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SF ist selbst schuld am Formel-1-Frust

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 06.01.2011 45 Kommentare

Der Milliarden-Zirkus Formel 1 hat es in der nationalen TV-Sport-Hitliste 2010 nicht einmal unter die Top 100 geschafft. Das liegt weit weniger an der Königsklasse selbst als am Schweizer Fernsehen.

Ohne Schub: Ferrari-Pilot Felipe Massa als Sinnbild für die SF-Berichterstattung über die Formel 1.

Ohne Schub: Ferrari-Pilot Felipe Massa als Sinnbild für die SF-Berichterstattung über die Formel 1.
Bild: Keystone

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Die beliebtesten Sportübertragungen 2010

1. Fussball-WM, Final, Spanien - Holland (1'396'600 Zuschauer, 61,1 Prozent Marktanteil
2. Fussball-WM, Vorrunde, Schweiz - Honduras (1'285'600, 68,6 Prozent)
3. Olympia-Abfahrt der Männer (1'232'100, 56,7 Prozent)
Ferner: 116. Steinstossen am Eidgenössischen (351'400, 53,4 Prozent), 122. Formel 1, GP von Kanada (337'700, 26,4 Prozent), 139. Formel 1, GP von Monaco (320'000, 33,7 Prozent).

Michael Stäuble, Formel-1-Experte des Schweizer Fernsehens.

Die Formel 1 ist die Soap Opera des Sports. Nirgendwo spinnen die Protagonisten so viele Intrigen, nirgendwo sonst verströmen prominente Zuschauer und schöne Frauen so viel Glamour, nirgendwo sonst - von Swiss-Ski einmal abgesehen - liefern selbstherrliche Funktionäre so viel Anlass zu Diskussionen. Das Schweizer Fernsehen aber tut bei seinen Übertragungen so, als würde die Königsklasse des Motorsports nur aus hübsch lackierten Autos bestehen, die während knapp zwei Stunden im Kreis fahren. Gibt es keine Überholmanöver, ist auch die Sendung langweilig wie eine Doppelstunde Mathematik für unbegabte Gymnasiasten.

SF-Kommentator Michael Stäuble versteht sein Handwerk zwar, mit dem Schweizer Sky-Experten Marc Surer kann er es aber nicht aufnehmen. Und auch die Kollegen bei RTL und ORF kommentieren in einer anderen Liga als der biedere Stäuble, der im Winter kompetent von den Skisprung-Schanzen über die Flüge von Simon Ammann berichtet. Böse gesagt, passt kaum ein Sport schlechter zum oberlehrerhaften Duktus des Ostschweizer TV-Manns als die Formel 1. Man fühlt sich als Zuschauer ein wenig, als wollte einem die modisch desorientierte Nachbarin von den neuesten Fashion-Trends aus Paris, London und New York berichten.

Sehnsüchtiger Blick zu Ebel und Lauda

Wer sich eine Formel-1-Übertragung ansieht, wünscht sich auch den Blick hinter die Kulissen und eine Portion Benzingeruch aus der Boxengasse. So wie es RTL mit seinem rasenden Reporter Kai Ebel vormacht. Das Schweizer Fernsehen liefert derartige Häppchen aber nur in homöopathischen Dosen. Ebel, ein positiv Verrückter, hat dagegen keine Angst vor grossen Namen und unangenehmen Begegnungen. Er löchert Sebastian Vettel oder Michael Schumacher auch dann noch mit Fragen, wenn diese sich schon den Helm aufsetzen wollen. Ebel ist schrill und überdreht, manchmal peinlich, aber immer höchst unterhaltsam – wie die Leute, über die er berichtet.

RTL überzeugte stets auch mit treffenden Analysen aus dem Mund des früheren Weltmeisters Niki Lauda und zieht deshalb auch von Stäuble und Co. vertriebene Schweizer Formel-1-Fans an. Lauda kennt die Königsklasse des Motorsports wie kaum ein Zweiter. Er lehnt sich gerne aus dem Fenster und hat dennoch fast immer recht. Wer einen Fehler gemacht hat, bekommt vom Österreicher mit der roten Baseballmütze sein Fett weg, egal, ob es sich um FIA-Präsident Jean Todt, Ferrari-Boxengeneral Luca di Montezemolo, das Denkmal Michael Schumacher oder den neuen Weltmeister und Publikumsliebling Sebastian Vettel handelt.

Eine grossartige Saison, aber magere Quoten

Zu behaupten, die Formel 1 sei langweilig geworden, und rangiere deshalb sogar hinter dem Steinstossen, ist schlicht falsch. Gerade die abgelaufene Saison bot alles, was sich das Herz eines Sportfans wünschen kann: das Comeback von Rekord-Champion Schumacher, einen packenden Dreikampf um die WM-Krone, Gifteleien zwischen den Red-Bull-Kollegen Vettel und Webber, eine hitzige Stallorder-Debatte um Ferrari und mit Kamui Kobayashi einen japanischen Überhol-Künstler im Sauber-Boliden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.01.2011, 13:10 Uhr

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45 Kommentare

Jürg Grätzer

06.01.2011, 14:12 Uhr
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Ich schätze den Kommentar von Michael Stäuble während den Rennen und auch seine Rubrik auf der SF-Homepage sehr. Für mich zweifelsfrei der kompetenteste Moderator von Leutschenbach. Internationales Niveau wäre vor allem bei der Fussballberichterstattung wünschenswert, und auch im Skisport könnte man sich vom ORF inspirieren lassen. Antworten


Jules Mari

06.01.2011, 13:35 Uhr
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Die Berichterstattung des ORF wird leider nur ganz am Rand erwähnt - zu unrecht, denn mit einem Co-Kommentator Alex Wurz bieten die Österreicher auch ohne die RTL-Tamtam (Ebel, Lauda usw.) mit Abstand die beste Rennbegleitung. Antworten



Programm & Resultate

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EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
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Stand: 26.05.2012 17:02
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Stand: 27.05.2012 13:12
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Roland Garros
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Stand: 27.05.2012 13:11
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Roland Garros
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Federer - Kamke
Stand: 25.05.2012 15:24
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