«Die Arbeit in Hinwil wird weitergeführt»
Von Florian A. Lehmann, Simon Eppenberger, Hinwil. Aktualisiert am 16.09.2009 9 Kommentare
Peter Sauber hat gut lachen: Die Zukunft seines Lebenswerks sollte gesichert sein. (Bild: Keystone)
Artikel zum Thema
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
«Ich bin sehr glücklich», sagte Peter Sauber heute Dienstagnachmittag in Hinwil gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Die Arbeit in Hinwil wird weitergeführt - allerdings wird es zu einem Stellenabbau kommen.» Wie viel Arbeitsplätze verloren gehen, dass wollte Sauber nicht sagen. Dies hat indessen mit dem neuen Reglement der Formel 1 zu tun, wonach die Budgets gekürzt werden müssen.
Sauber erklärte weiter: «Ob ich überhaupt in diesem neuen Team eine Rolle spiele und welche diese sein könnte, ist noch völlig offen.» Der Patron aus dem Zürcher Oberland hat alle seine Aktien abgestossen. Er ist beim neuen Rennstall finanziell nicht mehr involviert.
Ein Mitarbeiter im Hinwiler Werk meinte zu den jüngsten Entwicklungen in der Formel 1: «Bis jetzt haben wir ja noch Arbeit.» Er wollte aber zum Geschehen keine Stellung nehmen.
Verkaufspreis von 121 Millionen Franken?
Der Vertrag zwischen BMW AG und Qadbak, welche die Interessen von Familien im Mittleren Osten und in Europa vertritt, wurde heute Dienstag unterzeichnet. Über die Übernahmekosten wurde Stillschweigen vereinbart. Deutsche Quellen sprechen von einem Betrag von rund 80 Millionen Euro (rund 121 Millionen Franken). Überdies hat Ferrari die Zusage gegeben, Motoren und Getriebe zu liefern.
«Damit konnte ein starker Investor für das Team am Standort Hinwil gefunden werden», heisst es in einem Statement von BMW. «Qadbaks Interessen bezüglich des Formel-1-Teams werden von dem Schweizer Lionel Fischer vertreten. BMW wünscht sowohl Qadbak als auch dem Sauber Team viel Erfolg für die Saison 2010 und darüber hinaus.»
BMW hatte Ende Juli seinen Ausstieg aus der Formel 1 auf Ende der laufenden WM bekannt gegeben. Der Automobilhersteller aus München hatte sich auf auf die Saison 2006 hin mit Sauber zusammengetan.
Der Lohn für die Mühe des Patrons
Peter Sauber suchte in den letzten Wochen intensiv nach Lösungen. Seine Bemühungen scheinen nun Früchte getragen zu haben. Man kann davon ausgehen, dass ein grosser Teil der 430 Arbeitsplätze in Hinwil gerettet sein werden. Ob aber das Rennteam im nächsten Jahr in der Formel 1 starten kann, steht noch nicht fest. Die Zeichens sind aber nicht ungünstig. Überdies hat Sauber von Ferrari die Zusage erhalten, dass die Scuderia Motoren und Getriebe liefern wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.09.2009, 06:55 Uhr
WRITE A COMMENT
9 Kommentare
Nun wenn dieses Team wieder ohne BMW arbeiten muss so kann es nur noch mehr bergab gehen. Ein sehr berühmter Rennstallbesitzer hat die Aussage gemacht: Ein Formel 1 Team hat nur Erfolg mit dem besten Renningenieur und den besten Fahrern und das haben BMW Sauber ganz bestimmt nicht. Antworten
Ja mir chönnd !! ( yes we can ) Es zeigt mal wieder, was für eine herausragende Persönlichkeit & Patron, Hr. Peter Sauber ist. Keiner der sogenannten " Manager " kann Ihm nur annähernd das Wasser reichen. Eine Patron - Schule ( Sauber & Hayek ) wäre das einzig Richtige für alle diese sog. Topshots, um zu lernen mit fremden Kapital umzugehen. Danke, danke Peter Sauber & bleiben Sie Gesund ! Antworten
Einerseits freut es mich für die Sauber-MitarbeiterInnen, dass sie den Job behalten können. Andererseits ist der ganze Sauber-F1-Zirkus übertrieben: massive Geld-Verschleuderung, wenig Nachhaltigkeit, beschränkte Innovation, da vieles zugeliefert wird, kein eigentliches Werkteam (kein unmittelbarer Nutzen für PWs), etc. Die unzähligen Millionen könnten bestimmt sinnvoller investiert werden! Antworten
Wahre Grösse zeigt sich in der Krise. Was Peter Sauber da geschafft hat ist bemerkenswert, seine Konsequenz, das Risiko und das Bekenntnis zu einer guten Lösung ein unternehmerisches Vorbild. Es bleibt zu hoffen, dass diese tolle Basis in Erfolge umgesetzt werden kann. Dass so etwas möglich ist, hatt Ross Brawn bewiesen. Für die Formel 1 sind solche Persönlichkeiten dringend nötig. Antworten

Sportbilder
Hannes Gutknecht
Peter Sauber hatte mit dem Verkauf an BMW seinerzeit ca. 200 Mio. Euro gelöst. Jetzt verkaufte BMW für maximal 80 Mio. Euro an eine Stiftung. Womit ich in die Jubelgesänge über Sauber's Leistung einstimmen möchte: Wirklich eine saubere Leistung. Sauber hat sein Geld inzwischen an seinem neuen Wohnsitz in Freienbach deponiert. Antworten