Das rauschende Fest der WM-Heldinnen

Wendy Holdener und Michelle Gisin lassen sich bei der Medaillenübergabe feiern. Dabei begann der Tag mit einer Hiobsbotschaft.

Der Anfang einer grossen Party: Wendy Holdener und Michelle Gisin lassen sich im Kulm Park von St. Moritz feiern. Video: SDA.

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Bereits 15 Minuten, bevor die Medaillenübergabe im Kulm Park von St. Moritz hätte beginnen sollen, schickte die Security enttäuschte Besucher am Eingang weg: «Der Platz ist voll, es kommt niemand mehr rein.» Sinnbildlich für die Euphorie um Weltmeisterin Wendy Holdener und Silber-Gewinnerin Michelle Gisin.

Unter tosendem Applaus traten die beiden Innerschweizerinnen vor die Menge und blickten auf ein Meer von Schweizer Fahnen. Kurz bevor der Speaker Holdeners Namen aufrufen konnte, stimmte Gisin eine Welle an – was das begeisterte Publikum gerne annahm. Mitten in der Ekstase schrie Holdener in Anlehnung an Roger Federers 18. Grand-Slam-Triumph: «Das ist der füdliblutte Wahnsinn!»

Frust über Guts Verletzung oder Freude über den Doppelsieg? Das sagen die Fans. Video: Fabian Sanginés

Dabei liessen sich weder die beiden Freundinnen noch die Fans ihre Laune mit der Hiobsbotschaft trüben, die kurz vor dem Slalom eintraf. Lara Gut war beim Einfahren umgeknickt, dabei riss das Kreuzband im linken Knie. Die Saison ist für die Schweizer Teamleaderin somit gelaufen, es wird eine Zwangspause von rund sechs Monaten erwartet.

Der Tenor nach dem Medaillenfest war klar, wie Volontär Köbi stellvertretend für die Schweizer Skifans festhielt: «Ich wünsche Lara eine schnelle Genesung, aber heute überwiegt ganz klar der Doppelsieg.» Und obwohl die Nacht noch jung war, richtete ein anderer Fan den Blick bereits in Richtung Abfahrt vom Samstagmittag: «Wir gewinnen noch weitere Medaillen. Beat Feuz holt in der Abfahrt Gold.»

Doch das kümmerte Holdener und Gisin noch herzlich wenig. Nach der Party im Kulm Park standen noch weitere Festlichkeiten im House of Switzerland und House of Fans an. Neben zahlreichen euphorisierten Anhängern gratulierte auch Bundesrat Guy Parmelin. Nicht dabei war jedoch Roger Federer – zur Trauer von Gisin. Die Silber-Heldin hätte Federer gerne getroffen. Ein Besuch des Baselbieters ist geplant, er wird wohl aber erst im Verlauf des Wochenendes eintreffen. Vielleicht gerade rechtzeitig für eine nächste Gold-Party.

(fas)

Erstellt: 11.02.2017, 00:43 Uhr

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