einen Mittelhandbruch zu, Pirmin Schwegler erlitt blutende Wunden am Knie und im Breich des Unterleibs. Zudem besteht beim Bundesliga-Söldner der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Positiv war wenigstens die Leistung des in der Bundesliga zuletzt indisponierten Goalies Diego Benaglio, dem Trainer Hitzfeld zurecht starke Reflexe attestierte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.02.2011, 22:57 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
42 Kommentare
Wer nicht bereit ist für die Schweizer Nati 150%igen Einsatz zu leisten, sollte es besser lassen das SFV-Trikot anzuziehen! Die Aussage von Dzemaili im "Ernstfall" den Fuss nicht zurück zu ziehen, zeigen die Einstellung, mit welcher in so ein Spiel gegangen wird! Einfach nur beschämend diese Leistung und das zum wiederholten Mal gegen "schwächere" Mannschaften! Antworten
Interessant war der Vergleich mit den Spielen Deutschland/Italien und Oesterreich/Niederlande. Im Gegensatz zur Partie der Schweiz, ging es bei denen um sowas wie Fussballerehre (gibts tatsächlich noch...). Entsprechend interessant waren diese Spiele. Und: Verletzte sah ich keine. Malta ? Da ist einfach kein Blumenstrauss zu gewinnen - selbst bei einem 10 : 0 Sieg nicht. Sowas färbt ab ! Antworten

Bitte warten
