Der Name Bill Gilligan lässt aufhorchen

Bill Gilligan löst in der eishockeyverrückten Stadt Bern auch 20 Jahre nach dem ersten Titelgewinn unter dem amerikanischen Erfolgstrainer Begeisterung aus.

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Der Name Bill Gilligan löst auch 20 Jahre nach dem ersten Titelgewinn unter dem amerikanischen Erfolgstrainer Begeisterung aus. Kein Wunder, kehrte beim SCB doch im Frühjahr 1989 nach 10 Jahren sportlicher Bescheidenheit und sogar zwischenzeitlicher Zweitklassigkeit der Erfolg zurück. Mit Gilligan an der Bande wurden aus lendenlahmen Bärchen wieder bissige Bären. Drei Meistertitel und eine Vizemeisterschaft im Zeitraum von bloss vier Jahren – der ehemalige US-Nationalspieler verdiente sich unter Berns Lauben den Status Kulttrainer.

Der gesuchte Psychologe?

Nicht erstaunlich, dass nach den jüngsten sportlichen Misserfolgen auch im SCB-Management der Name Gilligan wieder ins grelle Scheinwerferlicht rückt. Man mag von einem Gilligan-Comeback als SCB-Cheftrainer halten, was man will, sicher ist, dass der heute 54-jährige Amerikaner mit abgeschlossenem Psychologiestudium perfekt ins Anforderungsprofil passt. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Qualitäten vor allem im Führen von Spielern und Teams zum Tragen kommen», blickt Gilligan auf seine weniger erfolgreichen Jahre mit Managementfunktionen zurück.

Scout für die LA Kings

Nach seiner ersten Rückkehr in die Heimat im Frühjahr 1998 arbeitete Bill Gilligan während sechs Jahren als Trainer an der Universität Massachusetts und war auch als Scout für die NHL-Organisation der Los Angeles Kings tätig. Diversen Jobangeboten aus Europa widerstand der inzwischen verheiratete Familienvater von drei Kindern stets – bis ihn 2005 der Ruf aus Rapperswil-Jona zu einem Schweizer Comeback bewegte. Der Amerikaner überzeugte auch am oberen Zürichsee. Unter seiner Führung erreichten die St.Galler erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die Playoff-Halbfinals. Nach einer Viertelfinal-Qualifikation in der darauffolgenden Saison führten Spannungen mit dem Management zur Trennung. Eine konkrete und lukrative Offerte des HC Lugano schlug Gilligan aus – sein Time-out als Trainer nutzte der Amerikaner zu Hause in Boston, um für ein Jahr die Rolle des Hausmannes zu besetzen. Weil die Katze das Mausen nicht lassen kann, entschied er sich aber im letzten Herbst erneut für eine Rückkehr nach Europa.

Wenig erfolgreich in Österreich

In Graz hat Gilligan mit einem höchst durchschnittlichen Team die Playoff-Viertelfinals erreicht und ist dort gegen den Qualifikationszweiten erst in Spiel 7 gescheitert. Graz, das über ein Jahresbudget von rund vier Millionen Franken verfügt, möchte den Amerikaner unbedingt behalten, doch Gilligan hält sich zurück und will abwarten. Inzwischen haben in Österreich mehrere Teams ihr Interesse am Amerikaner angemeldet. Und auch aus der DEL soll ein Klub (Ingolstadt) hinter dem Erfolgstrainer her sein. «Mir und meiner Familie gefällt es in Graz, ich kann mir gut vorstellen, auch weiterhin hier zu arbeiten», nimmt der clevere Gilligan vorläufig allen Spekulationen den Wind aus den Segeln.

Dass Bill Gilligan in der aktuellen Situation beim frustrierten SC Bern ein heisses Thema ist, kann nicht erstaunen. Wenn der Amerikaner festhält, «eine Anfrage des SCB muss man als Eishockeytrainer immer prüfen», dann sagen derlei Worte zwar noch wenig aus. Aber, das trifft beim aktuellen Stand der Dinge mit Sicherheit zu, die Chancen auf ein Berner Comeback des Kulttrainers sind jetzt durchaus vorhanden. Geduld und Verhandlungsgeschick wird in nächster Zeit vor allem SCB-Sportchef Sven Leuenberger aufbringen müssen. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 12.03.2009, 09:30 Uhr)

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