Ryan Gardner: «Ich weiss, was von mir erwartet wird»
Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 04.08.2010 7 Kommentare
Ryan Gardner, Sie sind am Freitag in Bern eingetroffen. Haben Sie sich gut eingelebt?
Ja, ich habe mich hier schnell wohl gefühlt. Am Sonntag war ich mit einigen Spielern bereits in der Aare, das war sehr schön. Zudem kenne ich die Stadt noch ein wenig von der WM 2009 her.
Am Montag haben Sie beim SCB das erste Eistraining absolviert – mit welchen Eindrücken?
Wir haben auf jeder Position wirklich sehr gute Spieler. Es sind die amtierenden Schweizer Meister, sie haben in der vergangenen Saison alles richtig gemacht. Ich möchte dazu beitragen, dass das Team noch besser wird. Auch ich will mit dem SCB etwas Spezielles erreichen.
Trainer Larry Huras ist für Sie quasi ein alter Bekannter.
Ich kenne Larry Huras seit meiner Zeit in Ambri (1997–2001, die Red.), wir waren damals sehr erfolgreich. Und unter seiner Führung wurde ich mit Lugano (2003, die Red.) Schweizer Meister. Ich weiss, was er von mir braucht, was von mir erwartet wird
... und das wäre?
Mein Zug zum Tor, dass ich in der Garderobe und auf dem Eis Verantwortung übernehme, meine Checks anbringe und in der eigenen Zone präsent bin. Die Konkurrenz in der NLA ist stark, wir müssen bereit sein.
Welche persönlichen Ziele haben Sie sich in Bern gesetzt?
Grundsätzlich ist es so: Ich will jedes Jahr Meister werden. In den nächsten Wochen werde ich hart trainieren und kämpfen, damit ich mich in diesem starken Team etablieren kann.
Der SCB steht ungewohnt früh auf dem Prüfstand: Nächste Woche startet die European Trophy – wie stufen Sie die Bedeutung dieser Partien ein?
Wir spielen gegen europäische Topteams und absolvieren teilweise drei Spiele in vier Tagen. Insofern ist diese Vorbereitung unüblich. Das Turnier ist fast wie eine kleine Saison vor der Saison. In Anbetracht der intensiven nächsten Wochen bin ich überzeugt, dass wir im September bereit sein werden.
Die vergangene Saison bei den ZSC Lions lief für Sie keineswegs optimal. Weshalb?
Der Anfang war sehr gut, aber gegen Ende lief es dem ganzen Team nicht mehr rund. Weil es einfach ist, jemandem dafür die Schuld zu geben, der das Team sowieso verlassen wird, war ich schliesslich bei einigen der Sündenbock. Aber ich habe immer alles gegeben für Zürich und werde dies nun auch für Bern tun.
Die Spielzeit 2009/2010 hatte knapp zwei Wochen gedauert, ehe Sie bei den Bernern einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Dieses frühe Bekenntnis gab Anlass zu Diskussionen.
So sind eben die Regeln in der Schweiz, das ist nicht meine Schuld. Nach zwei, drei Wochen hatte sich die Lage beruhigt. Aber als das Team nicht mehr erfolgreich war, wurde das Thema eben wieder aufgewärmt. Ich werde zeigen, dass der Wechsel zum SCB die richtige Entscheidung gewesen ist.
Rechnen Sie sich gute Chancen aus, alsbald wieder im Nationalteam zu spielen?
Das Nationalteam ist immer ein Ziel. Ich fand es falsch, dass so viele Spieler aus dem Olympiaaufgebot nicht an die anschliessende WM gingen. Aber nun gibt es einen neuen Abschnitt, und ich hoffe, dass ich bald wieder für die Schweiz spielen kann. (Berner Zeitung)
Erstellt: 04.08.2010, 19:22 Uhr
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7 Kommentare
Sehr geehrter Herr Gardner Ihre frühe Unterschrift beim SCB betrachte ich schlicht und ergreifend als charakterlos. Wenn ich Ihre Leistungen in der letzten Saison mit den vorherigen Leistungen vergleiche, stelle ich einfach fest, dass Sie für den ZSC nicht mehr alles gegeben haben. Antworten
