Spilaks zweiter grosser Streich

Der Slowene Simon Spilak hat zum zweiten Mal die Tour de Suisse für sich entschieden. Stefan Küng steigt zum Abschluss nochmals aufs Podest.

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Zum zweiten Mal nach 2015 errang Simon Spilak den Gesamtsieg in der Tour de Suisse. Im abschliessenden Zeitfahren in Schaffhausen gab es wie erwartet keinen Umsturz mehr. Der Slowene gewann letztlich die Rundfahrt vor dem Italiener Damiano Caruso und vor dem Niederländer Steven Kruijswijk. Der Luzerner Mathias Frank beendete die Prüfung als bester Schweizer im 7. Rang.

Die Hoffnungen der Schweizer Zuschauer, die sich den Thurgauer Stefan Küng auf den letzten 28,6 km dieser 81. Tour de Suisse als Tagessieger gewünscht hatten, erfüllten sich nicht. Wie schon im Prolog wurde Küng hinter dem Australier Rohan Dennis Zweiter. 29 Sekunden betrug die Differenz.

Noch ein Podestplatz für Küng

Küng lag nach 9 km lediglich 9 Sekunden hinter Dennis, der vor allem als Spezialist für kürzere Zeitfahren gilt. Doch auf der zweiten Streckenhälfte wuchs Küngs Rückstand im Aufstieg vor dem Ziel auf gut 39 Sekunden an, womit die Entscheidung gefallen war. Bis ins Ziel machte der Ostschweizer immerhin noch etwas gut.

Mit Spilak wurde ein Mann Gesamtsieger, der sich auf auf den Schweizer Strassen so wohl fühlt wie nirgendwo sonst. Neben seinen beiden Gesamtsiegen in der Tour de Suisse gewann er 2010 (nach der wegen Dopings erfolgten Disqualifikation des Spaniers Alejandro Valverde) auch die Tour de Romandie, die er zudem von 2013 bis 2015 dreimal in Folge als Zweiter beendete. Hinzu kommen vier Etappensiege (drei an der Westschweizer Rundfahrt, einer an der Tour de Suisse). Ausserhalb der Schweiz siegt Spilak praktisch nie. 2013 gewann er das Eintagesrennen in Frankfurt, ein Jahr später entschied er am Dauphiné eine Etappe für sich – damit sind seine bedeutenderen Taten in ausländischen Rennen schon aufgezählt.

Ein dringend benötigter Triumph

Nun aber verhalf Spilak seinem Team Katjuscha-Alpecin zu einem dringend benötigten Triumph. Vor der Tour de Suisse hatte einzig der Norweger Alexander Kristoff (in Frankfurt) einen Erfolg von Bedeutung einfahren können. Das war ein bis anhin etwas gar bescheidener Ertrag für das Team, das zwar noch immer unter russischer Führung steht, inzwischen aber einen deutschen Co-Sponsor gewinnen konnte und mit einer Schweizer Lizenz fährt. Mit dem Thurgauer Reto Hollenstein wusste Spilak auf dem Weg zum Erfolg auch einen Schweizer Helfer in der Mannschaft.

81. Tour de Suisse:
9. Etappe, Einzelzeitfahren in Schaffhausen (28,6 km):
1. Rohan Dennis (AUS) 36:30. 2. Küng 0:29 zurück. 3. Caruso 0:47. 4. Ion Izagirre (ESP) 0:51. 5. Spilak, gleiche Zeit. 6. Kruijswijk 0:54. 7. Marc Soler (ESP) 0:58. 8. Domenico Pozzovivo (ITA) 1:00. 9. Tejay van Garderen (USA) 1:02. 10. Patrick Bevin (NZL) 1:04. 11. Fabio Felline (ITA) 1:06. 12. Sylvain Chavanel (FRA) 1:10. 13. Nikias Arndt (GER) 1:13. 14. Valerio Conte (ITA) 1:16. 15. Victor de la Parte (ESP) 1:19.

Ferner: 17. Rui Costa (POR) 1:25. 28. Frank 2:00. 36. Schär 2:25. 48. Van Avermaet 2:53. 59. Elmiger 3:06. 66. Albasini 3:17. 69. Hollenstein 3:25. 106. Sagan 4:40. 107. Rast, gleiche Zeit. - 141 gestartet, 140 klassiert. - Nicht gestartet: Jürgen Roelandts (BEL), Matthew Hayman (AUS), Gianluca Brambilla (ITA).

Schlussklassement:
1. Spilak 28:37:11. 2. Caruso 0:48. 3. Kruijswijk 1:08. 4. Pozzovivo 2:37. 5. Costa 3:09. 6. Izagirre 3:51. 7. Frank 4:00. 8. Soler 4:14. 9. Mikel Nieve (ESP) 4:47. 10. Pello Bilbao (ESP) 5:30. 11. De la Parte 7:03. 12. Valerio Conti (ITA) 7:32. 13. Patrick Konrad (AUT) 9:02. 14. Tao Geoghegan Hart (GBR) 9:53. 15. Merhawi Kudus (ERI) 11:53.

Ferner: 30. Schär 34:39. 48. Van Avermaet 50:53. 52. Küng 54:37. 67. Albasini 1:06:51. 69. Hollenstein 1:09:04. 72. Sagan 1:11:29. 75. Elmiger 1:13:28. 97. Dennis 1:28:59. 105. Rast 1:35:25.

Spezialwertungen. Punkte: 1. Peter Sagan (SVK) 37 Punkte. 2. Damiano Caruso (ITA) 25. 3. Stefan Küng (SUI) 21. 4. Rohan Dennis (AUS) 20. 5. Simon Spilak (SLO) 18. 6. Michael Matthews (AUS) 18. Ferner: 9. Michael Albasini (SUI) 14.

Bergpreis: 1. Lasse Norman Hansen (DEN) 54 Punkte. 2. Nick van der Lijke (NED) 45. 3. Caruso 31. 4. Jan Bakelants (BEL) 28. 5. Spilak. 6. Lawrence Warbasse (USA). - Keine Schweizer klassiert.

Teams: 1. AG2R (FRA/Frank, Pozzovivo) 86:12:42. 2. Movistar (ESP/Soler) 3:36 zurück. 3. Katjuscha (SUI/Spilak, Hollenstein) 18:37. 4. Bahrain-Merida (BHR/Izagirre) 19:47. 5. UAE Emirates (UAE/Costa) 21:38. 6. Sky (GBR/Nieve) 24:17. 7. BMC (USA/Caruso, Dennis, Küng, Elmiger, Schär, van Avermaet) 44:56.

«Fou pédalant» (Fahrer mit den meisten Fluchtkilometern): 1. Hansen 370 km. 2. Van der Lijke 362. 3. Lars-Petter Nordhaug (NOR) 262. 4. Jelle Wallays (BEL) 222. 5. Benjamin King (USA) 146. 6. Jesper Asselman (NED) 146. - Keine Schweizer klassiert.
(fal/sda)

Erstellt: 18.06.2017, 17:55 Uhr

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