Neun Tore und ein erbeutetes Handy

Der FC Zürich bietet ein Spektakel und gewinnt gegen Aarau 6:3 – dennoch sind nicht alle zufrieden.

Gute Laune im November: FCZ-Präsident Canepa mit Stürmer und Handy-Dieb Winter.

Gute Laune im November: FCZ-Präsident Canepa mit Stürmer und Handy-Dieb Winter. Bild: Keystone

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Adrian Winter ist richtig gut gelaunt. ­Unbemerkt stiehlt der FCZ-Flügel während eines Videointerviews das Handy eines «Blick»-Journalisten und beginnt diesen zu filmen. Unter Gelächter gibt Winter das Telefon zurück und bleibt ­humorvoll, als er auf das Torfestival ­angesprochen wird: «Wir wollten den ersten Satz gewinnen, das ist uns mit dem 6:3 gelungen. Die Zuschauer hatten ihren Spass, die Trainer wohl etwas weniger.»

Tatsächlich bemängelt Uli Forte bei der Pressekonferenz, dass sein Team zu Hause drei Gegentore zuliess, kennt aber eine einfache Erklärung: «Aarau hat eine andere Spielauffassung als der Rest der Liga, der sich im Letzigrund hinten hineinstellt.» Die Rechnung ist einfach: ­Aarau versucht beim unangefochtenen Leader mitzuspielen, ­dafür fallen halt ein paar Tore mehr. ­Trainer Marco Schällibaum war enttäuscht darüber, dass seine Mannschaft trotz dreier Treffer keine Punkte mitnehmen konnte, muss aber neidlos anerkennen: «Der FCZ ist der Überflieger in dieser Liga.»

Wie unterfordert der FCZ in der Challenge League ist, wird schnell klar. Bereits in der dritten Minute bringt Winter den Leader in Führung, sechs Minuten später hat Moussa Koné die grosse Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Und nach dem Ausgleich des ehemaligen FCZ-Stürmers Patrick Rossini durch einen umstrittenen Handspenalty ­reagiert der ­Favorit keine zehn Minuten später ­erneut. Marco Schönbächler umkurvt Thaler und trifft in die entfernte Ecke.

Schönbächlers Frust

«Wir konnten gut auf die Gegentore ­reagieren», so Schönbächler nach Spielschluss. Damit spricht er auch das 3:2 von Antonio Marchesano kurz nach der Pause an, ebenfalls dank einem zweifelhaften Strafstoss – zuvor hatte Aarau-Captain Sandro Bürki unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff ausgeglichen.

Dass es dem FC Zürich in dieser Saison oftmals nicht gelingt, nach der Führung die Kontrolle über Spiel und Gegner zu behalten, ist aus Zürcher Sicht ­irritierend. Zumal das im Falle des absehbaren ­Wiederaufstiegs in der Super League zum grösseren Problem werden kann als jetzt, wie Schönbächler sagt: «Wir pressen gut zu Beginn und gehen dadurch meist in Führung, verlieren dann aber oft den ­Faden. Auf höherem Niveau wird das gnadenlos bestraft.» Und gar höchstes Schweizer Niveau widerfährt dem FCZ auf dem Weg zur Titelverteidigung im Cup: Da loste ihn Giulia Steingruber Serienmeister Basel zu – und das auswärts.

Unzufrieden war Schönbächler auch in der 68. Minute. Einmal mehr wurde er trotz guter Leistung ausgewechselt, was er mit einem Kopfschütteln quittierte: «Ich hätte gerne durchgespielt.» Wettbewerbsübergreifend durfte er erst zweimal die vollen 90 Minuten absolvieren. Ist er nach der langen Verletzungspause dazu überhaupt in der Lage? «Ich finde schon», sagt der Flügelstürmer. Jetzt freut er sich auf die durch die WM-Qualifikationsspiele bedingte Ligapause: «Zuletzt waren einige etwas müde, da kommt der Unterbruch gerade richtig.»

FC Zürich - Aarau 6:3 (2:2)
Letzigrund, 9089 Zuschauer. SR Bieri.
Tore: 3. Winter 1:0. 27. Rossini (Foulpenalty) 1:1. 36. Schönbächler 2:1. 44. Burki 2:2. 48. Marchesano (Foulpenalty) 3:2. 51. Sarr 4:2. 58. Rossini 4:3. 80. Koné 5:3. 82. Koné 6:3. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2016, 21:47 Uhr

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Stand: 20.03.2017 21:36

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Stand: 20.03.2017 21:36

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