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Es lebt sich formidabel in der Schweiz

Neun Piloten, die am Sonntag zur Formel-1-WM in Melbourne starten, haben die Schweiz als Wahlheimat gewählt – und das nicht nur aus Steuergründen.


In der Wahlheimat zu Hause: Pilot Vettel wird von der Gemeinde Walchwil empfangen.

In der Wahlheimat zu Hause: Pilot Vettel wird von der Gemeinde Walchwil empfangen. (Bild: Keystone)

«Schweizer» Weltmeister: Lewis Hamilton schätzt die Ruhe an den Gestaden des Genfersees.

«Schweizer» Weltmeister: Lewis Hamilton schätzt die Ruhe an den Gestaden des Genfersees. (Bild: Keystone)

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Aktuelle Formel-1-Fahrer in der Schweiz

1 Lewis Hamilton (Gb), Luins VD
2 Heikki Kovalainen (Fi), Coppet VD
3 Fernando Alonso (Sp), Mont-sur-Rolle VD
4 Sébastien Bourdais (Fr), Morges VD
5 Adrian Sutil (De), Oensingen SO
6 Sebastian Vettel (De), Walchwil ZG
7 Kimi Räikkönen (Fi), Wollerau SZ
8 Nick Heidfeld (De), Stäfa ZH
9 Jarno Trulli (It), Pontresina GR

Die Liste der aktuellen Helden der Königsklasse, die in der Schweiz ihr Domizil gefunden haben, ist lang und prominent. Neun Fahrer, die am Sonntag in Down Under die Formel-1-Saison eröffnen, leben offiziell zwischen Bodensee und Lac Léman. Und ehemalige Grössen wie Michael Schumacher (Gland VD) oder Alain Prost (Nyon VD) sind auch nach ihrem Karrierenende hier geblieben. Natürlich habe das primär mit den niedrigen Steuerfuss zu tun, meint der Volksmund im In- und Ausland.

Das Auftanken und die Infrastruktur

Doch das trifft nur teilweise zu. Gewiss sind die finanziellen Umstände für die gut verdienenden Sportler ein Antrieb, sich in der Schweiz niederzulassen. Doch das nach wie vor sichere Land bietet auch andere Vorteile. So betont der in Stäfa ZH an der Goldküste wohnende Deutsche Nick Heidfeld immer wieder, wie «diskret die Leute sind und dass sie einen in Ruhe lassen». Das ist für die gestressten Fahrer und ihre private Entourage ein Segen. Somit könne er die dringend notwendige Energie tanken, sagt Heidfeld.

Der BMW-Sauber-Angestellte hat Stäfa auch aus logistischen Gründen als Domizil gewählt. Er wohnt nicht nur ganz in der Nähe des Hinwiler Sauber-Unternehmens, sondern auch unweit des Flughafens in Kloten. Weil viele Fahrer über einen Privatjet verfügen, spielt die Nähe zu einem Flugplatz eine grosse Rolle.

Von dieser verkehrstechnischen Infrastruktur profitieren auch die Gladiatoren auf vier Rädern, die sich gemütlich am Genfersee eingerichtet haben. Lewis Hamilton, Heikki Kovalainen oder Fernando Alonso erreichen im Nu den Genfer Flughafen Cointrin. Dass an der schweizerischen Côte auch ein exzellenter Weisswein produziert wird, dürfte die Piloten nur am Rande interessieren.

Sport im Land der Berge und Seen

Selbst die Berge schrecken die Formel-1-Fahrer von einem Wohnsitz im Land der Hirten, Bauern und Bänkler nicht ab. Jarno Trulli (Toyota) hat sein Zuhause in Pontresina GR gefunden, der inzwischen zurückgetretene Schotte David Coulthard im waadtländischen Villars-sur-Ollon. Das deutsche Talent Adrian Sutil zieht es erstaunlicherweise vor, in der solothurnischen Nebelbank von Oensingen zu logieren, sofern er nicht irgendwo sonst auf dem Globus seinem Job nachgeht.

Marc Surer, ehemaliger Formel-1-Fahrer und Automobilsport-Experte, weiss noch einen anderen Grund, warum die Schweiz für die Piloten eine ruhige Oase und attraktiv zugleich ist: die Möglichkeiten in Sachen Sport. «Die Fahrer müssen praktisch jeden Tag ihr Sportprogramm durchziehen. Mit den Bergen und grünen Flächen ist die Schweiz ideal dafür», erklärt Surer gegenüber «swissinfo.ch». Das sei der grosse Unterschied zum Steuerparadies Monaco, das ausser Fitness-Studios fast keine Möglichkeiten biete, vielseitig Sport zu treiben.

Dass sich die Cracks in der Schweiz tatsächlich wohlfühlen, beweisen etwa Michael Schumacher oder Sebastian Vettel, die in lokalen Fussball-Klubs mit Freude dem Ball nachjagen. Sport als Integration für Ausländer – Formel-1-Stars machen es vor. (Vettel beabsichtigt übrigens einen Wechsel vom Kanton Zug ins thurgauische Kemmental.) Und der Wollerauer Kimi Räikkönen hat im letzten Winter auf Einladung seines finnischen Freundes und Eishockey-Goalies Ari Sulander ein Training mit den international erfolgreichen ZSC Lions absolviert – nicht im Cockpit auf einer Rennpiste, sondern auf Oerliker Eis mit Stock und Schlittschuhen. Räikkönen macht keinen Hehl daraus, dass er sich am linken Zürichsee-Ufer überaus wohlfühlt.

Offenbar tut die eidgenössische Luft den Fahrern gut: Seit dem Jahr 2000 stammt der Champion immer aus seiner Schweizer Wahlheimat. Michael Schumacher (5-mal), Alonso (2-mal), Räikkönen sowie zuletzt Hamilton brachten den WM-Titel in jene Nation, in der Formel-1-Läufe gesetzlich nicht gestattet sind. Umso amüsanter ist, dass der grosse Manitu der Formel 1, Bernie Ecclestone, vom Nobelort Gstaad BE aus seine Jagdgründe dirigiert.

Und der Schweizer Pilot wohnt im Ausland

Dass sich die Formel-1-Promis hierzulande niederlassen, darf uns Schweizer ein wenig stolz machen, zumal in politisch und wirtschaftlich heiklen Zeiten. Ein Makel haftet dieser Übersicht doch an. Mit Sébastien Buemi fährt zwar endlich wieder ein Mann mit dem roten Pass und weissen Kreuz im Formel-1-Zirkus mit. Aber ausgerechnet der junge Vaudois wohnt nicht mehr in seinem schmucken Heimatort Aigle VD, sondern zieht Manama im arabischen Wüstenstaat Bahrain vor.

Um Gottes Willen, was lief hier falsch? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.03.2009, 14:30 Uhr

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18 Kommentare

ackermann rené

01.05.2009, 09:24 Uhr
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Hallo, was würde mit den formel 1 piloten die in der schweiz wohnen passieren wenn hier wieder ein rennen durchgeführt würde? steuertechnisch usw. würden sie mehr bezahlen müssen und warum? danke für die auskunft Antworten


Roberto Schweizer

28.03.2009, 13:27 Uhr
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@Klaus Kleber: Danke für die Klärung dieses Falles. Ich denke jedoch nicht dass Colognas Leistungen dadurch gefördert werden. Mal sehen wie er nun weiter damit umgeht, nachdem diese Saison ein wahrer Geldsegen über ihn gekommen ist. Wenn Vancouver sein grosses Ziel ist, dürfte der Fokus nur darauf liegen und nicht auf Zeitverschwendung in grün... Antworten


Martin Waeber

27.03.2009, 18:09 Uhr
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@ Franco Singer. Vielen Dank. Sie sprechen mir aus der Seele. Es gibt noch andere Orte wo es sich gut leben lässt, aber die Schweiz ist schwer zu überbieten. Ich bin fühle mich priviligiert und bin glücklich, hier leben zu dürfen. Antworten


Erhard Blunier

27.03.2009, 18:06 Uhr
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Ja, solche Sportler sind in der Schweiz herzlich willkommen, ich freue mich dass soviele davon hier sind. Hoffe, dass Sie auch noch nach dem Ruhestand hier wohnen werden und unser schönes Land in vollen Zügen geniessen. Antworten


Urs Hohler

27.03.2009, 16:58 Uhr
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Ich bin für jeden Millionär oder Milliardar der in die Schweiz kommt froh. Denn in absoluten Zahlen sind deren Pauschalsteuern noch immer sehr hoch und das mehrfache eines "normalen" Steuerzahlers. Und als Gegenwert benötigen sie in der Regel sehr viel weniger Infrastruktur bei uns und sind kaum zu spüren. Wir heben uns nur noch durch das ewige Jammern vom Ausland ab... Antworten


Gerhard Stöber

27.03.2009, 16:49 Uhr
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Nun, wenn ich meinem Heimatland die Steuern hinterziehen kann, würde ich auch in die Schweiz ziehen - hier hat man alles, s Weggli und d Batze. Wie war das noch mit der Steueroase Schweiz für die Reichen? Eben, und das funktioniert super, trotz aller Beteuerungen. Nur der kleine Bürger darf voll blechen. Das geschwafel von der Steuergleichheit kann ich nicht mehr hören. Scheinheiligkeit ist alles. Antworten


Isa Gasser

27.03.2009, 16:30 Uhr
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@Franco Signer, Sie sprechen mir aus der Seele. So viel Undankbarkeit wie ich hier in letzter Zeit höre. Das ist sagenhaft. Unverständlich wie viel Neid und Hass sich breit machen. Immer mit dem nächst Höheren vergleichen. Das ist einfach. Aber es gibt Menschen, denen geht es um Längen schlechter. Diese Jammerer und Nörgeler kann ich nicht mehr hören. Wen wundert's, dass es ihnen nicht besser geht Antworten


Klaus Kleber

27.03.2009, 16:20 Uhr
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@roberto schweizer: So viel ich weiss ist Dario Cologna vom VBS als Zeitmilitär angestellt. Wahrscheinlich kann er sich auch nur durch diese Anstellung in diesem Trainingsintensiven Sport kompetitiv behaupten. Auch wenn Kritik am Milizsystem durchaus angebracht ist, ist in diesem Falle eine Anstellung beim VBS als Berufssportler durchaus hilfreich. Antworten


Paul Jegerlehner

27.03.2009, 16:06 Uhr
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Solche ausländische Grossverdiener wohnen alle samt wegen den Steuervorteilen hier in der Schweiz. Kein einziger ausländischer Spitzensportler zahl hier bei uns Steuern nach seinem Einkommen sondern gemäss Vereinbarung (Pauschalbesteuerung) mit den jeweiligen Kantonen und Gemeinden. Für mich eine Ungerechtheit sondergleichen. Antworten


D. Meier

27.03.2009, 15:49 Uhr
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@Ronnie König: Beachte bei deinem Kommentar, dass Du die Infrastruktur der Schweiz weit mehr beanspruchst als diese Piloten und weit weniger berappst, auch wenn sie wenig Steuern bezahlen. Freut euch doch, dass von diesen Menschen Steuern kommen und der CH weltweit auch etwas Prestige/Marketing bringen mit ihrer Wohnortwahl. Nicht immer nur motzen und nörglen, das zeigt nur den eigenen Neid!!! Antworten


Franco Signer

27.03.2009, 15:37 Uhr
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Warum, warum, warum gibt es soviele Schweizer, die nicht wissen in welch herrlichem Land sie wohnen. Ich nerve mich täglich!! Alles wird hirnlos kritisiert! Ich lebe in Venezuela: Pro Monat 500 Morde, alles koruppt, Trinkwasser verseucht, das Poulet ist so verseucht dass man Nierenschäden bekommt. Und was mach ich hier? CH-Uhren verkaufen damit es Euch noch besser geht...Ihr undankbaren Nörgeler!! Antworten


Roberto Schweizer

27.03.2009, 14:28 Uhr
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Es wäre sicherlich noch interessant zu wissen, wie viel Zeit diese Piloten tatsächlich in der Schweiz verbingen. Und zu den abschätzenden Kommentaren nur so viel: Wie viel Infrastruktur beansprucht ein solcher Mensch? In Zeiten der Finanzkrise können wir ihnen fast noch dankbar sein dass sie, wenn auch wenig, ihre Steuern bei uns bezahlen... Antworten


Ronnie König

27.03.2009, 13:56 Uhr
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Ja weitgehend ungestört sein! Das empfinden auch weniger ehrbare Menschen so. Schreibt mal über diese Gäste. Aber es stimmt: Ruhe, Sicherheit, tiefe Steuern und gute Infrastruktur. Nur ich kleiner Schweizer hab nix davon, dafür helf ich es berappen. Super. Antworten


Kurt Müller

27.03.2009, 13:49 Uhr
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Ein früherer Kommentar weist bereits darauf hin: die Steuerbedingungen sind in der Schweiz für Ausländer absurderweise oftmals günstiger als für die Einheimischen. Andrerseits sollte man auch einmal darauf hinweisen, dass es ja nicht nur die Einkommenssteuer gibt. Vergleichen Sie mal die vergleichsweise horrenden Motorfahrzeugsteuern in der Schweiz mit denen in Deutschland! Antworten


Roberto Schweizer

27.03.2009, 13:46 Uhr
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@ Marc Holliger: Ist das Militär für irgendeine Karriere förderlich? Das war vor 40 Jahren vielleicht so; mittlerweile haben Gott-sei-Dank viele Arbeitgeber eingesehen, dass die Schweizer Armee kadermässig wohl eines der schlechtesten Ausbildner ist. Antworten


Roberto Schweizer

27.03.2009, 13:42 Uhr
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So viel ich weiss wohnt Buemi im Ausland, weil er dadurch keinen Militärdienst absolvieren muss. Durchaus nachvollziehbar, wenn man sieht was momentan mit der in Zukunft "besten Armee der Welt" momentan abgeht. Schade halten wir an diesem Irrsinn fest und verlieren dadurch den aufstrebensten Schweizer Sportler. Würde mich nicht wundern wenn Cologna bald nach Norwegen zieht... Antworten


Markus Niederberger

27.03.2009, 13:14 Uhr
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>Um Gottes Willen, was lief hier falsch? Pauschalbesteurerung nur für Ausländer? Antworten


Marc Hollinger

27.03.2009, 13:11 Uhr
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Buemi lebt nicht in der Schweiz, weil er ansonsten ins Miltär gehen muss, was nicht förderlich ist für seine Karriere im Motorsport. Antworten



Programm & Resultate

NLB Playoff
Chaux-de-Fonds - Ajoie5:3
Langenthal - Basel6:0
Visp - Olten6:3
Lausanne - GCK Lions5:2
Stand: 12.02.2012 20:26

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