Berner Bären überraschen HCD-Steinböcke

Die Berner siegen beim HC Davos nach Verlängerung und schaffen das Break. Lugano demontiert Servette-Genf.

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Das Team von Trainer Lars Leuenberger setzte sich auswärts gegen einen fehlerhaften HCD 5:4 nach Verlängerung durch - obwohl es eine Dreitore-Führung verspielt hatte.

4:1 hatte der SCB nach 40 Minuten scheinbar entscheidend geführt. Doch die Berner machten die Rechnung ohne den HCD. Die Bündner, davor unerklärlich fehlerhaft und unkonzentriert, fanden im dritten Abschnitt endlich zu ihrem Tempospiel. Und der SCB, der sich seiner Sache offensichtlich zu sicher gewesen war, wurde 20 Minuten buchstäblich überrannt. In der Verlängerung der spektakulären Partie vermochte Bern wieder dagegen zu halten - auch weil Davos in alte Fahrwasser zurückfiel.

Ein Fehler zu viel in der Overtime

In der 67. Minute verlor schliesslich der Davoser Alexandre Picard im Vorwärtsgang die Scheibe, Alain Berger profitierte und schoss zum Siegtreffer für den SCB ein. Für Davos dagegen war es der eine Fehler zu viel. Die Berner setzten damit ihre Siegesserie auch im ersten Halbfinal-Spiel fort. Fünf Siege in Serie waren dem SCB in der Qualifikation nie gelungen, und gegen Davos feierte der Achte der Qualifikation den ersten Sieg nach zuletzt acht Niederlagen.

Lange hatte wenig auf ein Davoser Aufbäumen hingedeutet. Der HCD leistete sich einen klassischen Fehlstart in die Partie. Nach dem problemlosen Viertelfinal-Erfolg gegen die Kloten Flyers (4:0 Siege) brauchte das Team von Arno Del Curto eine gewisse Zeit, um in die Partie zu finden - notabene gegen einen Gegner, der deutlich mehr Widerstand leistete als Kloten.

Roy glänzt beim SCB als Doppeltorschütze

Die Bündner, bei denen Verteidiger Simon Kindschi und Stürmer Enzo Corvi in die Aufstellung zurückkehrten, leisteten sich lange Zeit zu viele defensive Aussetzer. Vor dem 0:1 durch Derek Roy (4.) standen die Verteidiger zu weit von ihren Gegenspielern weg, vor dem 1:2 (wieder durch Roy) wechselten die Davoser im falschen Moment und vor dem 1:3 bediente Samuel Guerra mit einem Fehlpass den Torschützen Pascal Berger.

Der SCB dagegen fuhr unter der Regie von Doppeltorschütze Roy dort fort, wo er gegen die ZSC Lions aufgehört hatte. Die Berner spielten defensiv solid, im Spiel gegen vorne gradlinig und effizient. Und wenn doch einmal ein Davoser vor dem eigenen Tor auftauchte, besassen sie in Torhüter Jakub Stepanek einen starken Rückhalt - auch wenn der erste Gegentreffer zum 1:1 (23.) haltbar schien.

Ambühls Ausgleich bleibt unbelohnt

Marc Wieser sorgte 80 Sekunden nach der zweiten Pause mit einem Shorthander zum 2:4 für die Initialzündung der Davoser Aufholjagd. Bern, das davor sehr solid gewirkt hatte und verdient mit drei Toren in Führung gelegen war, begann plötzlich zu zittern. Andres Ambühl mit zwei Powerplay-Treffern (45./56.) rettete den HCD schliesslich in die Verlängerung. Beide Strafen aus Berner Sicht waren unnötig. Beim 3:4 sass Eric Blum, der wie Captain Martin Plüss wieder mittun konnte, wegen Reklamierens auf der Strafbank, beim Ausgleich sass Simon Bodenmann eine Bankstrafe ab wegen zu vielen Spielern auf dem Eis.

Die Disziplin war auf dem Weg zum sensationellen Halbfinal-Einzug gegen die ZSC Lions eines der Berner Erfolgsrezepte. Die vielen Undiszipliniertheiten und total 14 Zweiminutenstrafen im ersten Spiel gegen Davos gingen aber beinahe ins Auge. Körperlich schenkten sich die Teams aber wie erwartet beidseitig nichts. Nimmt man die erste Partie als Massstab, dann ist in allen Belangen eine intensive Fortsetzung der Serie zu erwarten.

Eiskaltes Lugano schafft Break

Lugano hat im Playoff-Halbfinal gegen Genève-Servette gleich bei erster Gelegenheit das Break geschafft. Das Team von Doug Shedden gewann 5:0 und führt in der Best-of-7-Serie 1:0. Linus Klasen zeichnete sich als Doppeltorschütze aus.

Die heimstarken Genfer gingen die Partie wie erwartet sehr aggressiv an und versuchten die Luganesi mit kernigen Checks einzuschüchtern - schon vor dem Anpfiff hatte es Scharmützel gegeben. Dies zeigte bei den Bianconeri jedoch keine Wirkung. Sie liessen Servette kommen und setzten auf schnelles Transition-Spiel. Bereits nach 57 Sekunden jubelten die Gäste dank Linus Klasen erstmals. Der schwedische PostFinance-Topskorer profitierte von einem Missverständnis bei den Genfern und erzielte nach sechs Assists seinen ersten Treffer in diesen Playoffs.

Tessiner Auftakt nach Mass

In der 15. Minute erhöhte Tony Martensson nach einem herrlichen Konter auf Vorarbeit von Damien Brunner auf 2:0. Der Schwede hatte schon beim 4:0 in der Serie gegen Zug dreimal getroffen. Auch das 3:0 1,2 Sekunden vor der zweiten Pause fiel nach einem Gegenstoss. Verteidiger Philippe Furrer passte aus dem eigenen Drittel zu Klasen, der alleine auf Servettes Goalie Robert Mayer loszog und diesen mit einem Backhand-Schuss in der nahen Ecke bezwang. Der Tiefpunkt auf Genfer Sicht war aber das 0:4 (49.), als Mayer in Überzahl den Puck auf den Stock von Julien Walker servierte, der sich nicht zweimal bitten liessen. Auch das 5:0 von Giovanni Morini (60.) war ein Shorthander.

Die Genfer machten zwar mehr fürs Spiel, sie taten sich gegen die leidenschaftlich kämpfenden Tessiner jedoch äusserst schwer. Zudem fehlte es den Gastgebern, die im Viertelfinal gegen Fribourg noch mit ihrer Effizienz beeindruckt hatten, an der nötigen Präzision oder wurden die Schüsse geblockt. In der 34. Minute beispielsweise schoss Kevin Romy alleine vor Luganos Goalie Elvis Merzlikins daneben. Merzlikins zeigte allerdings auch eine starke Leistung, strahlte eine enorme Sicherheit aus. In der 8. Minute stürmte er aus dem Tor und rettete spektakulär gegen Romy, der ansonsten alleine auf ihn hätte losziehen können. Dabei prallte er mit Matt D'Agostini zusammen, worauf er kurzzeitig durch Daniel Manzato ersetzt werden musste. In der 14. Minute kehrte der lettische Keeper dann allerdings aufs Eis zurück.

Wie schwer wiegt Vauclairs Verletzung?

Den Genfern gelang erstmals in dieser Saison vor eigenem Publikum kein Treffer. Überhaupt verloren sie zu Hause erst zum sechsten Mal in der laufenden Spielzeit. Da auch Lugano in der heimischen Resega (ebenfalls erst sechs Niederlagen) nur sehr schwer zu bezwingen ist, könnte das Break Gold wert sein. Allerdings schied bei Lugano in der 17. Minute Verteidiger Julien Vauclair nach einem Check von Jim Slater verletzt aus. Slater musste daraufhin vorzeitig unter die Dusche.

Davos - Bern 4:5 (0:1, 1:3, 3:0, 0:1) n.V.
5425 Zuschauer. - SR Eichmann/Stricker, Borga/Kaderli.
Tore: 4. Roy (Untersander, Conacher) 0:1. 23. Jörg (Walser, Simion/Ausschluss Conacher) 1:1. 31. (30:17) Roy (Rüfenacht, Untersander/Ausschluss Schneeberger) 1:2. 32. (31:28) Pascal Berger 1:3. 36. Rüfenacht (Roy, Ebbett/Ausschluss Lindgren) 1:4. 42. Marc Wieser (Ausschluss Schneeberger!) 2:4. 45. Ambühl (Forster/Ausschluss Blum) 3:4. 56. Ambühl (Lindgren, Du Bois/Ausschluss Bodenmann) 4:4 (Strafe angezeigt). 67. Alain Berger (Jobin) 4:5. - Strafen: 11mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Setoguchi, Axelsson) gegen Davos, 14mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Lindgren; Conacher.
Davos: Genoni; Heldner, Forster; Du Bois, Kindschi; Schneeberger, Paschoud; Guerra; Corvi, Ambühl, Picard; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Setoguchi, Aeschlimann, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg; Kessler.
Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Krueger, Blum; Kreis, Gerber; Wiedmer; Bodenmann, Ebbett, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Luca Hischier, Plüss, Scherwey; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger; Reichert.
Bemerkungen: Davos ohne Sciaroni (verletzt), Paulsson, Rampazzo, Jung und Egli (alle überzählig), Bern ohne Helbling, Flurin Randegger (beide krank), Bergenheim, Bührer, Kobasew, Kousa (alle verletzt) und Smith (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Du Bois (20.). Timeouts Davos (32.) und Bern (45.).

Genève-Servette - Lugano 0:5 (0:2, 0:1, 0:2)
6662 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wiegand, Kovacs/Tscherrig.
Tore: 1. (0:57) Klasen 0:1 15. Martensson (Brunner, Klasen) 0:2. 40. (39:59) Klasen (Furrer) 0:3. 49. Walker (Ausschluss Ulmer!) 0:4. 60. Morini (Ausschluss Stapleton!) 0:5. - Strafen: 6mal 2 plus 5 Minuten (Slater) plus Spieldauer (Slater) gegen Genève-Servette, 9mal 2 plus 10 Minuten (Lapierre) gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Klasen.
Genève-Servette: Mayer/Giovannini (ab 49.); Antonietti, Bezina; Fransson, Vukovic; Loeffel, Mercier; Iglesias; Jacquemet, Slater, Rod; Simek, Lombardi, Pedretti; D'Agostini, Romy, Rubin; Traber, Kast, Gerber; Douay.
Lugano: Merzlikins/Manzato (8. bis 14.); Chiesa, Furrer; Hirschi, Kparghai; Ulmer, Vauclair; Walker, Sannitz, Lapierre; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Stapleton, Hofmann; Fazzini, Morini, Reuille; Kostner.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Pyatt (überzähliger Ausländer), Almond, Bays, Riat und Wick. Lugano ohne Pettersson, Steinmann und Kienzle (alle verletzt). - 17. Vauclair verletzt ausgeschieden. - Timeout Genève-Servette (33.). (SDA)

Erstellt: 17.03.2016, 19:29 Uhr

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NLA

50. Runde

25.02.HC Lugano - ZSC Lions3 : 2
25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
25.02.Fribourg-Gottéron - SC Bern4 : 7
25.02.HC Davos - SCL Tigers6 : 2
25.02.HC Ambri Piotta - Lausanne HC3 : 2
25.02.EV Zug - EHC Biel-Bienne4 : 3
Stand: 25.02.2017 22:19

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.SC Bern5031649160:114109
2.ZSC Lions5026987166:115104
3.EV Zug50283613153:12296
4.Lausanne HC50235121154:13980
5.HC Davos50224420152:13578
6.HC Lugano50196421142:15573
7.Geneve-Servette HC501841117135:14073
8.EHC Biel-Bienne50212324146:14070
9.EHC Kloten501451021142:16262
10.SCL Tigers50164327124:15459
11.Fribourg-Gottéron50125231130:17748
12.HC Ambri Piotta5098528113:16448
Stand: 25.02.2017 22:23

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