Couriers Gedanken zu McEnroes Scheidung
Von Sebastian Rieder, Fribourg. Aktualisiert am 07.02.2012
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Drei Tage vor dem Davis-Cup-Achtelfinal zwischen der Schweiz und den USA nimmt die amerikanische Delegation erstmals Stellung zur brisanten Begegnung. Brisant, weil die Schweiz 1992 erstmals in einem Endspiel auf die USA traf und dabei wie ihre Gegner emotional durch die Hölle ging. «Es war sehr aufregend, weil es mein erster Davis Cup Final war. Aber es war auch sehr stressig, weil McEnroe gerade durch eine Scheidung ging. Die Zeitungen waren voller Negativ-Schlagzeilen», erinnert sich Jim Courier, der damals die Nummer eins der Welt war und vor heimischem Publikum einen peinlichen Einstand hatte.
Nach einem dramatischen Fünfsätzer glich Marc Rosset (damals ATP 35) gegen Courier zum 1:1 aus, die amerikanischen Fans im texanischen Fort Worth waren geschockt. Doch es kam noch schlimmer für die USA: Im Doppel ging Rosset an der Seite von Jakob Hlasek überraschend 2:0 in Führung. Der 21-jährige Pete Sampras rettete sich mit dem 12 Jahre älteren John McEnroe in den vierten Satz. Es folgte eine zehnminütige Pause und eine Szene in der Garderobe, die Jim Courier noch heute schwer beeindruckt. «Pete war nicht dafür bekannt Emotionen zu zeigen.» Und so war es John, der wie ein aufgeschreckter Affe um Sampras herumtobte: «John rüttelte ihn auf und motivierte ihn. Es war eine Inspiration für Pete. Zudem konnte John durch seinen Einsatz im Doppel die schlechte Presse vergessen lassen.»
Versöhnliche Töne
Aufgestachelt von McEnroes Emotionen gewannen die USA auch das Doppel und später auch die Einzel. «Es war ein grossartiges Comeback und eines der grössten Erlebnisse meiner Karriere», sinniert Courier an der Medienkonferenz im Forum Fribourg. Auf die Frage, wie er damals die Aggressionen von Andre Agassi wahrnahm, der von der Bank aus in Richtung Rosset spuckte, antwortete Courier: «Ich kann mich noch ganz genau an ein paar heikle Situationen zwischen Andre und den Schweizern erinnern, aber so eine Stimmung wird es diese Woche hier in Fribourg sicher nicht geben.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.02.2012, 14:44 Uhr
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