Ein günstiges New Yorker Los für Federer

Der Favorit trifft am US Open zuerst auf einen 18-jährigen College-Boy und im Halbfinal vielleicht auf Roddick. Nadal und Del Potro wurden Murrays Tableau-Hälfte zugelost.

Vorfreude auf das US Open: Roger Federer und Serena Willliams trafen sich bei der Auslosung.

Vorfreude auf das US Open: Roger Federer und Serena Willliams trafen sich bei der Auslosung.
Bild: Keystone

Roger Federer war dabei, als gestern Donnerstag im «The Times Center», dem Heim der renommierten «New York Times», die Auslosung fürs US Open vorgenommen wurde. Und der fünffache Champion musste sich nicht gross verstellen, als er danach lächelnd für Fotos posierte. Denn das Tableau präsentiert sich für den Favoriten günstig. Erstmals nach 16 Grand-Slam-Turnieren in Serie sind Federer und Rafael Nadal zwar nicht als Nummern 1 und 2 (oder umgekehrt) gesetzt; zu einem Duell der langjährigen Rivalen könnte es aber trotzdem erst im Final kommen. Nadal wurde der unteren Tableau-Hälfte mit Andy Murray (ATP 2) zugelost - in jene von Federer fiel Novak Djokovic (4), den er zuletzt im Final von Cincinnati sicher schlug (6:1, 7:5).

Für den Baselbieter dürfte das Turnier gemächlich beginnen: Er trifft zuerst auf den amerikanischen College-Champion Devin Britton. Der 18-Jährige, der als Nummer 1364 der Welt geführt wird, gilt zwar als Talent. Doch ihm fehlt auf diesem Niveau noch die Erfahrung - der 1,93-Meter-Mann hat erst einen Tourmatch bestritten. In Runde 3 dürfte für Federer gegen Lleyton Hewitt (32), den er vergangene Woche ebenfalls problemlos bezwang, der erste richtige Formtest anstehen.

Gegen Blake, Söderling und Roddick?

Im Achtelfinal ist ein Duell mit Tommy Robredo (15) oder Publikumsliebling James Blake (22) möglich. Danach werden die Affichen spannender. Im Viertelfinal könnte es zur Pariser Finalreprise gegen Robin Söderling (12) kommen, gemäss Setzliste wäre der Gegner der wieder erstarkte Russe Nikolai Dawidenko (8). Gegen die beiden weist Federer eine kumulierte Bilanz von 23:0 auf.

Und sollte er zum 22. Mal in Serie einen Major-Halbfinal erreichen, wäre da nebst Djokovic auch Andy Roddick (5) ein möglicher Gegner. Für den Amerikaner würde sich dann die Chance zur Revanche für die bittere Niederlage im epischen Wimbledon-Final bieten, als sich Federer im fünften Satz 16:14 durchsetzte. Die Hälfte von Murray erscheint mit Nadal (3), Geheimfavorit Juan Martin Del Potro (5) und Jo-Wilfried Tsonga (7), in Montreal Bezwinger von Federer, eher dichter besetzt als die obere. Und sie bietet zwei interessante Erstrundenmatchs: Murray trifft zuerst auf den gefährlichen Letten Ernests Gulbis (95), Nadal auf Richard Gasquet (46), der nach seiner Dopingsperre aber noch nicht in Form ist.

Stanislas Wawrinka erhielt einen scheinbar einfachen Startgegner: Er trifft zunächst auf den Ecuadorianer Nicolas Lapentti (163) und müsste in Runde 3 wohl den gross gewachsenen Kroaten Marin Cilic (17) schlagen, um sich wie in Wimbledon und am US Open 2008 einen Achtelfinal gegen Murray zu verschaffen. In London zwang er den Schotten zuletzt über fünf Sätze und zur ersten nicht offiziellen «Night Session» der Turniergeschichte. Federers Jugendfreund Marco Chiudinelli (160) fehlt derweil noch ein Sieg, um sich erstmals seit dem Australian Open 2007 wieder für das Haupt-Tableau eines Major-Events zu qualifizieren.

Machbare Aufgaben für die Frauen

Bei den Frauen präsentiert sich die Auslosung für die Schweizerinnen nicht ungünstig. Patty Schnyder beginnt nach einer durchzogenen Vorbereitung auf Hartplatz gegen Lucie Safarova (WTA 47). Im Achtelfinal könnte sie dann aber schon auf die top gesetzte Dinara Safina treffen. Timea Bacsinszky (70) würde nach einem Startsieg gegen eine Qualifikantin wohl gegen Daniela Hantuchova (23) spielen, die für sie nicht unschlagbar scheint. Und Stefanie Vögele (77) startet gegen die leicht schwächer klassierte Italienerin Alberta Brianti (85). Mit einem Sieg wäre sie schon weiter als 2008, als sie sich als Qualifikantin ins Turnier gespielt hatte. Allzu weit nach vorne blicken dürften die drei Schweizerinnen - im Gegensatz zu Federer - aber wohl nicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.08.2009, 07:56 Uhr

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