Alle wollen Schumacher schlagen
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 08.03.2010 3 Kommentare
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Formel 1: GP Spanien
| Name | Team | Zeit | |
|---|---|---|---|
| 1. | Pastor Maldonado | Williams | 1:39:09.145 |
| 2. | Fernando Alonso | Ferrari | +3.100 |
| 3. | Kimi Raikkonen | Lotus | +3.800 |
| 4. | Romain Grosjean | Lotus | +14.700 |
| 5. | Kamui Kobayashi | Sauber | +1:04.600 |
| 6. | Sebastian Vettel | Red Bull | +1:07.500 |
| 7. | Nico Rosberg | Mercedes | +1:17.900 |
| 8. | Lewis Hamilton | McLaren | +1:18.100 |
| 9. | Jenson Button | McLaren | +1:25.200 |
| 10. | Nico Hülkenberg | Force India | + 1 Runde |
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Formel 1: WM-Stand Fahrer
| Name | Team | P | |
|---|---|---|---|
| 1. | Fernando Alonso | Ferrari | 61 |
| 2. | Sebastian Vettel | Red Bull | 61 |
| 3. | Lewis Hamilton | McLaren | 53 |
| 4. | Kimi Raikkonen | Lotus | 49 |
| 5. | Mark Webber | Red Bull | 48 |
| 6. | Jenson Button | McLaren | 45 |
| 7. | Nico Rosberg | Mercedes | 41 |
| 8. | Romain Grosjean | Lotus | 35 |
| 9. | Pastor Maldonado | Williams | 29 |
| 10. | Sergio Perez | Sauber | 22 |
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Am Sonntag startet die Königsklasse des Automobil-Sports in eine Saison, die das Interesse in der Öffentlichkeit an den schnellen Boliden wieder ankurbeln soll. Dass dieses Unterfangen sicher auch gelingen wird, liegt primär an einem Mann: Michael Schumacher. Der mittlerweile 41-jährige deutsche Pilot mit Wohnsitz in der Schweiz sorgt mit seiner Rückkehr schon vor dem ersten Start beim GP in Bahrain für Furore und globale Schlagzeilen – das ist genau das, was das angekratzte Image der Formel 1 in wirtschaftlichen Krisenzeiten brauchen kann. Und dass der siebenfache Weltmeister immer noch sein Metier beherrscht, hat er in den letzten Wochen bei den Tests bewiesen, selbst wenn die Leistungsstärke des neuen Mercedes noch schwer einschätzbar ist.
Schumachers Rückkehr wird von Journalisten, Fans und nicht zuletzt von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone enthusiastisch begrüsst und ist mit grossen Erwartungen verbunden. Im Fahrerfeld steht man dem Comeback misstrauischer gegenüber. Denn die jüngere Konkurrenz hat keine Lust, sich vom Senior auf der Piste blossstellen zu lassen. Oder sie ist neidisch, weil die Schweinwerfer und Blitzlichter meistens auf Schumacher gerichtet sind. Weltmeister und McLaren-Fahrer Jenson Button (30) behauptet: «Er wird Überraschungen erleben.» Dessen Markenkollege Lewis Hamilton (25) gibt zu: «Da führt Michael Schumacher vor dir. Und du willst nur eins: ihn überholen. Das macht Spass.» Sebastian Vettel, Landsmann des «Oldies» und die grosse Hoffnung von Red Bull, gibt eine Prise Ironie dazu: «Ich werde auf keinen Fall rechts ranfahren, wenn er im Rückspiegel auftaucht.»
Die Gegner haben auch Respekt
Auch Nico Rosberg (24) hat nicht die Absicht, gegen seinen berühmteren Teamkollegen einfach klein beizugeben. «Ich will auf jeden Fall auf Augenhöhe mit ihm sein und in diesem Jahr Rennen gewinnen. Dazu muss ich ihn ab und zu schlagen.» Diese Aussagen beweisen, dass die Rückkehr des Meisters nicht nur Beifall und Zustimmung im Fahrerlager auslöst. Der Ehrgeiz, es dem grössten Fahrer der Formel-1-Geschichte zu zeigen, ist bei den jüngeren Fahrern gross.
Doch wer den Routinier kennt, weiss, dass ihn solche Sprüche und Absichten nur noch mehr anstacheln. «Es ist mir klar, dass es für viele ein grosser Reiz ist, mich zu schlagen. Aber auch daraus schöpfe ich meine Motivation», erklärt Schumacher. Dass seine Branchenkollegen auch Respekt haben, unterstreichen Buttons Beobachtungen: «Michael ist so stark, wie er einmal war. Er wird allen Spekulationen zum Trotz sehr schnell sein.»
Die TV-Quoten sollen wieder steigen
Dass jetzt der Rückkehrer allen anderen davon fährt, wird allerdings nicht erwartet. Denn die Saison kündigt sich als spannendste und ausgeglichenste der Formel-1-Geschichte an, dafür sorgen schon die vier konkurrenzfähigen Rennställe McLaren, Red Bull, Ferrari und Mercedes. Auch diese Tatsache sollte die TV-Quoten, die in den letzten Jahren so ziemlich in den Keller gerutscht sind, wieder mächtig anheben. Marcel Cordes vom Kölner Forschungsinstitut «Sport + Markt», meint gegenüber «Welt Online», dass nicht nur diese Ausgangslage für Spektakel sorgen wird. «Schumachers Comeback verspricht der Formel 1 einen unglaublichen Turnaround in der weltweiten Beachtung.» Gerade der erste GP in Bahrain soll zu einem Quoten-Knüller werden, «weil die Rückkehr eines siebenmaligen Weltmeisters wie Schumacher das grösste Sportcomeback aller Zeiten darstellt», sagt Cordes.
Hinter dem Spitzenquartett werden Rennställe wie das von Peter Sauber erwartet. Hingegen könnten die Autos der Neueinsteiger Lotus und Virgin zu riskanten Hindernissen für die schnellere Konkurrenz werden. Ferrari-Pilot Felipe Massa befürchtet: «Ich hoffe, sie werden nicht zur Gefahr.» Diese Wagen würden bis zu vier Sekunden langsamer fahren. Das sei nicht gut für den Sport und nicht gut für die neuen Teams. «Sie leiden. Und wir leiden auch, wenn wir sie beim Qualifying vor uns haben.»
Jetzt muss er nur noch siegen
Das Debüt von Lotus und Virgin wird jedoch die TV-Gemeinde nur am Rande interessieren. Das Comeback von Schumacher in Bahrain nach dreijähriger Absenz steht im Mittelpunkt und wird die Massen faszinieren. Mercedes-Angestellter Schumacher gibt sich vorsichtig und optimistisch zugleich. «Es ist wichtig, gleich von Anfang der Saison an vorn dabei zu sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir das sein werden.»
Und sollte «Schumi I» am Sonntag tatsächlich triumphieren, dann ist in der Formel 1 der Teufel los. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.03.2010, 14:13 Uhr

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