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Weltrekord auf Schalke – dank dem Eishockey

Am Freitag beginnt die Eishockey-WM in Deutschland. Und sie beginnt mit einem Paukenschlag: Das Eröffnungsspiel findet in der Heimat von den Fussballern von Schalke 04 statt.

Spektakel: Die Fussball-Arena auf Schalke mutiert zum grössten Eishockey-Stadion der Welt.

Spektakel: Die Fussball-Arena auf Schalke mutiert zum grössten Eishockey-Stadion der Welt.
Bild: Reuters

Eishockey findet in Deutschland weitaus weniger Beachtung als etwa im Alpenland Schweiz. Aber übermorgen, wenn die A-WM mit dem Gruppenspiel Deutschland gegen die USA eröffnet wird, ist der Sportart auf Eis nicht nur landesweit grosse Beachtung sicher. Das Duell wird nämlich an jenem grossen Ort ausgetragen, wo die Profi-Kicker von Schalke 04 ihre Heimspiele austragen. Das Spektakel zieht: Die Veltins-Arena dürfte mit 76'152 Fans ausverkauft sein. Und diese Kulisse würde einen neuen Weltrekord im Eishockey bedeuten. Gelsenkirchner Sportanhänger kriegen also nach dem verpassten Titel in der Fussball-Bundesliga doch noch die Möglichkeit, einen 1. Rang zu feiern. Bisher waren die 74'554 Fans, die vor neun Jahren im Football-Stadion von Lansing das US-College-Game zwischen Michigan State und Michigan University verfolgt hatten, die grösste Besucherzahl bei einem Eishockey-Match gewesen.

Wenigstens für ein paar Stunden wird also das Eishockey in der Bundesrepublik dem Fussball den Rang als Nummer 1 der Sportarten ablaufen. Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes, freut sich: «Wir haben nach einem besonderen Element gesucht, um auf uns aufmerksam zu machen. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Das ist eine gewaltige Herausforderung. Ich bin überglücklich für Deutschland und den Internationalen Verband diesen Weltrekord aufstellen zu können», sagt der ehemalige Internationale gegenüber der «Rheinischen Post».

Ein langes und teures Projekt

Man versteht die Gefühle von Reindl, wenn man weiss, dass dieses ehrgeizige Projekt drei Jahre benötigte, um es auch zu verwirklichen. Geschätzte 1,2 Millionen Euro kostet der Spass auf Eis im Revier. Und das Ziel ist klar: Der Event soll das spektakulärste Eröffnungsspiel aller 39 Eishockey-Weltmeisterschaften werden und eine Euphorie im Volk für das A-Turnier, das in Mannheim und Köln fortgesetzt wird, auslösen.

Gleich nach dem Abpfiff des letzten Heimspiels von Königsblau gegen Werder Bremen am letzten Samstag wurde der vieldiskutierte holprige Rasen der Arena abtransportiert. Er lagert seither auf einem nahe gelegenen Parkplatz. Das Eis wurde auf Matten aufbereitet. In den Matten befinden sich Schläuche mit einem Durchmesser von einem Zentimeter und einer Gesamtlänge von 120 Kilometern. Das Wasser wird schichtweise aufgesprüht. Acht Kälte-Aggregate werden von zwei mobilen Stromstationen betrieben. Pro Tag werden mehr als 10'000 Kilowatt Strom verbraucht. «Damit könnten zwei Einfamilienhäuser mit je vier Personen ein Jahr lang versorgt werden» rechnet die «Rheinische Post» vor. Solche Zahlen sorgen bei Grünen und Umweltschützern nicht gerade für Applaus.

Deutsches Team will für Märchen sorgen

Insgesamt 550 Tonnen Material wurden mit 33 Sattelschleppern herangekarrt, um den gigantischen Umbau zu verwirklichen. 70 Helfer arbeiteten (und arbeiten) rund um die Uhr in zwei Schichten, das nichts schiefgeht – man darf auf das Experiment wirklich gespannt sein.

Gemäss einer Umfrage waren nur 14 Prozent der Bevölkerung in Kenntnis, dass eine Eishockey-WM in Deutschland über die Bühne geht. Auch der Ticketverkauf fürdas Turnier vom 7. bis 23. Mai ist bisher eher harzig verlaufen. Erst 350'000 Tickets sind für die 56 Matches an den Mann respektive die Frau gebracht worden. Uwe Krupp, der den Turniergastgeber endlich einmal in den Viertelfinal führen soll, hofft aber auf ein Frühlingsmärchen. «Es liegt auch an uns, für die richtige Stimmung zu sorgen.» Und diese war am Dienstagabend bei der 1:4-Niederlage im Test gegen Kanada vor 6237 Schaulustigen in Hamburg gar nicht mal so übel. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.05.2010, 15:28 Uhr

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