Brennwalds gestörter Draht zu Federer

Die einst innige Beziehung der Swiss Indoors zu seinem Star Roger Federer wurde in den letzten Monaten auf eine harte Probe gestellt. Turnierdirektor Roger Brennwald spricht über die Kommunikationsprobleme.

Niemand zu Hause: Brennwald demonstriert, dass Federer seinen Anruf nicht entgegennimmt.

Niemand zu Hause: Brennwald demonstriert, dass Federer seinen Anruf nicht entgegennimmt. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nachdem die Katze aus dem Sack, nämlich Rafael Nadals Verpflichtung verkündet war, begann für Roger Brennwald der unangenehmere Teil der traditionellen Medienkonferenz zu den Swiss Indoors. Thema: Roger Federer. Der Lokalmatador war in den letzten zehn Jahren stets das Aushängeschild des Basler Turniers gewesen. Alles drehte sich um den Ausnahmekönner. «Roger hat immer allererste Priorität genossen. Wir haben Kampagnen in Millionenhöhe für ihn lanciert und ihm Sponsoren-Promotion erlaubt, was nicht ganz üblich ist. Wir sind froh um die Zeit, die wir mit ihm haben durften.» Brennwalds Worte klingen eigentlich mehr nach Abschied als nach der Fortführung der erfolgreichen Geschäftsbeziehung. Der Turnierdirektor ist enttäuscht und auch etwas beleidigt.

Der Manager als Hindernis

Enttäuscht deshalb, weil Federer bei den Verhandlungen über die Antrittsgage plötzlich nichts mehr von sich hören liess. «Die Sache ist ganz einfach: Wir haben ihm eine Offerte gestellt, die er abgelehnt hat. Wir haben eine zweite Offerte vorgelegt, auf die er nicht eingegangen ist», erzählt Brennwald. Am 15. Februar liess Federer die Frist verstreichen, in der Woche darauf wurde Rafael Nadal unter Vertrag genommen. «Wir zahlen keinen siebenstelligen Betrag als Antrittsgage, und wir müssen mit Fristen arbeiten», sagt Brennwald etwas trotzig.

Beleidigt deshalb, weil Brennwald nicht seinen Spieleragenten die Behandlungen hat führen lassen, sondern sich persönlich darum gekümmert hat. Federer hingegen hielt sich aus den Verhandlungen komplett raus und verwies immer auf seinen Manager Tony Godsick. «Das ist schade, aber das ist nicht mein Entscheid. Wir sprechen eigentlich die gleiche Sprache, aber wenn Godsick dabei ist, macht es keinen Spass», sagt Brennwald. Der 67-Jährige demonstriert sogar mit einem Live-Anruf auf Federers Handy, dass dieser nicht abnimmt. «Ich habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt. Ich kann Djokovic oder Murray kontaktieren, wenn ich will. Mit Nadal habe ich persönlich gesprochen. Aber bei Roger ist das nicht möglich», klagt Brennwald, den zusätzlich in die Nase sticht, dass Federer sein Bekenntnis zu den Swiss Indoors via Zeitungsinterview gegeben hat.

Aussprache dringend nötig

Spätestens Mitte Oktober wird Brennwald die Gelegenheit haben, mit Federer direkt zu sprechen, wenn die 44. Austragung seines Turniers ansteht. Vielleicht kann er seinen Star dann fragen, was ihn dazu bewogen hat, nach «schleppenden, komplexen Verhandlungen» komplett auf eine Antrittsgage zu verzichten – zumal es in jenen Verhandlungen offensichtlich nur ums liebe Geld gegangen ist. Da scheint zwischen den Basler Tennis-Protagonisten noch mehr vorgefallen zu sein. Zu wünschen wäre es aber allen Beteiligten, wenn sie sich schon weit vor dem Herbst aussprechen könnten. Denn es wäre schade, wenn Federer in den letzten Jahren seiner überragenden Karriere nicht mehr in seiner Heimatstadt zu bewundern wäre. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 29.04.2013, 15:00 Uhr)

Artikel zum Thema

«Ich spiele in Basel, auch ohne Abmachung»

Roger Federer beendet die Spekulationen und erklärt, dass er auch 2013 die Swiss Indoors bestreiten wird. Unter neuen Vorzeichen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

ATP Weltrangliste

RNameP
1.ESPRafael Nadal13310
2.SRBNovak Djokovic11040
3.SUIStanislas Wawrinka6580
4.SUIRoger Federer5805
5.ESPDavid Ferrer4910
6.CZETomas Berdych4720
7.ARGJuan Martin Del Potro4215
8.SCOAndy Murray4040
9.CANMilos Raonic2715
10.USAJohn Isner2555
Mehr...
Stand: 21.04.2014 07:37

Publireportage

SCHUTZ FÜR UNTERWEGS

Das günstige kleine Pfefferspray mit grosser Wirkung.

Die Welt in Bildern

Auf Tuchfühlung: Anhänger der rechtskonservativen Bharatiya Janata Partei, winken an einer Wahlveranstaltung im indischen Varanasi dem Spitzenkandidaten Narandi Modi zu. (24. April 2014)
(Bild: Sanjay Kanojia) Mehr...