Der EV Zug besiegt die New York Rangers

Der NLA-Leader Zug schafft im Testspiel zu Hause gegen die New York Rangers die Sensation: Die Innerschweizer gewinnen gegen die Startruppe mit 8:4.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als 20 Minuten vor Spielbeginn über den Videowürfel Sequenzen aus der grossartigen Klubgeschichte der New York Rangers flimmerten, schauten die Zuger Fans andächtig zu. Vier Stanley-Cup-Titel hat das Team, das in der wohl berühmtesten Sporthalle der Welt, dem Madison Square Garden, spielt, gewonnen, Spieler wie Wayne Gretzky, Mark Messier, Mike Richter oder Jaromir Jagr haben einiges zum Mythos der «Blueshirts» beigetragen. Die Bilder des EV Zug vom bislang einzigen Schweizer Titel (1998) mit Patrick Sutter oder Misko Antisin nahmen sich dagegen natürlich vergleichsweise bescheiden aus.

Nicht zugeschaut haben die Spieler des EVZ, denn sie legten nach den Nationalhymnen und der ersten Scheibeneingabe los wie sie in der Meisterschaft beim 4:0 gegen den SC Bern aufgehört hatten - mit hohem Tempo und zielstrebig. Die Bemühungen wurden rasch von Erfolg gekrönt: Esa Pirnes erzielte nach nur 78 Sekunden mit einem satten Powerplay-Slapshot nicht nur einen aus Zuger Sicht historischen Treffer sondern betrieb auch (weitere) Eigenwerbung für eine Weiterverpflichtung. Vier Minuten später erhöhte Captain Duri Camichel auf 2:0, allerdings unter gütiger Mithilfe von Rangers-Ersatzkeeper Martin Biron. Headcoach John Tortorella hatte dem schwedischen Superstar Henrik Lundqvist, in den letzten fünf Jahren immer Rangers-MVP, gestern eine Ruhepause gegönnt.

Erwartungen übertroffen

Verständlich, dass die Rangers nach den drei Siegen bei Sparta Prag, Västra Frölunda und am Sonntag bei Slovan Bratislava nicht mit letzter Konsequenz bei der Sache waren, zumal schon am Freitag in Stockholm der NHL-Saisonstart gegen die Los Angeles Kings erfolgt. Dass aber vor dem Anschlusstreffer durch Ryan Callahan (16.) Zug mehrere Chancen verpasst hatte, auf 3:0 zu erhöhen, hatten auch die kühnsten Optimisten nicht erwarten dürfen. Die Lohnsumme der Rangers beträgt schliesslich 61,782 Millionen Dollar, alleine Neuverpflichtung Brad Richards (12 Millionen) ist teurer als das gesamte EVZ-Kader.

Doch die Gäste machten anfänglich weiter schlechte Werbung für den Slogan ihrer Stadt, die gemäss Eigenwerbung niemals schläft. Beim 3:1 machten sie sich sogar in Überzahl kollektiven Schlafens schuldig, allen voran Richards, der sich von Josh Holden regelrecht vorführen liess. Der Zuger Leader sprühte fünf Tage vor seiner Rückkehr auf NLA-Eis nur so vor Spielfreude und zeigte, dass die Linie mit ihm und den pfeilschnellen Schnyder und Damien Brunner auch in Zukunft viel Angstschweiss auf die Stirn der Schweizer Gegner zaubern wird. Dass Zug nicht mit der verdienten Führung in die Kabine ging, lag an zwei Gegentoren innert 13 Sekunden (19./20.), beim 3:3-Ausgleich war Timo Helbling (nicht zum ersten Mal) überfordert.

Pech an den Schlittschuhen

Wer dann aber im Mitteldrittel die Wende zugunsten des Favoriten erwartet hatte, sah sich getäuscht. Schon vor dem in absolutem Höchsttempo realisierten Doppelschlag innert 41 Sekunden durch Glen Metropolit und erneut Holden (35.) hatte der EVZ Gelegenheiten zur erneuten Führung gehabt, besonders Fabian Schnyder klebte aber das Pech an den Schlittschuhen.

Ruslan Fedotenko gelang noch einmal der Anschlusstreffer (39.), aber auch im Schlussabschnitt sorgten die Zuger für die Musik. Und die Tormaschinerie lief noch einmal auf Hochtouren, Pirnes und Brunner erhöhten auf 7:4 (43./45.). Was folgte, war ein Schaulaufen unter Szenenapplaus, Standing Ovations und Gesängen bis in die Schlusssekunden. Und als Tortorella die Seinen noch einmal reizen wollte und fünf Minuten vor Matchende den Goalie herausnahm, kam auch Schnyder mit einem «empty netter» noch zu seinem verdienten Lohn.

Die Zuger tun gut daran, die erneute Offensivgala nicht überzubewerten, am Wochenende dürfte das langsam wieder erstarkende Lugano zweimal stärkeren Widerstand bieten. Was aber für immer bleibt, ist die Erinnerung an einen wunderbaren und eimaligen Abend und die Gewissheit als erst zweites Schweizer Team nach den ZSC Lions (2:1 ggen Chicago) einen Widersacher aus der NHL bezwungen zu haben. Bern (1:8 gegen die Rangers) und Davos (2:9 gegen Chicago) waren bei ihren Auftritten deklassiert worden. (wid/si)

Erstellt: 03.10.2011, 22:39 Uhr

Artikel zum Thema

Josi in die AHL, Niederreiter verletzt

Zwei Schweizer Eishockey-Talente sind nicht gerade vom Glück begünstigt. Roman Josi muss die Saison beim AHL-Team Milwaukee Admirals beginnen. Und Niederreiter hat sich verletzt. Mehr...

Rückschlag für Schweizer Hockey-Talent

Der NHL-Traum ist für Sven Bärtschi aufgeschoben. Die Calgary Flames schickten den 18-jährigen Langenthaler zum Juniorenteam Portland Winterhawks zurück. Mehr...

Streit ist Captain – Modano tritt ab

Grosse Ehre für Mark Streit: Der Berner Eishockey-Profi ist als erster Schweizer zum Captain eines NHL-Teams bestimmt worden. Mehr...

Paid Post

Mit Top-Behandlungen einfach und natürlich zur Sommerfigur

Wir wünschen einen schlanken Sommer! Höchste Zeit, sich selber in Form zu bringen. Die Spezialisten von slim&more unterstützen Sie mit einer kostenlosen Beratung und Figuranalyse am Bellevue Zürich.

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Mit Selbstliebe an die Spitze

Blog Mag Achtung, Schnittwunden

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Feuer frei für Feuerwerk: Wenn die Griechen auf Hydra die Seeschlacht gegen die Türken vom 29. August 1824 nachspielen, versinkt die türkische Flotte mit viel Schall und Rauch im Meer (24. Juni 2017).
(Bild: Alkis Konstantinidis) Mehr...