Spielrausch ohne Ankündigung

Überragende Flyers besiegen Davos 6:2 und nähern sich den Playoffrängen.

Schrei der Befreiung: Kloten-Stürmer Matthias Bieber nach seinem 3:1.

Schrei der Befreiung: Kloten-Stürmer Matthias Bieber nach seinem 3:1. Bild: Keystone

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War das tatsächlich dasselbe Kloten, das zuvor 6 seiner letzten 8 Spiele verloren hatte, 24 von 42 in dieser Saison, das ­gemäss Tabelle drittschlechteste Team der Liga? Trat so eine Mannschaft auf, die sich zuletzt mit ­immer haarsträubenderen Eigenfehlern selbst der grösste Feind ­gewesen war? Der Jubel in der Swiss-Arena war jedenfalls eine Mischung von Ungläubigkeit, Freude und Erleichterung, als ­Bieber Anfang Mitteldrittel nach sieben Spielen wieder ein Treffer gelang. HCD-Trainer Del Curto nahm daraufhin sein Timeout – und 77 Sekunden erhöhte Bieber bereits auf 4:1.

Es war diese Art von Spiel für die Flyers. Der Frust einer ganzen Saison schien sich an diesem Abend zu entladen, die Davoser wurden zu Statisten. Passiv sahen sie zu, wie Sheppard bei Spielhälfte von der Bande bis vors Tor dribbelte und zum 5:1 traf. Für den ­Kanadier war es gar der erste Treffer nach acht Spielen ohne persönliches ­Erfolgserlebnis. Und unbewacht durfte Casutt später auf 6:1 er­höhen – mit einem Hocheckschuss, den ein Spieler ohne Selbstvertrauen erst gar nie probiert hätte.

Der HCD erstmals diese Saison ohne Junioren im Sturm

Es waren Klotener, wie man sie lange nicht mehr gesehen hat. Und sie zeigten sich ausgerechnet gegen einen Gegner, der erstmals in dieser Saison ganz ohne Junioren im Sturm auskam – auskommen durfte, weil abgesehen von Sciaroni sämtliche Akteure ­gesund sind.

Es war also ein HCD quasi in Bestbesetzung, und zu Spielbeginn war das auch spürbar gewesen. Die Angriffsauslösung schnell, die Wege der Stürmer direkt zum Tor: Del Curtos Team startete stark und ging verdient 1:0 in Führung. Doch dann verschob Praplan mit einem Doppelschlag (18./20.) knapp vor der ersten Pause die Kräfteverhältnisse, ehe Biebers Doublette die Flyers kurz darauf in einen regelrechten Spielrausch tauchte.

Als alles vorbei war, hiess es 6:2, hatte Kloten gegen die Bündner so oft getroffen wie nicht einmal in jenen Jahren, als die Teams 2009 und 2011 noch im Final um den Titel kämpften. Die Duelle zwischen Bündnern und Zürchern blieben zwar seither spielerisch und läuferisch geprägt, doch der Erfolg verteilte sich einseitig. Davos ist heute Meister und Champions-League-Halbfinalist, die Flyers stehen ausserhalb der Playoffränge.

Denn das tun die Flyers ja nach diesem Lebenszeichen weiterhin. Auch ein 6:2 bringt ihnen nur 3  Punkte, doch wenigstens nach ­Minuspunkten haben sie den ­Anschluss zu Rang 8 geschafft. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 30.01.2016, 23:08 Uhr)

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4.HC Davos000000:00
5.Fribourg-Gottéron000000:00
6.EHC Kloten000000:00
7.Lausanne HC000000:00
8.HC Lugano000000:00
9.SCL Tigers000000:00
10.Geneve-Servette HC000000:00
11.ZSC Lions000000:00
12.EV Zug000000:00
Stand: 21.06.2016 09:32

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