Ereilt Federer das gleiche Schicksal wie Armstrong?
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 13.07.2010
Umfrage
Ist Roger Federers grosse Zeit abgelaufen?
Ja
Nein
2024 Stimmen
Dossiers
Artikel zum Thema
- «Bei mir müsste Federer viel härter trainieren»
- Federer braucht ein Jahr Zeit und die Hilfe von Nadal
- «Federer hat genug Talent und Stolz für weitere Grand-Slam-Siege»
- «Meine Tour ist vorbei»
- Die Welt von Armstrong bricht zusammen
Stichworte
Lance Armstrong (38) hat siebenmal die Tour de France gewonnen, Michael Schumacher (41) durfte sich ebenso oft als Formel-1-Weltmeister feiern lassen. Der achte Triumph wird ihnen aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verwehrt bleiben. Schumacher liegt nach seinem Comeback mit 36 kümmerlichen Pünktchen auf Platz 9 der WM-Wertung – über 100 Zähler hinter der Spitze. Armstrong verlor alleine auf der ersten Alpenetappe 11:45 Minuten auf den 25-jährigen Andy Schleck und gestand: «Meine Tour ist vorbei.»
Armstrong, für den die Gesetze der Natur nicht zu gelten schienen, musste vor der Jugend kapitulieren. Vor jener Jugend, die auch schon das Tennisturnier von Wimbledon dominierte. Beim Grand Slam im All England Club, dem langjährigen sportlichen Wohnzimmer des Schweizers Roger Federer, war keiner der Halbfinalisten Rafael Nadal (Jahrgang 1986), Tomas Berdych (1986), Novak Djokovic (1987) und Andy Murray (1987) älter als 24. Federer ist mit Jahrgang 1981 signifikant älter als dieses Quartett. Er scheiterte wie schon am French Open in Paris in den Viertelfinals.
Richtungsweisendes US Open
Dies liess auch seine frühen Niederlagen bei kleineren Turnieren in einem anderen Licht erscheinen. Diese gelten nun nicht mehr nur als halbherzig absolvierte Probeläufe, sondern als Mosaiksteinchen eines Bildes, das nach dem Triumph beim Australian Open im Januar ernüchternde Züge angenommen hat.
Das Ende von Federers Laufbahn auszurufen, wäre sicherlich verfrüht. Dass ihm die jungen Wilden auf der Tour das Leben zunehmend schwerer machen, lässt sich aber nicht von der Hand weisen. Das US Open, das Ende August beginnt, wird zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt oder ob Federer im Gegensatz zu Armstrong und Schumacher noch einmal zu alter Stärke und Dominanz zurückkehren kann.
Neben einer weiteren Woche als Nummer 1, mit der er Pete Sampras' Rekord einstellen könnte, peilt er 2011 seinen siebten Wimbledon-Sieg und weitere Major-Titel an. «20 Grand-Slam-Titel sind möglich», betonte «King Roger» noch im Juni. «Federer hat genug Talent und Stolz für weitere Grand-Slam-Siege», findet auch Amerikas Tennis-Legende John McEnroe. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.07.2010, 11:15 Uhr

