«Das ist ein grosser Vorteil»

Der FCZ bot seinen Fans gegen Schaffhausen eine abenteuerliche erste Halbzeit und rüstet sich für die nächste, höhere Aufgabe. Neu heisst der erste Verfolger Wil.

Marco Schönbächler und seine Teamkollege überspringen die Hürde Schaffhausen ohne Probleme.

Marco Schönbächler und seine Teamkollege überspringen die Hürde Schaffhausen ohne Probleme. Bild: freshfocus

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Es läuft die 13. Minute im Spiel zwischen dem FC Zürich und Schaffhausen, und jegliche Zweifel ob der möglicherweise mangelnden Spiellust der Zürcher sind vom Tisch. Schönbächler tunnelt Gegenspieler Tranquilli, Marchesano spielt Chiumiento im Strafraum an, läuft dem Ball nach, kontrolliert den hübschen Hackenpass von Chiumiento und schiebt ein in die lange Ecke. 2:0 führen die Zürcher nach diesem sehenswerten Tor.

Nichts will darauf hindeuten, dass nach der Europa-League-Partie von Bukarest und dem anstehenden Cupspiel gegen St. Gallen die lästige Challenge-League-Pflicht gegen den Tabellenvorletzten erledigt werden muss. Im Gegenteil: Trainer Uli Forte nutzt die Gelegenheit, um zu rotieren. Gleich auf fünf Positionen verändert er sein Team im Vergleich zu Bukarest, Davide Chiumiento spielt nach überstandener Verletzung zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an. «Physisch und mental fordert uns der Europapokal stark, da sind wir froh, haben wir einen solch breiten Kader», sagt Forte nach Spielschluss.

Bange Minuten nach turbulentem Start

Etwas neidisch blickt FCS-Trainer Axel Thoma auf das Spielermaterial seines Berufskollegen: «Wir haben zu viele Geschenke verteilt, so war für uns nichts zu holen. Dafür ist der FCZ von der Qualität her zu stark.» Ein Kompliment, das Forte höflich mit einem eigenen beantwortet und zugleich den Makel des eigenen Spiels erläutert: «Nach dem 2:0 haben wir plötzlich aufgehört zu spielen, und da hat man gesehen, dass Schaffhausen durchaus auch Qualitäten hat.»

In der Tat erlebte der FCZ nach dem glücklichen 2:1 durch Shkelqim Demhasaj bange Minuten. Und auch nach Armin Alesevics 3:1 sorgte Demhasaj mit dem erneuten Anschlusstreffer für so etwas wie Nervosität bei den Zürchern.

«Vor einem Jahr hätten wir ein solches Spiel möglicherweise noch verloren, jetzt können wir auf die Gegentore jeweils schnell und gut reagieren», sagt Marco Schönbächler, an diesem Nachmittag wieder mit einem starken Auftritt – nicht nur wegen seines Tors zum 4:2 noch vor der Pause, bei dem er seine Gegenspieler Zock, Lejak und Neitzke wie Schulbuben aussehen liess. Grinsend fügte er an: «Die Zuschauer haben etwas zu sehen bekommen.»

Cup wird nicht zum Kulturschock

Der FCZ untermauert mit dem 5:2 im Letzigrund einmal mehr, wie unterfordert er in der Challenge League ist, was auch Schaffhausens Bester, Gianluca Frontino, anerkennen muss: «Die Qualität des FC Zürich ist in dieser Liga einmalig.» Am Donnerstag, im Achtelfinal des Schweizer Cups, können die Zürcher gegen St. Gallen ihr wiedergewonnenes Selbstvertrauen testen.

Für Forte ist der Super-League-Akteur Favorit, aber: «Wir spielen zu Hause, das ist ein grosser Vorteil.» Und dank der regelmässigen Spiele auf europäischer Bühne wird der Niveauunterschied von St. Gallen zum Liga-Alltag auch nicht zum grossen Kulturschock.

Zürich - Schaffhausen 5:2 (4:2).
9704 Zuschauer. – SR Klossner.
Tore: 2. Mevlja (Eigentor) 1:0. 13. Marchesano 2:0. 21. Demhasaj 2:1. 28. Alesevic 3:1. 36. Demhasaj 3:2. 39. Schönbächler 4:2. 56. Winter 5:2.

Wil - Winterthur 5:1 (2:0).
1360 Zuschauer. – SR Erlachner.
Tore: 20. Ozokwo 1:0. 38. Karasausks 2:0. 46. Ozokwo 3:0. 69. Schäppi (Eigentor) 3:1. 74. Nganga 4:1. 93. Spielmann 5:1.
Bemerkung: 65. Pfostenschuss von Schäppi.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.10.2016, 14:39 Uhr

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