Ein massiver Ausfall und eine ungewisse Zukunft

Roger Federer beendet die Saison vorzeitig und verpasst damit auch die Olympischen Spiele in Rio: Für ihn viel mehr als ein persönlicher Tiefschlag.

Roger Federer verpasst seine 5. Olympia-Teilnahme.

Roger Federer verpasst seine 5. Olympia-Teilnahme. Bild: Keystone

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Die Olympischen Spiele sind Fixpunkte in Roger Federers Karriere. Seit er vor 16 Jahren in Sydney zweimal knapp eine Medaille verpasste, ist er vom olympischen Geist beseelt – umso mehr, als dort seine Liebe zu Mirka Vavrinec erwachte. Federer hatte die Spiele in der Folge auch benutzt, um sich mittelfristig vor Rücktrittsfragen zu schützen: Rasch nach Peking 2008 ernannte er London 2012 zu einem Fernziel, dann Rio 2016.

Dass er nun – als Nummer 3 und Wimbledon-Halbfinalist – erstmals Spiele verpasst und zudem die Saison frühzeitig abbrechen muss, ist für ihn viel mehr als ein persönlicher Tiefschlag. Federer muss das Gefühl haben, sein Land im Stich gelassen zu haben. Mehr denn sonstwo spielt er an Olympia für die Schweiz, nirgendwo sonst drückt bei ihm der Nationalstolz so stark durch. Er wäre nach Möglichkeit sogar bereit gewesen, in Rio in drei Wett­bewerben anzutreten.

Seine Absage ist aber nicht nur für ihn und die Schweizer Delegation ein massiver Verlust, sondern für die Spiele an sich: Die Vorfreude auf ihn war auch in Rio riesig, zumal er mit Martina Hingis auch im Mixed ein schönes Kapitel schreiben wollte.

Dem Doppel-Gold von Peking und dem Silber von London wird Federer damit kaum eine dritte Medaille mehr folgen lassen können, in Tokio wird er 39 Jahre alt sein. Ob er überhaupt noch einmal völlig fit wird, ist angesichts seiner vielen Probleme fraglich. Und doch ist nicht alles negativ. Die schlimmste Nachricht ersparte er der Sportwelt: Von Rücktritt will er weiter nichts wissen, noch einige Jahre will er spielen. Und was zählen einige Monate, sollte dieser Plan tatsächlich aufgehen?

Erstellt: 26.07.2016, 21:07 Uhr

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