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«Wir gehen davon aus, dass wir beim Saisonstart dabei sind»

Für Peter Sauber steht die Tür zur Formel 1 weit offen. Auch die meisten Arbeitsplätze des Unternehmens in Hinwil sollten nach dem Kauf einer Stiftung gesichert sein.

1/32 Comeback: Peter Sauber kehr in die Formel 1 zurück
Am 27. November kündigte Peter Sauber seine Rückkehr in die Königsklasse an. Am 3. Dezember kommt von der Fia das grüne Licht für einen Startplatz in der kommenden WM-Saison. Der Patron hat nicht nur sein Lebenswerk, sondern viele Jobs in Hinwil gerettet.
Bild: Keystone

   

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Die Fia hat den 13. Startplatz für die Formel-1-WM 2010 an Lotus vergeben - und damit die englische Equipe dem Nachfolgeteam von BMW-Sauber vorgezogen, das sich mit Peter Sauber an der Spitze ebenfalls beworben hatte.

Trotz dieses Entscheids steht für Peter Sauber und Co. die Tür zur Formel 1 offen. Der Internationale Automobil-Verband Fia hat angekündigt, zugunsten des Rennstalls aus Hinwil die Anzahl der teilnehmenden Equipen auf 14 zu erhöhen. Den entsprechenden Antrag will der Verband so schnell als möglich an die bestehenden Teams stellen. Selbst wenn die Anfrage wider aller Erwartungen keine Zustimmung fände, könnte Sauber von einer Startzulassung ausgehen. Es ist zu vermuten, dass nicht alle zugelassenen 13 Teams im kommenden März beim Saisonauftakt in Bahrain auch tatsächlich mit von der Partie sein werden. Den frei werdenden Platz könnte dannzumal Sauber übernehmen. Offiziell startberechtigt waren zuvor schon die neun (verbliebenen) bisherigen Teams und die – umstrittenen – Neulinge Campos, Manor und USF1.

Die grossen Bemühungen des Patrons

Auch Peter Sauber respektive die Entscheidungsträger der BMW AG, die Ende Juli den Rückzug aus der Formel 1 offizialisiert hatten, haben den Weg für den Fortbestand des Teams in der Rennserie geebnet. Der Zürcher hatte in den letzten Wochen alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die (meisten der) 430 Arbeitsplätze im Werk Hinwil zu sichern. Durch die heute verkündete Einigung mit der Stiftung Quadbak Investments über die Übernahme des Teams ist die Zugehörigkeit zur Formel 1 gewährleistet.

«Wir gehen davon aus, dass wir beim Saisonstart dabei sein werden», sagt Sauber, der dannzumal der Equipe zumindest in einer Übergangsphase wieder als Teamchef vorstehen dürfte. Fixiert ist zudem die neuerliche Partnerschaft mit Ferrari, das abermals als Motoren- und Getriebe-Lieferant auftreten wird. Mit der Scuderia aus Maranello hatte Peter Sauber bereits in den Jahren 1997 bis 2005 zusammengearbeitet. Unter welchem Namen der Rennstall dereinst in der Formel 1 firmieren soll, steht indessen noch nicht fest.

Lotus mit Partnern aus Malaysia

Lotus kann bei seinem Wiedereinstieg in die Formel 1 auf Support aus Malaysia zählen - aus jenem Land, mit dem brisanterweise auch Peter Sauber seit vielen Jahren durch die Partnerschaft mit der dortigen nationalen Öl- und Gasgesellschaft Petronas verbandelt ist. Unterstützt wird Lotus von einem Konsortium, bestehend aus mehreren Unternehmen, und der malaysischen Regierung. Die Verbindung ins südostasiatische Land besteht schon länger; seit 1996 befindet sich der Automobilhersteller Lotus im Besitz des malaysischen Autobauers Proton.

Eine tragende Rolle bei der Realisierung des Deals zwischen den malaysischen Partnern und dem Formel-1-Team Lotus hat Dany Bahar inne. Der Bündner mit türkischen Wurzeln, der 20 Prozent am Autohersteller Lotus hält, wird ab 1. Oktober als CEO die Geschicke des Mutterhauses lenken. Bahar war zuvor beim Getränkehersteller Red Bull und bei Ferrari in Führungspositionen tätig, schied aber bei beiden Firmen im Unfrieden aus. Zuletzt war sein Name im Zusammenhang mit der Finanzkrise der Fussballsektion der Grasshoppers gefallen. Bahar war zusammen mit Denner-Chef und Eishockey-Verbandspräsident Philippe Gaydoul als möglicher Investor bei den Zürchern genannt worden.

Fernandes als Teamchef

Als Teamchef bei Lotus wird Tony Fernandes amten, im Kreis der reichsten Malaysier mit einem geschätzten Vermögen von 220 Millionen Dollar die Nummer 15. Fernandes gründete in Malaysia die Firma Tune Air, zu der unter anderen die Billig-Fluglinie Air Asia zählt. Die Technik-Abteilung wird von Mike Gascoyne geleitet, der in gleicher Stellung für Jordan, Renault, Toyota und zuletzt Force India tätig war und über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Formel 1 verfügt. Motorenlieferant wird Cosworth sein. Das Team wird seine Basis in Norfolk, rund zehn Kilometer von der Lotus-Fabrik entfernt, im Osten Englands haben.

13 WM-Titel

Letztmals war Lotus 1994 in der Formel 1 vertreten. Zwischen 1960 und 1987 feierte das Team 79 Siege und gehört damit zu den erfolgreichsten Teilnehmern. In Lotus-Autos wurden Jim Clark (1963 und 1965), Graham Hill (1968), Jochen Rindt (1970), Emerson Fittipaldi (1972) und Mario Andretti (1978) Weltmeister. Den Titel in der Team-Wertung sicherte sich Lotus siebenmal. (fal/si)

Erstellt: 15.09.2009, 18:56 Uhr

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