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«Ich würde wohl wieder einsteigen»

Von Stephan Roth. Aktualisiert am 30.07.2009

Vor zwei Wochen war Peter Sauber gefragt worden, was er bei einem Ausstieg von BMW tun würde.

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Der letzte Wurf aus Hinwil und München: Die Formel-1-Bolide für die laufende Saison. Nach vielen erfolgreichen Modellen ein Fehlschlag; das Auto erwies sich nicht als konkurrenzfähig.
Bild: Keystone

   

«Was machst du, wenn BMW den Stecker rauszieht in der Formel 1?» Diese damals noch hypothetische Frage war Peter Sauber vor zwei Wochen in München gestellt worden, wie der «Landbote» schreibt. Dann sähe er sich mit einer äusserst delikaten und schwierigen Situation konfrontiert, antwortete der langjährige Teamchef nach längerem Überlegen. «Wahrscheinlich würde ich wohl den grössten Blödsinn meines Lebens machen und wieder selber einsteigen. Das wäre ich meinen langjährigen Mitarbeitern und Hinwil einfach schuldig.»

Inzwischen ist die Frage nicht mehr hypothetisch. BMW gab gestern seinen Ausstieg aus der Formel 1 bekannt. Und Peter Sauber wird bereits seinen Kopf nach einer möglichen Lösung für die Hinwiler Belegschaft und das Rennteam zermartern. Schliesslich hatte er 2005 auch deshalb 80 Prozent seines Teams ans bayrische Autowerk verkauft, weil er damit die Zukunft der Arbeitsplätze in Hinwil sicherstellen wollte.

Er werde nun alles in seiner Macht stehende versuchen, um «eine Lösung zu finden, die den Fortbestand des Teams am Standort Hinwil in irgendeiner Form ermöglicht», so Sauber. «Die Ausgangslage ist sehr schwierig.»

Brawn bekam Starthilfe von Honda

Die Frage ist nun, ob Sauber dem Beispiel von Brawn-GP folgen kann. Nach dem Ausstieg von Honda hatte Erfolgskonstrukteur Ross Brawn vor fünf Monaten den Rennstall gekauft und ein eigenes Team auf die Beine gestellt, das derzeit mit Jenson Button und Rubens Barrichello das WM-Klassement anführt. Was entscheidend war: Dem neuen Team wurde von Honda eine Starthilfe von über 150 Millionen Dollar geleistet.

Gänzlich ohne Hilfe ist ein Comeback des Sauber-Teams kaum denkbar. Denn erst ab 2011 wird das neue Concorde Agreement die Budgets der Formel-1-Teams nachhaltig schrumpfen lassen. Dann soll die Budgetobergrenze bei rund 50 Millionen Euro liegen.

200 Millionen Euro für ein langsames Auto

Dass Sauber seine langjährigen Mitarbeiter kampflos ihrem Schicksal überlässt, scheint unwahrscheinlich. Dem 64-jährigen, äusserst vitalen Sauber ist es zuzutrauen, dass er mit seiner Energie, seiner gewinnenden Art und seinen Beziehungen in der Welt des Motorsports noch einmal etwas bewegen kann. Der «Blick» erwartet, dass der Zürcher Oberländer beim langjährigen malayischen Sauber-Sponsor Petronas anklopfen dürfte.

In dieser Saison operierte BMW-Sauber mit einem Budget von 200 Millionen Euro. Ein solch schlechtes Auto wie der aktuelle F1.09 kann man auch für weniger Geld konstruieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.07.2009, 16:26 Uhr

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