Sauber hat einen Plan, aber zu wenig Geld
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 07.02.2012 4 Kommentare
Links
Artikel zum Thema
- Sauber und Red Bull stellen ihre Autos vor
- Technischer Direktor Key verlässt Sauber-Team
- «Das Macho-Image gehört zur Formel 1»
Formel 1: GP Spanien
| Name | Team | Zeit | |
|---|---|---|---|
| 1. | Pastor Maldonado | Williams | 1:39:09.145 |
| 2. | Fernando Alonso | Ferrari | +3.100 |
| 3. | Kimi Raikkonen | Lotus | +3.800 |
| 4. | Romain Grosjean | Lotus | +14.700 |
| 5. | Kamui Kobayashi | Sauber | +1:04.600 |
| 6. | Sebastian Vettel | Red Bull | +1:07.500 |
| 7. | Nico Rosberg | Mercedes | +1:17.900 |
| 8. | Lewis Hamilton | McLaren | +1:18.100 |
| 9. | Jenson Button | McLaren | +1:25.200 |
| 10. | Nico Hülkenberg | Force India | + 1 Runde |
| Mehr... | |||
Formel 1: WM-Stand Fahrer
| Name | Team | P | |
|---|---|---|---|
| 1. | Fernando Alonso | Ferrari | 61 |
| 2. | Sebastian Vettel | Red Bull | 61 |
| 3. | Lewis Hamilton | McLaren | 53 |
| 4. | Kimi Raikkonen | Lotus | 49 |
| 5. | Mark Webber | Red Bull | 48 |
| 6. | Jenson Button | McLaren | 45 |
| 7. | Nico Rosberg | Mercedes | 41 |
| 8. | Romain Grosjean | Lotus | 35 |
| 9. | Pastor Maldonado | Williams | 29 |
| 10. | Sergio Perez | Sauber | 22 |
| Mehr... | |||
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Der C31 ist vorgestellt, die ersten Testfahrten für den Rennschlitten stehen an. Der fahrbare Untersatz mit der krummen Nase soll dafür sorgen, dass die beiden Sauber-Piloten Kamui Kobayashi und Sergio Perez mehr als die jeweils 44 Punkte in den letzten beiden Jahren einfahren und Rang 5 in der Konstrukteurenwertung herausschaut. Das ist jedenfalls das erklärte Ziel des Patrons. Dass die Bolide dem mutigen Chef vom Styling her nicht unbedingt gefällt, lässt sich aus seinen Worten gegenüber den Journalisten bei der gestrigen Präsentation in Spanien entnehmen. Peter Sauber mit seinem typischen trockenen Humor: «Man hat mir verboten zu sagen, es sei ein hässliches Auto.»
Ob die sportlichen Ziele erreicht werden können, wird sich zeigen. Die beiden Piloten aus Japan und Mexiko haben durchaus das Talent, regelmässig zu punkten. Und dass im Gegensatz zu den anderen im Mittelfeld anzusiedelnden Formel-1-Teams bei Sauber punkto Steuermänner auf Kontinuität gesetzt wird, muss kein Nachteil sein. Die Frage ist, ob das neue Sauber-Auto auch technisch mit der Konkurrenz mithalten kann.
Der Abgang des Technischen Direktors
Sauber steigt dennoch mit verhaltenem Optimismus in die kommende Saison. Dennoch muss sich die Hinwiler Führung noch weit vor dem ersten WM-Start am 18. März in Melbourne unangenehmen Fragen stellen. Warum springt James Key, der Technische Direktor und technische Daddy des C31, bereits wieder ab? In der Branche ging schon länger das Gerücht herum, dass der Brite sowohl mit dem Chef als auch mit Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatte. Zudem sollen dem Abtrünnigen die Strukturen im Hinwiler Unternehmen nicht gepasst haben. Die 40-jährige Österreicherin gab gestern im Rahmen der Präsentation zu, dass die Zusammenarbeit nicht so lief, wie man sich das erhofft hatte. «Beide Seiten hatten das Gefühl, dass es nicht richtig funktioniert», erklärte Kaltenborn, die in der Macho-Szene Formel 1 ihren Mann steht. Sie vergass nicht, Key öffentlich für dessen Verdienste bei Sauber hervorzuheben.
Key selbst verbringt seine letzten Tage im Zürcher Oberland, bevor er den Job beim LMP2-Projekt von Lotus Cars antreten wird. Fest steht, dass der 40-jährige Fachmann für einen gewissen Zeitraum für keinen anderen Rennstall in der Königsklasse arbeiten darf.
Strukturänderungen in Hinwil
Normalerweise wird eine Person, die eine Schlüsselrolle in einem Formel-1-Unternehmen besetzt hat und dieses verlässt, wieder ersetzt. Nicht so bei Sauber. Keys Verantwortung wird auf vier verschiedene Abteilungen übertragen, wie das Fachportal Motorsport-total.com schreibt. «Wir haben eine Struktur installiert, von der wir fest überzeugt sind, dass es die richtige für unser Team ist», erklärte Kaltenborn. Der Strukturwechsel sei überdies eine längerfristige Angelegenheit.
Die Spannungen zwischen Key und der Sauber-Führung müssen aber doch erheblich gewesen sein. Zwar wird die Trennung vom Team als «einvernehmlich» kommuniziert, doch die Einschätzungen von Kaltenborn lassen darauf schliessen, dass man im Zürcher Oberland über den Abgang des Briten nicht unglücklich ist. Die Geschäftsführerin unmissverständlich: «Ich glaube nicht, dass sich der Weggang von James Key spürbar auswirken wird. Wie gesagt: Es hat seit einiger Zeit nicht ganz gepasst.»
Die Sache mit dem Geld
Die Sauber-Führung wird in diesen Tagen noch mit einer anderen, unangenehmen Sache konfrontiert. Dass Key nicht ersetzt wird, lässt den Schluss zu, dass in der Hinwiler Kasse Ebbe und ein rigoroser Sparkurs angesagt ist. Man munkelt von einem Fehlbetrag im zweistelligen Millionenbereich. Kaltenborn meinte dazu in Jerez trotzig: «Wir sind hier, und wir werden in diesem Jahr fahren. Unser Auto ist fertig, wir haben einen Plan.» Sie hätten nie öffentlich über die Finanzen gesprochen. Und diese Informationspolitik würde auch weiterhin eingehalten.
Die Geschäftsführerin ging trotzdem auf den finanziellen Aspekt ein, wenn auch vage. Wenn man sich die vergangenen 20 Jahre des Teams anschaue, dann habe es immer an Geld gemangelt, mal mehr, mal weniger. Und sollte es mal keine Lücke geben, dann werde man dies sehen können. «Dann fahren wir nämlich deutlich weiter vorne.»
Mit anderen Worten: Die Zukunft von Sauber hängt primär davon ab, ob genügend Geldgeber und Sponsoren das Abenteuer Formel 1 mittragen können und wollen. Das Lebenselixier für die tapferen Hinwiler in einem teuren Business bleibt der schnöde Mammon – ob man gerne darüber spricht oder nicht, spielt keine Rolle. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.02.2012, 13:01 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
4 Kommentare
Jedes Jahr das selbe Wunschdenken. Viel Hoffnung und wenn's und aber's. Doch am Ende der Saison "nichts gewesen ausser Spesen". So Symphatisch das Hinwiler Sauber-Team daherrollt, so erfolglos ist dieser Rennstall in den letzten 20 Jahren gewesen. Keine Winnermentalität, kein Geld, kein Ingeneering: Lieber Peter Sauber, lass es Gut sein.... Antworten

Bitte warten
Sportbilder