Gefeuert wegen eines rassistischen Tweets

Ein preisgekrönter Reporter der «Denver Post» vermischte Sport und Kriegsgeschichte – es kam ihn teuer zu stehen.

Japanischer Sieger in Indianapolis: Takuma Sato.

Japanischer Sieger in Indianapolis: Takuma Sato. Bild: Keystone

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Manchmal empfiehlt es sich, kurz innezuhalten und nachzudenken, ehe man einen Tweet absetzt. Besonders, wenn man 7500 Follower hat wie Terry Frei, der profilierte Sportreporter der «Denver Post». Der Japaner Takuma Sato hatte Indianapolis 500 gewonnen, eines der ältesten und ruhmreichsten Auto-Rundstreckenrennen, als Frei twitterte: «Nichts Persönliches, aber ich empfinde es als sehr unangenehm, dass ein Japaner am Memorial Day Weekend Indianapolis 500 gewinnt.»

Die Referenz zu Pearl Harbor

Am Memorial Day wird in den USA jeweils am letzten Montag im Mai der im Krieg fürs Vaterland Gefallenen gedacht. Frei bezog sich ganz offensichtlich auf den Angriff auf Pearl Harbor 1941 und den folgenden militärischen Konflikt zwischen den USA und Japan. Mit seinem Tweet löste er unzählige entrüstete Kommentare aus, weshalb er ihn nach einer Stunde wieder löschte. Doch das Unheil war da schon angerichtet. Freis Arbeitgeber entschuldigte sich umgehend via Twitter und betonte, seine Äusserungen würden in keiner Weise die Werte der «Denver Post» widerspiegeln.

Auch Frei, der siebenmal zum besten Sportreporter seines Bundesstaates ausgezeichnet worden war, sah sich danach zu einer Entschuldigung veranlasst. Oder besser: zu einer Erklärung. Er habe am Sonntag am Grab seines verstorbenen Vaters Jerry, der im Zweiten Weltkrieg als Kampfpilot 67 Einsätze gegen japanische Ziele geflogen habe, Blumen niedergelegt. Und er trage Fotos von früheren Kollegen seines Vaters, die im Kampf umgekommen seien, in seinem Portemonnaie.

Halbherzige Entschuldigung nützte nichts mehr

Schliesslich gestand er ein, dass sein Tweet ein Fehler gewesen sei, der Zweite Weltkrieg seit 72 Jahren Geschichte sei und der Autorennfahrer Takuma Sato damit nichts zu tun habe. Er schrieb: «Ich stellte an einem emotionalen Wochenende einen dummen Bezug her zu einem Land, das wir im Zweiten Weltkrieg bekämpft haben.»

Doch die halbherzige Bekundung seiner Reue rettete Frei seinen Job nicht. Tags darauf hielt die «Denver Post» fest: «Wir entschuldigen uns für den respektlosen und inakzeptablen Tweet eines unserer Reporter. Terry Frei ist kein Angestellter der Denver Post mehr.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2017, 20:09 Uhr

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