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Hässlich, langsam, wacklig

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 15.02.2012

Eigentlich sollte 2012 das Jahr von Ferraris Wiedergeburt werden. Einen guten Monat vor Saisonbeginn ist die Scuderia laut Teamleader Fernando Alonso aber erst bei 20 Prozent der anvisierten Stärke.

1/7 Gewinnt keinen Schönheitspreis: Der neue Ferrari-Bolide auf der Teststrecke in Jerez.
Bild: Keystone

   

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«Im Moment müssen wir noch daran arbeiten, das Auto zu verstehen. Bisher verstehen wir vielleicht 20 Prozent von dem, was wir verstehen müssen», sagte Ferraris Hoffnungsträger Fernando Alonso während der ersten Tranche der Testfahrten für die kommende Saison in Jerez. Für die grosse Fangemeinde von Ferrari klingen diese Worte nicht gerade verheissungsvoll. Es sieht aus, als müssten die Italiener den Traum vom ersten Weltmeistertitel seit Kimi Räikkönens Triumph 2007 ein weiteres Mal vertagen.

Dass Alonso am vergangenen Freitag die Tagesbestzeit ablieferte, ändert nichts daran, war der zweifache Formel-1-Champion doch wohl nicht nur mit den schnelleren weichen Reifen unterwegs, sondern auch noch mit einem spärlich gefüllten Tank. Experten bewerten die Bestzeit lediglich als Mittel zur Besänftigung des indignierten Ferrari-Chefs Luca Di Montezemolo, der ungeduldig auf positive Nachrichten wartete. Bislang bekam er nämlich nur zu hören, dass der F2012 mit dem markanten Nasenhöcker hässlich, langsam und wacklig sei.

«Fehlersuche nach dem Zufallsprinzip»

Das grösste Problem des roten Rennwagens aus Maranello soll das Kurvenverhalten sein. Und die Methoden zur Behebung dieser Schwierigkeiten wirken zumindest gewöhnungsbedürftig. «Wir spielen mit dem Verhalten des Autos in der Kurve, daher probieren wir unterschiedliche Sachen am Eingang der Kurve, in der Mitte und am Ausgang», gab Technikchef Pat Fry zu Protokoll. Das Fachportal Motorsport-total.com schreibt von einer «Fehlersuche nach dem Zufallsprinzip». Fry redet von einer «grossen Matrix» und davon, dass Ferrari fast in jeder Runde eine neue Konfiguration ausprobiere. «Ich bin absolut nicht glücklich, wo wir im Moment stehen», gibt er zu.

Hamilton glaubt nicht an die Ferrari-Krise

McLaren-Pilot Lewis Hamilton schreibt Ferrari trotzdem noch nicht ab. Der Brite geht davon aus, dass die Scuderia bislang noch nicht ihr wahres Gesicht gezeigt hat. Eine Meinung, die der britische Formel-1-Experte James Allan teilt. Der F2012 werde bis zu den Testfahrten in Barcelona, die am 21. Februar beginnen, ein komplett neues Konzept erhalten, mutmasst er in seinem Blog. In der vergangenen Saison hatte McLaren zunächst einen schlechten Eindruck gemacht, war dann beim Saisonauftakt aber doch der erste Verfolger von Red Bull. Ferrari hofft, dass dies nun auch für sein Auto so herauskommt. Und einen positiven Aspekt sieht Alonso schon jetzt. «Das Highlight ist, dass die Reifen viel besser warm werden, so können wir sofort angreifen. Daran hat es in der vergangenen Saison oft gehapert», zitiert ihn die spanische Sportzeitung «AS». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.02.2012, 10:02 Uhr

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