Doch noch ein Pokal für Auston Matthews

Der ZSC-Jungstar wurde mit der Ari-Sulander-Trophäe ­geehrt – und verabschiedet.

Auston Matthews mit der Trophäe und Club-21-Präsident Ernst Meier. Foto: PD

Auston Matthews mit der Trophäe und Club-21-Präsident Ernst Meier. Foto: PD

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Derweil man sich in Bern, Davos, Genf und Lugano auf die Halbfinals vorbereitet, werden in Zürich die Koffer gepackt. Auston Matthews fliegt am Freitag ­zurück in seine Heimat in der Wüste ­Arizonas. Mit reichlich Erfahrungen im Gepäck. Und trotz des verlorenen Viertelfinals mit einem Pokal: der Ari-Sulander-Trophy. Der Jungstar wurde von der Gönnervereinigung Club 21 für herausragende Verdienste ausgezeichnet und damit Nachfolger von Andri Stoffel, der 2015 nach seinem Rücktritt für 25 Jahre Clubtreue geehrt worden war.

Die massive Bronzefigur, erschaffen vom Künstler Kurt Laurenz Metzler, darf Matthews nach Hause nehmen. «Mister ZSC» Ernst Meier überreichte sie ihm gestern Mittag in der Zürcher Stapferstube, bevor das Ossobuco mit Risotto serviert und italienischer Rotwein nachgeschenkt wurde. Der Anlass war gleichzeitig die Verabschiedung vom künftigen NHL-Star. Er wurde in mehreren Reden hochgelobt und reagierte in seiner ­gewohnt freundlichen, aber nicht überschwänglichen Art.

Rückkehr – auf die Skipiste

«Es wurde mir von allen sehr einfach ­gemacht, meine Zeit hier zu geniessen», sagte er. Auch wenn er sich das Ende ­natürlich anders vorgestellt hatte. ­Allenthalben wurde der Wunsch geäussert, er soll doch dereinst seine Karriere beim ZSC beschliessen. Er schmunzelte nur – schliesslich steht er ja erst am Anfang, dürfte das frühestens in 20 Jahren ein Thema werden. Sicher sei aber, dass er als Tourist in die Schweiz zurückkehre, sagte er. Zum Skifahren.

Vermissen werde er nebst der malerischen Kulisse seine Zürcher Teamkollegen, betonte Matthews. «Es war eine spezielle Gruppe.» Die Abschlussreise – ein Teil der Mannschaft verreist am ­Wochenende nach Österreich in die Berge – verpasst er aber. Und auch den Rest des Schweizer Playoff. Er würde auf Davos oder Servette setzen, sagte er. Die Genfer haben bei ihm mit ihrer ruppigen, manchmal schmutzigen Spielweise Eindruck hinterlassen. Für Matthews ist die Saison noch nicht vorbei. Er darf ­damit rechnen, für die A-WM in Sankt Petersburg aufgeboten zu werden. Die startet allerdings erst am 6. Mai. Um bis dann fit zu bleiben, hat er vor, sich nach Ann Arbor zu begeben, an die US-Trainingsbasis, wo er vor dem Wechsel zum ZSC zwei Jahre verbracht hatte.

Toronto in der Poleposition

Anders als die Schweizer werden die Amerikaner kein WM-Trainingscamp durchführen – die Spieler treffen sich einfach ein paar Tage vor Turnier­beginn. Dass Matthews im NHL-Draft im Juni als Nummer 1 gezogen wird, gilt trotz seines abrupten Aus im Schweizer Playoff als sicher. Die besten Aussichten auf ihn haben derzeit die Toronto Maple Leafs. Weil auf den letzten vier Rängen der NHL alles kanadische Teams liegen, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass Matthews beim nördlichen Nachbarn landet, bei über 50 Prozent.

Angesprochen auf seine Zukunft, zuckt er mit den Schultern und sagt: «Es kommt, wie es kommen muss.» Dann schreibt er noch eine Viertelstunde Autogramme und posiert für Selfies. Das war es dann. Goodbye Auston!

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 17.03.2016, 01:29 Uhr)

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