Bittere Pille — Chiudinelli verliert 5-Satz-Krimi

Nach 4 Stunden und 43 Minuten und fünf gespielten Sätzen muss sich Marco Chiudinelli im Davis-Cup-Achtelfinal von Paolo Lorenzi geschlagen geben.

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Chiudinelli (ATP 146) verlor das erste Einzel der Weltgruppen-Partie auf einem Indoor-Sandplatz in Pesaro gegen Lorenzi (ATP 54) in 4:43 Stunden 6:7 (14:16), 3:6, 6:4, 7:5, 5:7, nach dem er selber drei Matchbälle gehabt hatte. Der 34-jährige Basler hatte im einen 0:2-Satzrückstand aufgeholt und im Entscheidungsdurchgang 5:2 geführt. Bei diesem Spielstand musste er sich medizinisch behandeln lassen und gewann danach kein Game mehr. Bei 5:4 und 0:40 hatte er bei Aufschlag Lorenzis allerdings drei Matchbälle hintereinander, konnte aber keinen nutzen.

Bereits im epischen Tiebreak des ersten Satzes hatte Chiudinelli sechs Satzbälle vergeben, zwei bei eigenem Aufschlag. Es war das Tiebreak mit den meisten Punkten seit Einführung der Davis-Cup-Weltgruppe 1981.

Viel Mut — wenig Lohn

Überhaupt zeigte Chiudinelli, der alles andere als ein "Sandhase" ist, eine couragierte, aber schlecht belohnte Leistung. Nachdem er zum 1:0 im zweiten Satz endlich einmal ein Break geschafft hatte, zog er aber eine Schwächephase ein und verlor vier Games in Serie. Selbst von einem 0:2-Satzrückstand liess er sich jedoch nicht beirren.

Im dritten Durchgang begann der Schweizer, der zuvor die richtige Mischung zwischen Sicherheit und Risiko gesucht und über weite Strecken nicht schlecht gefunden hatte, etwas offensiver zu agieren und vermehrt ans Netz vorzurücken. Er tat dies durchaus mit Erfolg und wurde mit dem Gewinn des Satzes belohnt.

Chiudinelli konnte durchaus zeigen, warum er in den letzten Monaten auf der Challenger-Tour sehr erfolgreich aufgetrumpft hatte - auch wenn dies auf zumeist sehr schnellen Plätzen geschah. Am Ende war der gleichaltrige Römer aber eine Spur effizienter.

Den Startsatz verschlafen

Die erste Chance auf eine andere Wendung hatte Chiudinelli im Startsatz verpasst. Er vergab die einzigen zwei Breakbälle beim Stand von 3:2. Und im Tiebreak verschaffte er sich zweimal einen vermeintlich vorentscheidenden Vorteil, nur um seine beiden Mini-Breaks jeweils gleich wieder mit einem ärgerlichen Vorhand-Fehler herzuschenken. Besonders ärgerlich: Zuvor hatte der Basler auf der Tour zehn Tiebreaks in Folge gewonnen.

(jul/si)

(Erstellt: 04.03.2016, 19:19 Uhr)

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