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«Bei mir müsste Federer viel härter trainieren»

Interview: Alexander Kühn, Paris. Aktualisiert am 07.06.2010 12 Kommentare

Der dreifache French-Open-Champion Gustavo Kuerten (33) sprach mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet über Roger Federer, Rafael Nadal und sein soziales Engagement in Brasilien.

Harte Worte: Gustavo Kuerten glaubt nicht, dass Roger Federer seinen Rivalen Rafael Nadal in Paris ohne spezielles Training bezwingen kann.

Harte Worte: Gustavo Kuerten glaubt nicht, dass Roger Federer seinen Rivalen Rafael Nadal in Paris ohne spezielles Training bezwingen kann.

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Gustavo Kuerten

Der Brasilianer Gustavo Kuerten gewann 1997 als ungesetzte Weltnummer 66 das French Open. 2000 und 2001 wiederholte er diesen Triumph, 2008 trat er trotz schwerer Hüftprobleme noch einmal in Roland Garros an, um sich vom Pariser Publikum zu verabschieden. Kuerten war als Werbeträger daran beteiligt, dass Rio de Janeiro den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2016 bekam. Seine Stiftung, das Instituto Guga Kuerten, engagiert sich seit zehn Jahren für sozial benachteiligte und behinderte Kinder.

Gustavo Kuerten, Rafael Nadal hat am Sonntag zum fünften Mal das French Open gewonnen. Ist er der beste Sandplatzspieler aller Zeiten?
Nein, ich war besser, keine Frage (lacht). Aber im Ernst, ich denke, dass Nadal ganz klar der beste Sandplatzspieler der Gegenwart ist. Wenn ich keine Verletzungen gehabt hätte, wären wir wohl auf einem sehr ähnlichen Niveau. Ich bedaure es sehr, dass ich nie gegen ihn antreten konnte.

Als Roland-Garros-Spezialist wären Sie der ideale French-Open-Coach für Roger Federer. Was würden Sie tun, wenn er Sie engagieren würde?
Ich würde mich freuen, aber Roger würde mich bestimmt sofort wieder entlassen, denn ich wäre ein sehr strenger Coach. Wenn er Nadal in Paris einmal bezwingen will, muss er nicht nur ein paar Anpassungen vornehmen, sondern sein Schlagrepertoire ergänzen und vor allem noch viel härter trainieren. Ich glaube aber nicht, dass er das will. Sein Spiel würde sich zu sehr verändern und andere Ziele wie weitere Erfolge in Wimbledon gefährden.

Björn Borg sieht in seinem Landsmann Robin Söderling die künftige Weltnummer 1. Stimmen Sie ihm zu?
Nein, ich denke, dass Federer und Nadal die Nummer 1 sicher noch zwei, drei Jahre unter einander ausmachen werden. Söderling hat eine Chance, er muss aber noch konstanter werden. Diesbezüglich fehlt ihm gegenüber Federer und Nadal ein rechtes Stück. Wer an der Spitze der Weltrangliste stehen will, braucht jedes Jahr zwei Grand-Slam-Titel.

Sie sind hier in Paris vom Schweizer Uhrenhersteller Longines für die Arbeit Ihrer Stiftung geehrt worden. Hatten Sie ein Vorbild bei deren Aufbau?
Ich bin vor ein paar Jahren zu Andre Agassi und Stefanie Graf nach Las Vegas geflogen, um mir die Arbeit der Andre Agassi Foundation anzusehen. Weil die beiden für mich in meiner Kindheit grosse Idole waren, wollte ich auch abseits des Tennisplatzes in ihre Fussstapfen treten.

Was sind die Ziele der Stiftung?
Wir wollen benachteiligten Kindern Hoffnung und eine bessere Perspektive geben. Vor allem geht es darum, dass sie eine gute Ausbildung bekommen. Tennis ist dabei ein Element, dass ihnen hilft, fürs Leben zu lernen. Weil mein verstorbener Bruder Guilherme mit einer Behinderung zur Welt kam, liegen mir auch Menschen mit einem ähnlichen Schicksal besonders am Herzen. Zurzeit unterstützen wir etwa 500 Kinder, solche aus armen Verhältnissen und solche mit einer Behinderung. Mein Traum ist es, dass es einmal 30'000 sein werden. Zu helfen, ist wie ein Grand-Slam-Pokal, den man immer wieder gewinnt.

Bald beginnt die Fussball-WM. Holt Ihr Heimatland Brasilien in Südafrika zum sechsten Mal den Titel?
Ja. Wenn ich etwas anderes sagen würde, bekäme ich zu Hause grosse Schwierigkeiten. Den Franzosen sollte unsere Mannschaft aber aus dem Weg gehen. Die liegen uns nicht, wie die Niederlagen 2006 und 1998 zeigen.

Und was halten Sie von der Schweizer Equipe?
Oh, da bin ich kein Spezialist. Ich habe aber gehört, dass die Schweizer Abwehr schwierig zu knacken ist. Wer ist denn der beste Schweizer?

Hakan Yakin vielleicht. Auf jeden Fall ist er der Kreativste im Team.
Den kenne ich leider nicht. Aber es kann sein, dass ich sein Bild zusammen mit meinem Neffen ins Panini-Album eingeklebt habe.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.06.2010, 10:17 Uhr

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12 Kommentare

Max Meier

07.06.2010, 10:39 Uhr
Melden

Warum werde ich den Verdacht nicht los, dass Soederling gar nicht gewinnen wollte. Der Verdacht verhärtet sich wenn man ihn bei den Spielen vor dem Finale gesehen hat. Antworten


Klaus Minder

07.06.2010, 10:55 Uhr
Melden

@Max Meier: genau dasselbe hatte ich auch schon letztes Jahr gedacht, weshalb will dieser Kerl den Final einfach nicht gewinnen, wo er doch vorher schon die Nummer 1 aus dem Turnier geworfen hatte??? Ts ts ts, vieleicht war er ja einfach nicht gut genug....!? ps: ich hoffe sie haben den ironischen Teil der Aussage entdecken können ;-) Antworten



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Stand: 26.05.2012 17:02
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Stand: 27.05.2012 13:21
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Stand: 25.05.2012 15:24
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