«Die schnellsten Sixdays der Welt in Zürich»

Die Sixdays dauern nur noch vier Tage. Wieso das keine Mogelpackung ist und ob der Bahnsport in der Krise steckt, verrät OK-Mitglied Urs Freuler im Video-Interview.

«Ich hoffe, der Schnupfen von Franco Marvulli wird noch ein bisschen stärker, sodass er dann Ende November wieder fit ist», witzelt OK-Mitglied Urs Freuler im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. (Video: Sebastian Rieder)

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Aus 6 mach 4 – nach diesem Motto wird das frühere Zürcher Sechstagerennen um zwei Nächte reduziert und vom 30. November bis 3. Dezember im Hallenstadion als «Sixday Nights» durchgeführt. Einerseits garantieren die Fahrer das Spektakel. Anderseits sind sie das letzte Glied in der Kette. «Es ist immer noch besser, dass wir an vier Abenden fahren können, als dass wir keine Startgelegenheit mehr haben. Es gibt in den letzten Jahren Beispiele genug, dass Veranstalter das Handtuch geworfen haben», so Radprofi Alexander Aeschbach.

«Es handelt sich um einen mutigen Schritt. Zürich leistet Pionierarbeit. Natürlich handelt es sich nicht mehr um ein Sechstagerennen der herkömmlichen Art. Aber ich denke, dass Zürich wegen der Reduktion auf vier Nächte keinen Statusverlust erleiden wird», erklärte Franco Marvulli, der trotz Grippe seine Aufwartung machte. Der Zürcher hofft, nächste Woche wieder richtig trainieren zu können: «Mit dem gedrängten Programm werden die Rennen für uns intensiver, Verschnaufpausen sind so nicht mehr möglich.» Marvulli hat im Hallenstadion Iljo Keisse (Be) zum Partner und befindet sich damit in der Auseinandersetzung um den Sieg in der Poleposition.

«Myhtos Sixdays muss am Leben bleiben»

«Wir organisieren das schnellste Sechstagerennen der Welt», feixte Urs Freuler, der zusammen mit Ueli Gerber und Max Hürzerler unverändert und wie seit der Wiederbelebung des Zürcher Sechstagerennens den Anlass organisiert. «Auch wenn der Event nur noch vier Tage dauert, muss der Name und Mythos Sixdays am Leben bleiben.» Américaines, Rundenzeitfahren, Ausscheidungsfahren und Dernyrennen bilden nach wie vor das Gerippe des Hauptevents, in dem auch jene Nachwuchsfahrer zum Zug kommen, die unter Nationalcoach Daniel Gisiger für Furore sorgen und welche die Zukunft des Schweizer Bahnrennsports verkörpern.

An gloriose frühere Zeiten erinnert die Tatsache, dass erneut in einem einzigen Sprint um ein Auto gespurtet wird. Im Programm figurieren wie gewohnt die Steher. Sie sind an zwei Abenden am Werk. Mit dem Amateur-Sechstagerennen wird wie immer in Zürich dem Nachwuchs die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt.

Das Budget der «Sixday Nights» beläuft sich auf 1,55 Millionen Franken. Es ist damit um lediglich 130'000 Franken geringer als letztes Jahr. Einsparungen konnten bei der Hallenmiete sowie bei Fahrern und Personal gemacht werden. Ausgebaut wurden hingegen das Marketing und die Showelemente, die in konzentrierter Form gezeigt werden. Wenn sich an den vier Abenden die von den Veranstaltern erhofften 25'000 Zuschauer einfinden, dürfte es nicht zuletzt auch für die Fahrer stimmungsvoller werden, als wenn sie vor halb leeren Rängen ihre Runden drehen müssen. (si/sr)

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 25.10.2011, 15:03 Uhr)

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