«Das gibt Lust auf die Zukunft»
Von René Stauffer, Melbourne. Aktualisiert am 22.01.2010
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Marco Chiudinelli, Sie verloren gegen Novak Djokovic nach optimalem Auftakt in vier Sätzen - wie beurteilen Sie die Partie?
Im ersten Satz war ich besser, und auch im zweiten fühlte ich mich stärker als er - und verlor ihn dennoch 1:6. Der zweite Satz änderte die gesamte Partie und gab ihm Moral. Er wurde lockerer und zweimal besser als vorher, während ich um zehn Prozent nachliess. Im vierten Satz war ich dann wieder auf seiner Höhe, aber verpasste erneut gute Breakchancen. Schade, denn da liess er wieder etwas nach.
Sie schafften mit 17 Breakbällen 3 Breaks, er machte aus 18 Chancen 8 Breaks. Wie erklären Sie diesen Unterschied?
Ich machte einige kleine Fehler bei wichtigen Punkten, während er sein Niveau steigern konnte. Gegen Djokovic half mir auch mein Aufschlag nicht, weil der Return eine seiner grössten Stärken ist. Selbst 210 km/h schnelle Aufschläge kamen zurück. Das ist eben so bei Topspielern: Im entscheidenden Moment können sie zulegen.
Gibt Ihnen diese Partie neue Aufschlüsse?
Im Moment bin ich zwar niedergeschlagen. Aber ich habe wieder gesehen, dass ich mit allen mithalten kann. Das Niveau ist da. Das gibt Lust auf die Zukunft. Es war schön, erstmals auf einem Grand-Slam-Hauptplatz zu spielen.
Sie liessen sich mitten in einem Aufschlagspiel von Djokovic am rechten Fuss behandeln, was ihm nicht gefiel. Was war los?
Ich hatte nach dem ersten Match schon Schmerzen im Knöchel. Die kamen plötzlich zurück, und ich hatte Angst, dass sie schlimmer würden. Ich konnte deshalb nicht länger warten, bis ich ihn einbinden liess.
Werden Sie Ihre Saisonziele nach dem guten Start revidieren?
Die Ziele, die ich mir gesetzt habe, möchte ich nicht verraten. Falls ich es in die Top-50 schaffe, werde ich die Top-40 anpeilen, das ist klar. Ab August muss ich viele Punkte verteidigen. Bis dann muss ich ein Polster anlegen.
Was ändert sich dadurch, dass Sie 2010 voll auf der ATP-Tour spielen können?
Das hat fast nur Vorteile. Ich muss weniger Partien gewinnen, um gleich viele Punkte zu holen. Dafür gehen die Turniere gleich voll los. Im schlimmsten Fall treffe ich in Dubai und Rotterdam schon zum Auftakt auf Nadal und Federer. Vielleicht spiele ich deshalb vorher noch das weniger stark besetzte Turnier in Johannesburg. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.01.2010, 09:38 Uhr

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