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ZSC stellt Sulander aufs Abstellgleis

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 06.01.2012 3 Kommentare

Ari Sulander wird heute 43-jährig. Der Goalie der ZSC Lions ist eine Legende in Oerlikon – und muss sich trotzdem einen neuen Job suchen.

1/12 Ein wunderbarer Triumph: Ari Sulander gewinnt mit den Lions sensationell die Champions Hockey League der Saison 2008/09. Im Finalrückspiel fegt der ZSC den russischen Spitzenklub Metallurg Magnitogorsk gleich mit 5:0 vom Eis. Die ausverkaufte Diners Club Arena in Rapperswil-Jona wird zum Tollhaus. Und der Goalie der Zürcher wird zum Most Valuable Player (MVP) des Europacups gewählt. (Bild: 28. Januar 2009)
Bild: Keystone

   

Wie sage ich es meinem Kinde? Vor dieser Problematik stehen die Sportklubs, wenn ein langjähriger und verdienter Profi den Alterszenit erreicht hat oder nicht mehr erwünscht ist. Auch die Lions müssen sich mit dieser Thematik auseinandersetzen: Ari Sulander, im Spätsommer 1998 von Helsinki nach Oerlikon gezogen, passt nicht mehr ins Konzept. Der Grund ist personeller Natur: Mit Lukas Flüeler wird schon seit längerer Zeit ein Nachfolger aufgebaut, der immer mehr Fortschritte erzielt. Und die beiden talentierten U-20-Goalies Tim Wolf und Lukas Meili vom Farmteam GCK sollen in der NLB viel Spielpraxis sammeln und auch an die höchste Klasse herangeführt werden.

Denn im Löwenrevier ist man nicht mehr gewillt, den gleichen Fehler zu machen wie seinerseits bei Reto Berra und Leonardo Genoni. Beide Talente verlor man 2007 an den Liga-Konkurrenten HC Davos, weil das Torhüter-Duo keine Chance für Einsätze in der NLA sah. Sulander, damals die klare Nummer 1 in Zürich-Nord, stand dem Nachwuchs vor der Nase. Längst nicht alle Supporter der Löwen konnten die damalige Personalpolitik des Zürcher Eishockey-Betriebs nachvollziehen. So gesehen muss man Verständnis aufbringen, dass die Lions auf die Karte Jugend setzen und den Kontrakt mit dem Altmeister aus Finnland nicht mehr verlängern wollen.

Alle Varianten in Betracht ziehen

Sulander muss sich also auf Arbeitssuche begeben, seine 18. Saison bei den Lions ist zugleich seine letzte. Dass er inzwischen neben dem finnischen auch den Schweizer Pass hat, erleichtert ihm die Aufgabe. «Ich muss sagen, dass noch alles offen ist. Ich habe keine Ahnung, wie meine Zukunft aussieht», sagt der Routinier, mittlerweile die Nummer 2 hinter Flüeler, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Seine Stimme überbordet nicht gerade von Fröhlichkeit. «Von den Lions hat noch niemand mit mir darüber geredet. Alles, was meine Zukunft betrifft, habe ich bisher in den Medien gelesen.»

Der ehrgeizige Doppelbürger ist gewillt, beruflich flexibel zu sein. Er kann sich vorstellen, in der Region Zürich zu bleiben: Als routinierter und aktiver Torhüter etwa, der immer noch mehr Pucks stoppen würde als die beiden aktuellen Schlussmänner von Liga-Schlusslicht Rapperswil-Jona. Oder als Trainer in der riesengrossen Organisation der Lions. Realistischer dürfte sein, dass Sulander in die finnische Hauptstadt zurückkehrt, weilt dort seine Freundin lebt. Und Sohn Santtu, der bei den Junglöwen in Küsnacht ZH stürmt, ist mit 18 Jahren alt genug, um auf sich selbst aufzupassen und eine Büchse Ravioli aufzumachen, wenn er hungrig ist.

Eine «Entlassung» mit Stil?

Edgar Salis, Sportchef des Flaggschiffs in der Lions-Organisation, weilt in diesen Tagen in Übersee und war für eine Stellungnahme in Sachen Sulanders Zukunft nicht erreichbar. Simon Schenk, der Sportchef des Farmteams, meinte aber am Spengler-Cup gegenüber 20 Minuten Online: «Nein, er wird keinen neuen Vertrag mehr bekommen. Wir haben in unserer Organisation sehr gute junge Torhüter und es würde keinen Sinn machen, einen Goalie unter Vertrag zu nehmen, der 43-jährig sein wird.» Schenk gehe auch davon aus, dass Sulander nach Finnland zurückkehre und dort einen Job in der Hockeyschule annehme.

Aber «Sulo», wie ihn die Fangemeinde liebevoll nennt, ist nicht irgendein Eishockeyaner. Er gehört schon seit langem zum Inventar des Hallenstadions. Mit und dank dem Mann mit der finnischen Bierruhe hat der ZSC drei Meistertitel erkämpft (2000, 2001 und 2008). Als die Löwen Europa stürmten und den Europacup auf überzeugende Art gewannen, wurde er zum Most Valuable Player (wertvollster Spieler) der Champions Hockey League gewählt. Und Sulander stand im Tor, als die Lions Ende September 2009 über die Chicago Black Hawks triumphierten und den Victoria Cup holten. Der treue Sulander ist nicht nur der beste ZSC-Goalie aller Zeiten, er ist eine lebende Legende, ein Denkmal, ungemein populär beim Hockey-Volk, auch ausserhalb der grössten Schweizer Stadt.

Auch aus Imagegründen muss die technische Abteilung der Lions sorgsam mit der Personalakte Sulander umgehen. Schliesslich sieht es Obmann und Mäzen Walter Frey gerne, wenn in seiner ZLE Betriebs AG Personalpolitisches schweizerisch-korrekt und anständig über die Bühne geht. Volkstümlich kann man die «Entlassung» von Sulander ohnehin nicht bezeichnen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.01.2012, 08:54 Uhr

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3 Kommentare

Erhard Zingg

06.01.2012, 13:07 Uhr
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Jeder Karriere geht mal zu Ende, aber Sulo hat einen würdigen Abschied mehr als verdient. Das die Klubleitung mit ihm allfällige zukünftige Aufgaben in der Z-Organisation bespricht, scheint mir eine Selbstverständlichkeit. Er kann dann immer noch entscheiden, ob er bleiben oder nach Finnland zurückkehren will. Seine Nummer 31 soll zurückgezogen und unters Hallenstadiondach gehängt werden. Antworten


Nino Bosch

06.01.2012, 18:58 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Sulander soll den Trainerschein machen und zusätzlich soll ihn der ZSC in der Torhüterausbildung beschäftigen. Auf jeden Fall hat er einen anständigen Abgang verdient, er ist ja ein anständiger Mensch und nicht ein Stück Fallobst...! Antworten



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Stand: 27.05.2012 13:59
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Stand: 25.05.2012 15:24
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