Schlimmer Sturz und Happy End

Timea Bacsinszky steht in Indian Wells im Achtelfinal. Ein Missgeschick passierte ihr direkt vor den Augen von Hockey-Legende Wayne Gretzky.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Timea Bacsinszky ballte die Faust, als sie es doch noch geschafft hatte. In 2:22 Stunden rang sie auf dem Centre Court von Indian Wells die frühere Wimbledonfinalistin Eugenie Bouchard (WTA 44) 6:2, 5:7, 6:2 nieder und steht im Achtelfinal des fünftgrössten Turniers der Saison. «Ich bin wirklich glücklich, wie ich im dritten Satz spielte», sagte die Weltnummer 21 aus Lausanne. «Im zweiten hatte sie mir alles abgefordert.» Die Partie, die auch von der australischen Tennislegende Rod Laver verfolgt wurde, war geprägt von einem schlimmen Sturz der Lausannerin. Im ersten Game des zweiten Satzes stolperte sie und fiel heftig nach vorne, schürfte sich das rechte Knie, die rechte Hand und den rechten Ellbogen blutig, rang um Luft und blieb kurz liegen. Es folgte eine längere Pause, in der sie sich mit Tränen in den Augen verarzten liess.

«Ich darf ihm meinen Schmerz nicht zeigen»

Die Partie war auch von Wayne Gretzky verfolgt worden, der kanadischen Eishockey-Legende, die seit Tagen in Indian Wells weilt. Bacsinszky, selber ein Eishockey-Fan, war sich dessen bewusst und sagte an der Siegerehrung: «Ich fiel direkt vor ihm hin und dachte: Der weiss, wie es ist, wenn man im Eishockey stürzt. Ich darf ihm meinen Schmerz nicht zeigen.»

Bacsinszkys Freund schmollte - wegen Gretzky

Im Clubhaus erzählte die Lausannerin nachher den Journalisten von ihrem Sturz: Vor allem das Knie und die Hüfte hätten sie geschmerzt, «es brannte überall und brachte mich aus dem Konzept». Aber sie sei stolz darauf, wie gut sie gespielt habe, jeden Tag laufe es etwas besser. Bacsinszky hatte schon vor der Partie ein Selfie mit Gretzky machen können - zum Verdruss ihres Freundes Andreas, der in Indian Wells weilt und ein grosser Eishockey- und Gretzky-Fan ist und zudem in Kanada zur Welt kam. «Zwei Stunden sprach er tatsächlich nicht mehr mit mir», erzählte sie. Der Hausfrieden ist aber wieder hergestellt: Inzwischen durfte sich auch ihr Freund mit dem Kanadier, der in Los Angeles wohnt, ablichten lassen.

Bacsinszky verlor nach dem Sturz den zweiten Satz, obwohl sie noch zweimal einen Breakrückstand ausgleichen konnte (sie lag 1:3 und 3:5 zurück). Im Entscheidungssatz zeigte sie dann aber bei auffrischendem Wind eine starke Leistung, breakte zum 1:0 und 4:1 und konnte wenig später jubelnd die Faust ballen. Sie trifft im Achtelfinal in der Nacht auf den Mittwoch auf eine ungesetzte Spielerin, die 18-jährige Russin Daria Kasatkina, die bereits auf Rang 48 klassiert ist.

Wawrinka verlegt, Murray geschlagen

Stan Wawrinkas Partie gegen den Russen Andrej Kusnezow verzögerte sich durch das lange Programm auf dem Centre Court so sehr, dass er schliesslich in das zweitgrösste Stadion verlegt wurde, mit einer Startzeit um 21.15 Uhr Ortszeit (5.15 Uhr MEZ). Vor Bacsinszky hatte auch Andy Murray (ATP 2) einen Dreisatz-Kampf absolvieren müssen, den er gegen den Argentinier Federico Delbonis überraschend 4:6, 6:4, 6:7 verlor. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 15.03.2016, 03:32 Uhr)

Artikel zum Thema

Wawrinka spielt nach Fehlern wie ein Champion

Stan Wawrinka schlägt in Indian Wells den Russen Andrey Kuznetsov in zwei Sätzen. Er steht damit im Achtelfinal. Mehr...

Belinda Bencic verliert gegen die Weltnummer 97

Endstation in der 3. Runde: Belinda Bencic scheitert beim WTA-Turnier in Indian Wells an Magdalena Rybarikova. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

TA Marktplatz

Werbung

Kommentare

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Die Welt in Bildern

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen: Am 26. und 27. Mai findet in der japanischen Stadt Shima der G7 Gipfel statt. Das Hotel Kanko wird schon im Vorfeld streng überwacht. (25. Mai 2016)
(Bild: Issei Kato) Mehr...