Trotz Prominenz: Treten an Ort beim ZSC
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 30.09.2011 11 Kommentare
Die Saisonstarts der Lions
Saison 2011/12:
Trainer: Bob Hartley, 7 Spiele/6 Punkte
Saison 2010/11:
Trainer: Colin Muller, 7 Spiele/7 Punkte
Saison 2009/10:
Trainer: Sean Simpson, 7 Spiele/17 Punkte
Saison 2008/09:
Trainer: Sean Simpson, 7 Spiele/12 Punkte
Saison 2007/08:
Trainer: Harold Kreis, 7 Spiele/9 Punkte
Saison 2006/07:
Trainer: Harld Kreis, 7 Spiele/6 Punkte
Einführung der 3-Punkte-Regel: Saison 2006/07
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
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6 Punkte aus 7 Partien, Rang 10 in der Tabelle, ein Torverhältnis von 14:24 – allein diese Zahlen sind besorgniserregend. Noch schlimmer sieht die Bilanz des ZSC aus, wenn man berücksichtigt, dass er alle fünf Heimspiele verloren und dreimal nicht einmal ein Tor zustande gebracht hat. Oder anders ausgedrückt: Von 15 möglichen Punkten im Hallenstadion haben die Stadtzürcher einen Zähler geholt – Heimvorteil sieht anders aus.
Dieser – miserable – Start der gewiss nicht billigen Mannschaft ist der schwächste seit der Saison 2006/07, als unter Trainer Harold Kreis zu Beginn der Saison die Automatismen noch nicht klappten. Trotz grosser Kritik beliess der damalige TK-Chef Peter Iten den Deutsch-Kanadier im Amt – in der weisen Voraussicht, im Frühjahr 2008 den sechsten Meistertitel in der Geschichte des ZSC feiern zu können. Geduld bringt eben Rosen – selbst für die Eishockeyaner aus Oerlikon.
Noch schlechter als unter Muller
Im Vergleich mit der letzten Saison muss die Statistik mit Star-Coach Bob Hartley gar als katastrophal bezeichnet werden. Vor rund einem Jahr wurde das Experiment mit Colin Muller schon im Oktober abgebrochen und der ehemalige Assistent von Sean Simpson gefeuert. Dabei war die Bilanz des Doppelbürgers (Ka/Sz) nach sieben Meisterschaftsbegegnungen um einen Punkt besser als die von Stanley-Cup-Sieger Hartley im Jahr 2011. Punktemässig gesehen, treten die Löwen also an Ort – das ist auch im Eishockey ein Rückschritt.
Nun, die Position des aktuellen Mannes an der Bande ist nicht gefährdet – noch nicht. Zu prominent ist der Frankokanadier, der intensiv mit dem Personal arbeitet und ihm wieder die Professionalität in der täglichen Arbeit beibringt. Was Trainerstab, Teppichetage und Supporter zur Weissglut bringen muss, ist die Harmlosigkeit im Abschluss dieses mit prominenten Namen bestückten Teams. Beobachter sehen nicht nur die Verkrampfung der Arbeitnehmer während der Ausübung ihres Berufes als grosses Problem, sondern auch – wie beim 0:3 gegen Ambri – eine gewisse Zurückhaltung punkto Leidenschaft. Dabei boten die «Löwen» drei Tage zuvor gegen Schweizer Meister Davos (3:4) eine vielversprechende Darbietung mit viel Elan und Herz, die vom Zürcher Anhang mit Applaus goutiert wurde.
Der Captain kehrt zurück
Man kommt nicht darum herum, jene Profis zu nennen, von denen man am meisten enttäuscht ist. Domenico Pittis, Thibaut Monnet, Patrik Bärtschi, Andres Ambühl oder Severin Blindenbacher sind – aus welchen Gründen auch immer – weit von ihrer Bestform entfernt, ein Fakt, der auch auf die beiden Goalies Lukas Flüeler und Ari Sulander zutrifft. Der neue Hoffnungsträger Jeff Tambellini hat seit fünf Spielen weder das Tor getroffen noch einen Assist verbucht. Blaine Down spielt so wie immer: Einem guten Auftritt folgen fünf Vorstellungen, wo der Zuschauer nicht sicher ist, ob er überhaupt mitspielt oder nicht. Cory Murphy ist ein guter Offensivverteidiger, aber kein Leader auf dem Eis. Bei den Junglöwen sieht man zwar viel Laufbereitschaft, aber auch noch zu wenig Klasse und Cleverness im Abschluss. Nationalverteidiger John Gobbi weist eine Minus-7-Bilanz auf und muss bisher als Fehleinkauf eingestuft werden. Der elegante Adrian Wichser stürmt nach gesundheitlichen Rückschlägen (virale Infektion) beim Partnerteam GCK in der NLB.
Ein Lichtblick könnte die Rückkehr von Mathias Seger sein. Der Captain war verletzt (Fraktur im Gesicht) und gibt heute in Ambri sein Saisondebüt. Die Integrationsfigur beim ZSC fehlte in den letzten Wochen an allen Ecken und Enden.
Ein neuer Ausländer muss her
Der personelle Spielraum für den Sportchef, der grosse Stücke auf Hartley hält, ist begrenzt. Edgar Salis kommt nicht darum herum, seine bis anhin enttäuschende Ausländer-Fraktion (Pittis, Tambellini, Down, Murphy) mit einem zusätzlichen Profi zu ergänzen und damit die Personalkosten weiter zu erhöhen. Salis hat ja vier Fremdlizenzen bis Ende Januar zur Verfügung. Er beobachte den internationalen Markt, bemerkt der ehemalige Verteidiger und Publikumsliebling im (alten) Hallenstadion zu diesem Thema. Salis weiss, dass jetzt die Kader in den NHL-Organisationen gestutzt respektive bereinigt werden. Da müsste wieder ein Stürmer zu finden sein, der den Knoten für die Lions beim Toreschiessen löst.
Im vergangenen Jahr hatte der Zuzug von Sturmtank Owen Nolan zumindest zu Beginn eine inspirierende Wirkung auf die Offensivabteilung der Lions. Dass der 39-jährige Haudegen, der den Cut bei den Vancouver Canucks nicht schaffte und freigestellt wurde, in den Stadtzürcher Kreis 11 zurückkehrt, gilt als ausgeschlossen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.09.2011, 09:59 Uhr
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11 Kommentare
Warum wird eigentlich die Person Salis nicht in Frage gestellt? Seit er in Amt und Würde ist, werden nur unfähige Spieler zu überhöhten Bezügen geholt. Die mit Abstand schlechteste Leistung in der ganzen ZSC Organisation bringt eindeutig Herr Salis selbst. Antworten
Ja, es ist schon bitter. Da ist die Lions-Organisation aufgeblasen wie ein Welt-Konzern und die Angestellten arbeiten trotz Krise so, wie wenn nichts wär. Dass Salis nur Fehleinkäufe tätig und in jedem Interview alles auch noch immer schon schönredet, passt zu den anderen Vorstandsmitgliedern. Kein Engagement, kein Herzblut und keine Ahnung von Eishockey. Hauptsache die Krawatte sitzt richtig! Antworten

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