«Gravierende Fehlinterpretation»
Von Sebastian Rieder. Aktualisiert am 29.06.2011 10 Kommentare
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Formel 1: GP Spanien
| Name | Team | Zeit | |
|---|---|---|---|
| 1. | Pastor Maldonado | Williams | 1:39:09.145 |
| 2. | Fernando Alonso | Ferrari | +3.100 |
| 3. | Kimi Raikkonen | Lotus | +3.800 |
| 4. | Romain Grosjean | Lotus | +14.700 |
| 5. | Kamui Kobayashi | Sauber | +1:04.600 |
| 6. | Sebastian Vettel | Red Bull | +1:07.500 |
| 7. | Nico Rosberg | Mercedes | +1:17.900 |
| 8. | Lewis Hamilton | McLaren | +1:18.100 |
| 9. | Jenson Button | McLaren | +1:25.200 |
| 10. | Nico Hülkenberg | Force India | + 1 Runde |
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Formel 1: WM-Stand Fahrer
| Name | Team | P | |
|---|---|---|---|
| 1. | Fernando Alonso | Ferrari | 61 |
| 2. | Sebastian Vettel | Red Bull | 61 |
| 3. | Lewis Hamilton | McLaren | 53 |
| 4. | Kimi Raikkonen | Lotus | 49 |
| 5. | Mark Webber | Red Bull | 48 |
| 6. | Jenson Button | McLaren | 45 |
| 7. | Nico Rosberg | Mercedes | 41 |
| 8. | Romain Grosjean | Lotus | 35 |
| 9. | Pastor Maldonado | Williams | 29 |
| 10. | Sergio Perez | Sauber | 22 |
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Nico Rosberg fühlt sich hintergangen und ausgenützt. Der Formel-1-Pilot wurde vor dem Start der Frauen-Fussball-WM in Deutschland von einem Rudel Journalisten gefragt, ob er sich die Spiele der DFB-Frauen anschaue, und wurde wie folgt zitiert: «Es gibt doch auch Paralympics, die man sich auch ansieht. Das ist doch so, dass dort ein Mensch nicht die ganz grosse Leistung bringen kann, aber unter sich sind sie alle ähnlich und deswegen ist es trotzdem spannend.» Eine Aussage, die in Deutschland hohe Welle geschlagen hat und Rosberg als frauenfeindlichen Macho darstellen sollte.
Rasante Imagekorrektur
Jetzt holt der 26-jährige Deutsche aber zum Gegenschlag aus und beweist mit dem Auszug des Interview-Transkripts, dass der Wortlaut zwar stimmt, aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde. «Es handelt sich um eine gravierende Fehlinterpretation meiner Aussage», sagt Rosberg, der die Abschrift des Journalisten-Gesprächs nun auf seiner Website aufgeschaltet hat und sein chauvinistisches Image im Eiltempo korrigieren will: «Ich stelle hier noch einmal klar: Ich bin ein Fan von der Frauen-Nationalmannschaft und werde mitfiebern.»
Auszug aus dem Transkript:
Journalist A: Nico, kann ich einmal eine Nicht-Formel-1-Frage stellen? Nico: Ja. Journalist A: Die Fussball-WM beginnt am Wochenende, weisst du das? Nico: Natürlich weiss ich das. Die Frauen-Nationalmannschaft wird doch von Mercedes-Benz gesponsert. Das stimmt doch, oder? Ich verfolge das natürlich auch. Ich werde vor dem Fernseher stehen, wenn sie im Finale sind. Journalist A: Würdest du dich auch für Frauen interessieren, wenn sie nicht von Mercedes gesponsert werden? Nico: Jaja. Journalist B: Du siehst aber erst im Finale zu? Nico: Wahrscheinlich erst im Finale, vielleicht gucke ich auch Halbfinale. Ich glaube aber erst das Finale. Journalist A: Fragen wir einmal anders herum: würdest du eine Formel 1 akzeptieren, in der nur Frauen fahren – so quasi als Neben-Formel-1-? Was hätte das für eine Bedeutung für dich? Nico: Nur Frauen… Journalistin: Also eine Frauen-Formel-1? Journalist A: Ja, eine Frauen-Formel-1, so wie es jetzt eine Frauen-Fussball-WM gibt. Nico: Boah, was soll ich jetzt darauf antworten? Journalist A: Das ist ja die kritische Frage, was soll ich mit Frauen-Fussball anfangen? Oder was soll ich überhaupt mit Frauen-Sport anfangen? Journalist C: Frauen überhaupt? Journalist: Nein, nein, nein. Aber verstehst du die Frage: was hat Frauen-Sport überhaupt für eine Berechtigung? Die Gruppe: Boah!!! Journalist D: Jetzt outet sich hier aber jemand. Journalist A: Ich will doch beim Sport die denkbar beste Leistung erleben. Wenn eine Frau von der Grund-Konstitution her weniger Leistung bringen kann, interessiert mich das schon nicht. Nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil die Leistung nicht Spitze ist… Journalist C: Hast du einmal Männer-Kunstschwimmen gesehen? Journalist A: Das geht ja auch vize-versa. Journalist im Hintergrund: Ich glaube, das haben einmal zwei Schwuchteln versucht… Nico: Aber es gibt doch auch Paralympics, die man sich auch ansieht. Das ist doch so, dass dort ein Mensch nicht die ganz grosse Leistung bringen kann, aber unter sich sind sie alle ähnlich und deswegen ist es trotzdem spannend. Journalist A: Sehr guter Einwand. Journalist im Hintergrund: Frauen sind eigentlich grundsätzlich behindert. Journalist A: Gute Einwände kommen nur, wenn Fragen pushy waren. Ja. Jetzt schreiben wir: Rosberg findet Frauen-Fussball wie Paralympics. (Allgemeines Gelächter) Nico: Tja, wenn man es richtig machen würde… tja. Journalist A: Ne, ne. Journalist C: Nico, darf ich was Anderes fragen. Wie schwer war es für dich, die Enttäuschung in Montreal abzuhaken?
Das Transkript geht noch weiter, dreht sich aber nur noch um die Formel 1. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.06.2011, 17:38 Uhr
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