Jetzt nimmt Crawford Stellung

Der hart kritisierte ZSC-Coach sagt, es sei nicht entscheidend, ob die Mannschaft hinter ihm stehe.

«Es ist hart, aber dafür werden wir bezahlt»: Marc Crawford und der 0:3-Rückstand im Playoff-Viertelfinal.
Video: Sebastian Rieder

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Kommt er, oder kommt er nicht? Verdächtig lange lässt Marc Crawford am Tag nach der dritten Niederlage gegen den SC Bern auf sich warten. Alle Spieler sind schon da, als der Kanadier dann die Treppe in der Trainingshalle Neudorf hinaufstürmt. Er ist also noch im Amt. Kurz vor 11 Uhr greift Crawford erstmals zur Pfeife und formiert sein Team im Halbkreis. Fünf Minuten dauert seine Ansprache, er redet leise, aber bestimmt. Die Spieler hören ihm zu oder machen zumindest den Anschein, als seien sie ganz Ohr.

Der Trainer hatte sich am Abend zuvor im Hallenstadion viele kritische Frage gefallen lassen. Und natürlich steht er, als die Einheit vorbei ist, erneut im medialen Mittelpunkt. Umringt von einem halben Dutzend Journalisten stellt sich der Headcoach den Fragen. Tagesanzeiger.ch/Newsnet will von ihm wissen, ob die Mannschaft noch zu ihm halte. Crawford aber weicht aus: «Ich glaube, die Mannschaft hält zusammen. Das ist viel wichtiger, als dass sie zum Trainer hält.»

Seger: «Alle im gleichen Boot»

Selbst Sportchef Edgar Salis kann die Augen nicht davor verschliessen, dass die Mannschaft auch im zweiten Heimspiel noch nicht in den Playoff-Modus gefunden hatte. «Natürlich haben wir bisher nicht alles richtig gemacht», sagt Salis gut zwölf Stunden nach dem 3:4 gegen den SCB. Jedwede Gedankenspiele um eine fristlose Entlassung von Crawford schmetterte Salis jedoch ab. «Die Trainerfrage stellen wir uns nicht», sagt Salis. Auch Captain Mathias Seger kann der Trainerfrage nicht viel abgewinnen. «Wir sitzen alle im gleichen Boot. Klar stört uns im Moment einiges, aber wir müssen das abhaken und gemeinsam nach vorne schauen. Es bleibt uns nichts anderes übrig.»

Von den Fans bis zur Clubführung befindet sich die ZSC-Organisation in einer Art Schockzustand. Stürmer Roman Wick kann da nur zustimmen und sagt: «Es ist sicher nicht gerade lässig im Moment.» Es ist ein freundlicher Morgen für diese Jahreszeit. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint durchs Glasdach der Trainingshalle in Oerlikon. Für den ZSC sieht die allgemeine Wetterlage aber düsterer aus. «Bewölkt», nennt es Wick vorsichtig. Blitz und Donner wären wohl die richtigen Worte.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 09.03.2016, 16:46 Uhr)

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