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«Ich bin Bob Hartley unheimlich dankbar»

Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 23.02.2012

Luca Cunti (22) hat auf Umwegen den Durchbruch in die Schweizer Eliteliga geschafft. Der Stürmer der ZSC Lions pfeift auf frühere Kritik und freut sich auf sein erstes NLA-Playoff.

Ästhetik und Übersicht: Die Entwicklung von Luca Cunti gehört zu den erfreulichen Faktoren beim ZSC. (Video: Youtube)


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Den Durchbruch geschafft: Luca Cunti hat auch erkannt, dass Talent allein nicht genügt. (Bild: www.zsclions.ch)

Zur Person

Luca Cunti ist erst 22-jährig, hat aber in seiner Karriere Höhen und Tiefen erlebt. Der aus Erlenbach ZH stammende Eishockeyaner durchlief die Nachwuchsorganisation von GCK und galt zu Teenager-Zeiten als grösstes Schweizer Talent. GCK, Thurgau, Dübendorf, Weinfelden, Chicago Steel, Rimouski Oceanic (Ka), SCL Tigers, wiederum GCK Lions und ZSC heissen die Stationen seit 2006. Da kann man getrost von einer Odyssee sprechen. Mit anderen Worten: Im ersten Anlauf schaffte der talentierte Techniker und Schlittschuhläufer, der auch über Spielintelligenz und einen guten Schuss verfügt und sich recht clever in den Zweikämpfen verhält, den Sprung in die höchste Schweizer Spielklasse nicht.

Das lag auch an Rückschlägen wie Verletzungen und Krankheiten. So litt Cunti bei den Tigers unter Pfeifferschem Drüsenfieber und musste die Saison 2009/10 frühzeitig abbrechen. Der vielseitige Stürmer war danach physisch und psychisch für zwei Monate angeschlagen. Er rappelte sich abermals auf, besuchte vermehrt den Kraftraum und legte einen Zacken punkto Wille und Leistungsbereitschaft zu. Simon Schenk, der erfahrene Sportchef der GCK Lions, gab ihm noch eine Chance, die der Zürcher mit Aroser Vorfahren in Folge zu nutzen wusste. Bob Hartley schliesslich erkannte die Fähigkeiten Cuntis nach einem internen Test letzten August gegen die Junglöwen und nahm ihn sofort ins Kader der grossen Lions auf.

Cunti litt jahrelang – auch bei Swiss Ice Hockey – unter dem Ruf, zwar talentiert, aber zu wenig willig zu sein. Auch wurde ihm das Attribut «schwieriger Spieler» verliehen – zu Unrecht, wie auch der erfahrene NHL-Scout und Hockey-Experte Thomas Roost findet (www.hockeyfans.ch: «Gehört Luca Cunti in die NHL oder in die NLB?») Hartley muss man das Kompliment machen, den durchaus kompletten Stürmer richtig eingestuft zu haben – im Gegensatz zu manchen Berufskollegen, auch innerhalb der grossen Lions-Organisation. «Bob Hartley gebührt ein Dank meinerseits», schreibt Roost vielsagend.

Cunti, der neben dem Eishockey studiert, hat auch Fehler bei sich ausgemacht und arbeitet hart an diesen. In seinem Falle muss man erwähnen, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Lucas Papa Mario ist selbst ein hoch begabter Golfer und Eishockeyaner und ein Leistungsträger der Veteranen des SC Küsnacht. Lucas Onkel Pietro war Meisterstürmer beim EHC Arosa sowie dem SC Bern und spielte auch in der Nationalmannschaft.

Nicht nur die ZSC-Fans sind gespannt, wie die Entwicklung des 184 cm grossen und 85 kg schweren Luca Cunti weitergehen wird. Die NHL-Organisation Tampa Bay hat ihn gedraftet, die Rechte an ihm aber wieder abgegeben.(fal)

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NLA

50. Runde

25.02.Bern - Ambri1 : 4
25.02.Biel - Davos1 : 4
25.02.Kloten Flyers - Fr. Gotteron3 : 2
25.02.SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers1 : 3
25.02.ZSC Lions - Servette3 : 0
25.02.Zug - Lugano0 : 1
Stand: 25.02.2012 22:19

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.Zug50248108173:13198
2.Davos50277313155:11798
3.Fr. Gotteron50266414156:12094
4.Kloten Flyers50272615158:11791
5.Bern50236615153:13087
6.Lugano50215618152:15079
7.ZSC Lions50198419136:12977
8.Biel50194324114:12868
9.Servette50165920117:12667
10.SCL Tigers50135329124:16652
11.Ambri50106727102:15349
12.Rapperswil-Jona Lakers5012123599:17240
Stand: 25.02.2012 22:20

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Korrektur-Hinweis

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Die ZSC Lions haben nach dem mühsamen 4:1-Sieg gegen die Lakers endlich das Playoff definitiv erreicht. Sind Sie erleichtert?
Die Erleichterung ist bei uns allen gross. Obwohl vor dem Duell gegen Rapperswil unsere Playoff-Qualifikation noch nicht feststand, sind wir im Spiel selbst jedoch nicht nervös geworden. Wir haben die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir es schaffen würden – obwohl wir am Dienstagabend nicht immer gut gespielt haben.

Die Vorstellung war, wie schon so oft in dieser Saison auf eigenem Eis, ein Geknorze. Haben die Lions ein Problem, wenn sie im Hallenstadion antreten? Ist die Erwartungshaltung des Publikums und der Öffentlichkeit zu gross?
Wir stehen eigentlich nicht unter besonderem Druck, wenn wir zu Hause antreten. Wir haben auch tolle Fans. Aber diese können die Spiele im grossen Hallenstadion nicht so nahe am Eisrink verfolgen, die Atmosphäre ist deshalb vielleicht nicht so heiss und so laut wie in anderen Stadien, die anders konzipiert sind. Aber vielleicht ist die Heimbilanz einfach nur diese Saison so; das kann sich in Zukunft wieder ändern. (Anm. d. Red.: Der ZSC hat in diesem Winter schon 13-mal auf eigenem Eis verloren.)

Noch sind zwei Runden in der Regular Season zu absolvieren. Schielen Sie und Ihre Teamkollegen auf einen bestimmten Viertelfinalgegner?
Wir verlieren bestimmt nicht absichtlich, nur um dann auf einen bestimmten Gegner zu treffen. Wir werden versuchen, die ausstehenden Spiele in Freiburg und gegen Servette zu gewinnen. Der Gegner muss uns egal sein. Das Playoff wird so oder so schwierig. Ich mache jedenfalls keine Rechenspiele punkto Viertelfinalgegner.

Nun stehen Sie vor Ihrem ersten NLA-Playoff. Das muss doch ein Meilenstein in Ihrer Laufbahn sein, oder?
Ich habe schon Playoff gespielt, aber nicht auf diesem Niveau. Ich freue mich unheimlich auf die bevorstehende Zeit und habe auch ein gutes Gefühl.

Sie müssen aber auch froh sein, dass Sie nun in dieser Saison so richtig in der höchsten Schweizer Spielklasse angekommen sind…
Das ist sicher so. Ich musste mich steigern und wollte auch, dass dieser Sprung in die NLA in diesem Winter passiert. Ich weiss jetzt, wohin ich will. Ich bin mit mir selbst aber noch nicht zufrieden. Jetzt kommt das Playoff. Da will ich nochmals richtig Gas geben. (Anm. d. Red.: Luca Cuntis Klub-Statistik nach 35 Partien: 11 Goals/13 Assists/24 Punkte, +9/Rang 4 beim ZSC).

Die Fans des ZSC, aber auch Sie müssen sich eigentlich bei Bob Hartley bedanken. Der Kanadier hat Sie im letzten August nach dem internen Test der Lions gegen das Farmteam aus der NLB ins NLA-Kader berufen…
Ich muss mich wirklich bei ihm bedanken, dass er diesen Schritt vollzogen hat. Ich musste mich dann allerdings ins NLA-Team hinein kämpfen und mich bewähren.

Was zeichnet Ihren prominenten Headcoach aus?
Bob Hartley fordert sehr viel von uns. Und er ist ein Perfektionist. Es gibt kein Training, in dem nur mit halber Kraft trainiert wird. Er verlangt, dass wir alles hundertprozentig erledigen, egal, wo wir sind, egal, was wir gerade machen. Dieses stete Fordern von Leistung zeichnet ihn aus.

Man gewinnt den Eindruck, dass Hartley viel Enthusiasmus und Leidenschaft in seinem Job versprüht. Profitieren Sie als junger Spieler von einem solchen Charisma des Trainers?
Ganz bestimmt. Er weiss bei allen Spielern, was ihnen noch fehlt, bei uns jüngeren ist es noch extremer. Er spricht mich jeden Tag auf Fehler an, die ich mache. Und jeden Tag spornt er mich zu einer besseren Leistung an.

Sie haben schon viele Rückschläge in Ihrer Karriere erlebt. Zahlreiche Coaches haben Sie überdies als «ewiges und schwierig zu führendes Talent» bezeichnet und Sie schon abgeschrieben. Ist es für Sie nicht eine grosse Genugtuung, dass Sie die Kritiker eines Besseren belehrt haben?
Dass man mich kritisiert, ist mir an und für sich egal. Kritik höre ich täglich von unserem Trainer, und das schaue ich als etwas Positives an. Es hat mich eigentlich nie gross interessiert, was andere Leute über mich denken. Für mich ist besonders wichtig, dass ich dem Team helfen kann.

Tampa Bay Lightning hat Sie einst gedraftet. Denken Sie im Hinterkopf bereits darüber nach, Ihren Traum, einst in der National Hockey League zu spielen, auch zu verwirklichen?
Im Moment ist das kein Thema für mich. Wichtig ist, was hier in der NLA passiert. Bevor man nicht in der Nationalmannschaft und kein Leistungsträger ist, muss man es vergessen, überhaupt an einen Wechsel in die NHL zu denken.

Was erreicht der ZSC noch in dieser Saison?
Ich denke generell im Leben positiv. Wenn wir gut spielen, können wir alles erreichen. Ich hoffe, dass wir im Playoff konstanter auftreten werden. Wenn wir unser Spiel voll durchziehen können, dann werden wir auch Erfolg haben.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.02.2012, 14:26 Uhr

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Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 13:54
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka3:6 3:3
Stand: 27.05.2012 13:46
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Bolelli - Nadal
Stand: 25.05.2012 15:24
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