Larry Huras’ abruptes Ende
Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 22.10.2011 25 Kommentare
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Die Tür zur Garderobe des SC Bern wird zugeschlagen – derart heftig, dass das Geräusch auch im entfernten Medienraum unüberhörbar ist. Spätestens jetzt ist klar: Es liegt etwas in der Luft. Die Journalisten warten auf Trainer Larry Huras, wie immer. Doch der Kanadier erscheint zum ersten und letzten Mal in seiner Zeit als Trainer des SC Bern nach Spielschluss nicht. Stattdessen betreten CEO Marc Lüthi und Verwaltungsrats-Präsident Walter Born den Raum. Die Mimik der Verantwortlichen ist finster. Dann verkündet Lüthi das abrupte Ende der Zusammenarbeit zwischen dem SCB und seinem charismatischen Meistertrainer: «Larry Huras wurde per sofort freigestellt.»
Gewiss, die Unzufriedenheit der Vereinsleitung ob den unattraktiven Auftritten der ersten Mannschaft war bekannt. Gewiss, die Auswahl vermochte auch gestern gegen die ZSC?Lions nicht zu überzeugen, erzielte bloss ein Tor und musste das Eis nach späten Gegentreffern von Reto Schäppi und Andres Ambühl zum dritten Mal en suite als Verlierer verlassen.
Dennoch kam der Trennungsentscheid überraschend. Gemäss CEO Lüthi hätte auch ein knapper Sieg zugunsten des SCB an der resoluten Massnahme nichts mehr geändert. «Die Art und Weise, wie das Team in der Vergangenheit aufgetreten ist, das konnten wir nicht mehr akzeptieren», erklärte Lüthi. Im gestrigen Interview mit dieser Zeitung hatte der CEO die Kritik ob des fehlenden Unterhaltungswerts nur unterschwellig formuliert, einige Stunden später riss der bereits strapazierte Geduldsfaden endgültig. «Mit der defensiven Spielweise vermochte das Team unter Huras’ Führung die Zuschauer während der letzten drei Jahre kaum einmal zu begeistern», ergänzte Lüthi.
Mit Huras wurde der erste Headcoach in der laufenden NLA-Saison entlassen. Der 56-Jährige hatte den SCB in seiner ersten Saison als Teamverantwortlicher 2010 zum Meistertitel geführt. Schweizer Meister war er als Trainer auch mit den ZSC Lions (2001) und Lugano (2003) geworden. Bei den Tessinern wurde er 2006 letzmals freigestellt.
Dumont hat unterschrieben
Bereits vor der gestrigen Partie hatte Sportchef Sven Leuenberger informiert, dass Jean-Pierre Dumont beim SCB einen Vertrag bis Ende Saison unterzeichnet habe. Der erfahrene Stürmer (822 NHL-Spiele, 523 Punkte) besitzt noch bis zum 25. Oktober die Möglichkeit, im Falle eines Einweg-Angebots einer NHL-Organisation, aus dem Vertrag auszusteigen. Dumont wurde Ende Juni von Nashville vorzeitig ausgezahlt – sein mit 16 Millionen Dollar dotierter Vier-Jahres-Vertrag mit den Predators wäre nach dieser Saison ausgelaufen. Dumonts Klausel zum Trotz ist anzunehmen, dass der 33-Jährige am Donnerstag in Bern eintreffen wird. Der Skorer soll beim offensiv impotenten Ensemble den Knoten lösen. Für Larry Huras kommt die Verstärkung indes ein paar Tage zu spät. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.10.2011, 09:54 Uhr
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