Peter Saubers Lebenswerk in Gefahr
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 29.07.2009
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In einer offiziellen Stellungnahme bestätigt BMW seinen Aussieg aus der Königsklasse. Als Hintergrund werden nicht die schwachen Resultate der beiden BMW-Sauber-Boliden in dieser Saiosn abgegeben, sondern strategische Neuausrichtungen wie Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit.
Ungewisse Zukunft
Nach dem Entscheid, der an einer kurzfristig angesetzten Medienkonferenz vom Firmenchef Norbert Reithofer am BMW-Hauptsitz in München bekanntgegeben wurde, steht auch die Zukunft der Hightech-Fabrik in Hinwil auf dem Spiel. Im Zürcher Oberland werden die Chassis hergestellt. Peter Sauber hatte sein Lebenswerk erst vor vier Jahren an BMW verkauft, um die Arbeitsplätze in Hinwil längerfristig zu sichern. Er besitzt immer noch einen 20-Prozent-Anteil am Team und fungiert seit der Übernahme als Berater.
BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Drager sagte: «Da wir diese Entscheidung erst gestern getroffen haben, können wir noch nichts Genaueres mitteilen. Wir werden verschiedene Szenarien erarbeiten und bewerten sowie uns bemühen, für die Mitarbeiter in den Standorten Hinwil und München Lösungen zu finden. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden die Mitarbeiter informieren, sobald wir Klarheit haben.» Und Motorsport-Direktor Mario Theissen fügte an: «Wir hätten dieses ambitionierte Projekt gerne weitergeführt.»
Überraschender Ausstieg
Dass BMW nun aus der Königsklasse des Motorsports aussteigt, kommt trotz entsprechenden Gerüchten, die zuletzt allerdings mehr oder weniger verstummt waren, überraschend. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe hängt mit dem neuen Concorde Agreement zusammen. In diesen Tagen müssen alle beteiligten Parteien die neue Verfassung der Formel 1 unterzeichnen. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Teams, mindestens bis 2012 in der Formel 1 zu bleiben.
BMW begründet den Schritt mit einem Strategiewechsel innerhalb des Motorsport-Engagements, das auch die Tourenwagen-Weltmeisterschaft und drei Formel-BMW-Nachwuchsserien umfasst. Mit dem Zusammengehen von BMW und Sauber hatten die Verantwortlichen einen Vierjahresplan formuliert. Nachdem die Ziele in den ersten drei Jahren stets erreicht wurden und Robert Kubica am 8. Juni 2008 in Montreal den ersten Grand-Prix-Sieg einfuhr, hätte das Team heuer gut genug für den WM-Titel sein sollen. Davon ist BMW-Sauber weit entfernt, mit mickrigen acht Punkten aus zehn Rennen ist die Saison für die Mannen von BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bisher eine einzige Enttäuschung. Die aktuelle Baisse soll aber nicht der Grund für den Entscheid sein.
BMW war von 1982 bis 1987 sowie von 2000 bis 2005 (mit Williams) als Motorenlieferant in der Formel 1 engagiert. 1983 holte Nelson Piquet in einem von BMW-Power angetriebenen Brabham den einzigen WM-Titel, an dem die Bayern beteiligt waren. Über einen werkeigenen Rennstall verfügt BMW erst seit der Übernahme von Sauber. In gut dreieinhalb Saisons hat das Team bisher 63 Rennen bestritten und 280 WM-Punkte geholt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.07.2009, 12:24 Uhr

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