Schweizer Radstars vom Terror betroffen

Angst statt Vorfreude: Die Anschläge überschatten die Klassiker-Saison in Belgien. Die Schweizer Stefan Küng und Michael Schär zeigen sich schockiert.

Reisepläne über den Haufen geworfen: Michael Schär (links) unterhält sich mit Fabian Cancellara.

Reisepläne über den Haufen geworfen: Michael Schär (links) unterhält sich mit Fabian Cancellara. Bild: Keystone

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Es ist Frühling in Belgien, und damit beginnt eigentlich die schönste Zeit des Jahres für die radsportverrückte Bevölkerung: die Klassiker-Saison. Mit den Anschlägen in Brüssel erlebt das Land nun allerdings einen schwarzen Tag. Das Eintagesrennen Quer durch Flandern von morgen Mittwoch soll stattfinden, wie die Organisatoren bekanntgaben. Ob dasselbe für E3 Harelbeke (Freitag) sowie den Klassiker Gent–Wevelgem vom Sonntag gilt, ist derzeit offen.

Klar ist: Von den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt sind auch Schweizer Radprofis betroffen. Wie «Blick» berichtet, wäre das BMC-Team von Michael Schär und Stefan Küng heute von Zürich nach Brüssel geflogen. Diese Pläne wurden umgehend durch das Team geändert – stattdessen wird es nun nach Paris fliegen und anschliessend nach Roeselare fahren, wo morgen Mittag Quer durch Flandern beginnen soll. Insgesamt sind fünf Schweizer zum Start gemeldet.

Küngs gelöschter Tweet

Für Küng wäre es der erste Auftritt nach überstandenem Pfeifferschen Drüsenfieber. Doch daran mag der 22-jährige Ostschweizer momentan kaum denken – zu sehr beschäftigt ihn den Terror in Brüssel (und anderswo). «Ich kann nicht verstehen, dass so etwas passiert. Wir sind doch alle gleich und sollten einander nicht bekämpfen», schreibt er auf Twitter.

Wenig später löschte Küng den Eintrag auf dem sozialen Netzwerk wieder: Er war für die Aussage umgehend von Usern angefeindet worden. «Normalerweise äussere ich mich nicht zu politischen Dingen», sagte Küng zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die Reaktionen seien ihm nun wieder eine Lehre für die Zukunft.

Cancellara verzichtet auf Flug

Michael Schär sagte im «Blick»: «Das gibt mir schon schwer zu denken.»

Auf einen Flug nach Belgien verzichtet dagegen kurzerhand Fabian Cancellara: Der Berner, dessen Vorfreude auf die letzte Klassikersaison seiner Karriere gross ist, geht am Mittwoch nicht an den Start und wird darum am Freitag mit dem Auto nach Harelbeke in Westflandern fahren. Auch für Gent–Wevelgem ist er nicht gemeldet.

Fassungslos äusserte sich Cancellara auf Twitter: «Meine Gedanken sind bei all jenen, die davon betroffen sind. Was ist nur aus unserer Welt geworden.»

Trauer herrscht währenddessen beim belgischen Fussball-Nationalteam. Dieses bereitet sich auf ein Testspiel am kommenden Dienstag gegen Portugal vor. Aus Rücksicht auf die Opfer in Brüssel sagte Trainer Marc Wilmots die heutige Trainingseinheit kurzerhand ab: «Fussball ist heute nicht wichtig.»

(wie)

(Erstellt: 22.03.2016, 11:20 Uhr)

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