Schweizer in Wimbledon glauben an Federer

Wimbledon inside: Bundesrat Maurer fiebert mit +++ Djokovic mit besseren Quoten +++ Wimbledon wächst in die Tiefe +++

Der All England Lawn Tennis & Croquet Club an der Church Road in Wimbledon im Süden Londons ist einer ständigen Erneuerung unterworfen. Bald erhält auch Court 1 (rechts) ein schliessbares Dach.

Der All England Lawn Tennis & Croquet Club an der Church Road in Wimbledon im Süden Londons ist einer ständigen Erneuerung unterworfen. Bald erhält auch Court 1 (rechts) ein schliessbares Dach. Bild: Reuters

  • Der Präsident ohne Krawatte  

    Gast am Centre Court ist heute auch René Stammbach, der Swiss-Tennis-Präsident, der noch keinen Wimbledonfinal Federers verpasst hat. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl, denn Djokovic hat bisher noch nicht überzeugt», so Stammbach. Im Gegensatz zu Ueli Maurer und vielen britischen Würdenträgern sitzt Stammbach heute in der Presidents Box, nicht in der Royal Box.

    Trotz seiner Erfahrung hatte es Stammbach versäumt, eine Krawatte mit nach Wimbledon zu bringen für den Finaltag. Zwar braucht er diese nicht auf der Tribüne, aber dafür in der Members Enclosure, den Räumlichkeiten des Centre Courts. Aber der Club half ihm aus, schenkte ihm eine.

    Und auch Robbie Federer, der Vater des Schweizers, zeigt sich vor dem Endspiel zuversichtlich. Er hatte schon von Anfang an seinen Rückflug auf den morgigen Montag gebucht. «Ich bin nicht sehr überrascht, dass er im Final steht», sagte er. «Aber es ist schon eine sehr schöne Geschichte.»

  • Ueli Maurer am Wimbledonfinal  

    Roger Federer erhält während des Finals bundesrätlichen Support: Ueli Maurer ist zusammen mit seinem Kommunikationschef Peter Minder, früher selber ein Sport- und Tennisreporter, im Centre Court.

  • Günthardts Optimismus  

    Heinz Günthardt, der den Final für das Schweizer Fernsehen mit Stefan Bürer kommentieren wird, stuft die Siegesshancen Roger Federers als gut ein. «Es läuft alles gut bisher. Auch sein Service ist auf der Höhe, was hier kapital ist.» Novak Djokovic habe ihn dagegen nicht immer überzeugen können. «Im zweiten Satz des Halbfinals hatte er gegen Dimitrov während fünf Games einen Totalausfall.» Ein kleiner Nachteil für Federer könnte gemäss dem Zürcher allerdings sein, dass er bisher noch nicht viele Grundlinienduelle habe bestreiten müssen.

  • «Achtes Weltwunder»  

    Der grosse Tag ist da, der erste Wimbledonfinal zwischen Roger Federer und Novak Djokovic. Schon vor der Partie feierte die Londoner «Times» den Schweizer als «das achte Weltwunder». Federer selber erklärte am Samstag in einem letzten Interview gegenüber BBC einmal mehr, dass die 8 seine Lieblingszahl sei. Mit dem 8. Wimbledonsieg würde er sich zum alleinigen Rekordsieger machen. Er wirkte auch am Samstag sehr locker, gab aber zu: «Vor einem Grand-Slam-Final schlafe ich meistens etwas weniger als sonst – etwa sieben oder acht Stunden statt zehn oder elf.»

  • Protestierende Journalisten  

    So gut die Wimbledon Championships auch organisiert sind, in einem Punkt hinken sie den anderen Grand Slams hinterher: Die Interviews werden hier nicht von professionellen Kommunikationsmanagern koordiniert, sondern von altehrwürdigen Clubmitgliedern, die weder die Journalisten noch die Spieler kennen. Das führt dazu, dass die Interviews oft chaotisch verlaufen. Einer der noblen Männer fühlte sich beispielsweise beflissen, eine Aussage von Andy Murray zu kommentieren: «Das ist ein guter Punkt, Andy».

    Die Vereinigung der Tennisjournalisten (International Tennis Writers Association) hat nun ihren Protest gegen diese Hobby-Moderatoren deponiert und beim Club einen Wechsel angeregt.

  • Federer vom Regen vertrieben  

    Roger Federer trainierte am Samstag kurz nach 12 Uhr mit Fabrice Santoro auf Court 4, um den sich sogleich ein dichtes Spalier von Zuschauern bildete. Aber schon 20 Minuten später setzte kurz Nieselregen ein. Obwohl das Netz dann etwas später noch einmal hochgezogen wurde, musste Federer den Court wenig später endgültig verlassen.

    Für den Sonntag ist in London aber schönes Wetter bei Temperaturen um 20 Grad angesagt, die Regenwahrscheinlichkeit ist klein.

  • Alle Augen auf Federer  

    Federer bei seinem Training am Samstag, beobachtet von Zuschauern und seinen Coaches Stefan Edberg und Seve Lüthi.

  • Djokovic wird höher gehandelt  

    Am Tag vor dem Wimbledonfinal wird Novak Djokovic bei den britischen Buchmachern weiterhin stärker eingestuft als Roger Federer.

    Djokovic wird Quoten um 4/7 gehandelt - für 7 Pfund Einsatz gibt es 11 Pfund zurück, falls er gewinnt. Der Gewinn betrüge also etwa 57 Prozent.

    Federers Quoten liegen bei etwa 13/10 – womit bei seinem Sieg das 2,3-Fache des Einsatzes zurück käme.

  • Wimbledon wächst in die Tiefe  

    Der Platz in Wimbledon ist beschränkt, doch die Ehrwürdigen Gentlemen vom AELTC, wie der Club an der Church Road heisst, sind innovativ: Sie bauen einfach in die Tiefe. Schon jetzt durchzieht ein Labyrinth von Gängen und Tunnels, die per Lastwagen befahren werden können, den Untergrund des Clubs, und ständig wird weiter gebaut.

    Das ist auch der Grund, warum 2014 die Courts 14 und 15 gleich neben dem Centre Court und dem Medienzentrum nicht in Betrieb sind: Sie wurden seit letztem Jahr mit Baggern aufgerissen, um darunter neue Räume für das Turnierpersonal und die Medien zu erstellen. Weil es rund 15 Monate dauert, bis ein Rasenplatz spielbereit ist und die Spielflächen erst im April angelegt werden konnten, werden die beiden Plätze erst nächstes Jahr wieder bespielt.

    Zum neusten Masterplan gehört auch das Projekt, Court 1 ebenfalls mit einem schliessbaren Dach zu ergänzen und gleichzeitig um 900 Plätze zu vergrössern. Falls die Bewilligungen erteilt werden, soll es 2019 umgesetzt sein.

  • Djokovic Favorit vor Federer  

    Ein Blick auf die Wettquoten in Grossbritannien vor den Halbfinals zeigt, dass Novak Djokovic klar favorisiert wird vor Roger Federer, Grigor Dimitrov und Milos Raonic. Hier die besten Quoten:

    Djokovic 4/5 (wer 5 Pfund setzt, erhält 9 zurück, falls er gewinnt), also das 1,8-fache des Einsatzes

    Federer 11/4 (mit 4 Pfund kämen 15 zurück), also das 3,75-fache

    Dimitrov 29/4 (mit 4 Pfund kämen 33 zurück), also das 8,25-fache

    Raonic 17/2 (mit 2 Pfund kämen 19 zurück), also das 9,5-fache des Einsatzes

  • Genug Unterwäsche gesehen  

    Für den Schweizer Supervisor Andreas Egli ist Wimbledon ein anstrengendes Turnier. Das hat auch damit zu tun, dass die Männer vom All England Club dieses Jahr die Regel stärker durchsetzen lassen, dass die Kleider «vorwiegend weiss» sein müssen. Besondere Beachtung ­findet dabei die bei den Frauen etwas verbreitete Mode, farbige Unterwäsche zu tragen. «Die ersten vier Tage rannten wir von Court zu Court, um dies zu kontrollieren», erzählte der Innerschweizer. Er hoffe, dass er nun vermeiden könne, immer die Farbe der Unterwäsche zu erahnen, wenn er einer Frau gegenüberstehe, scherzte er.

    Etliche Spielerinnen mussten sich umziehen. Streng geht Wimbledon auch mit Spielern um, die die Rasencourts ­beschädigen. ­Fabio Fognini (It) erhielt dafür die Rekordbusse von 20 000 Dollar. «Am US Open wäre er mit etwa 3000 Dollar weggekommen», weiss Egli. Auch der Österreicher Jürgen Melzer musste sich für dieses Vergehen 10 000 Dollar vom Preisgeld abzwacken lassen.

  • Hingis/Bencic bleibt ein Traum  

    Martina Hingis durfte am Donnerstag wieder einmal auf Wimbledons Centre Court antreten, wo sie 1997 einen ihrer fünf Grand-Slam-Einzeltitel gewann. Mit Bruno Soares (Br) verlor sie ihren ­Mixed-Viertelfinal gegen Daniel Nestor/Kristina Mladenovic (Ka/Fr) 3:6, 6:7. Hingis wirkt durchtrainiert, auch wenn sie klagte, ihr Körper schmerze nach dem Dreisatzkampf gegen Belinda Bencic/Martin Klizan vom Mittwoch. Zwischen ihr und Bencic, die von ihrer Mutter Melanie Molitor beraten wird, liegen Welten. Die frühere Nummer 1 wird im Herbst 34, ist damit doppelt so alt. Dennoch gewannen Hingis/Soares nur 6:3, 5:7, 9:7. «Es hat mich überrascht, wie gut Belinda spielte», lobte Hingis.

    Tatsächlich ist Bencic in der Doppel-­Weltrangliste aber erst auf Rang 386 zu finden, während Hingis schon wieder auf Rang 43 steht und damit klar beste Schweizerin ist (weshalb sie sogar für das Fed-Cup-Team wieder interessant geworden ist). Die Idee eines Doppels Hingis/Bencic liegt damit nahe, doch dazu wird es vorerst nicht kommen. Denn die Ältere möchte die limitierte Zeit, die ihr bleibt, nicht als eine Art Entwicklungs­helferin verschwenden.

    Sie will sich weiter auf das Doppel konzentrieren. In Wimbledon schied sie mit Vera Swonarewa aus. Die gute Nachricht ist, dass sie mit ­Flavia Pennetta (WTA 12) eine starke neue ­Partnerin gefunden hat. Die Premiere der beiden glückte vor Wimbledon mit einem Finalvorstoss in Eastbourne. «Wir werden nun auch in Montreal, Cin­cinnati und am US Open zusammen ­antreten», verriet Hingis.

  • Hofknicks - oder nicht?  

    Im Gegensatz zu Andy Murray und Grigor Dimitrov liessen es Roger Federer und Stan Wawrinka bleiben, sich vor der Royal Box mit den britischen Vertretern des Köngishauses zu verneigen, als sie den Centre Court verliessen. Das sei nicht mehr nötig, erklärte Federer.


  • Ein Schieber, dann zur Arbeit  

    Zu Federers Vorbereitung unmittelbar vor Partien gehört ein typisch schweizerisches Spiel: Jassen. Auch in Wimbledon macht er gerne mal einen Schieber. Inzwischen hat auch sein Phyisotherapeut, Stéphane Vivier, die Kunst des helvetischen Traditionsspiels erlernt. Im All England Club wird die Runde ergänzt durch Seve Lüthi und Robbie Federer, Rogers Vater. Der sass in der Royal Box vergangene Woche zusammen mit seiner Frau Lynette auch schon unter viel Prominenz (wie Pippa Middleton, die sie inzwischen gut kennen) in und besuchte in London auch die Oper.

  • Hektische Tage mit den Zwillingen  

    Etwas schwieriger ist die Organisation für Roger Federer geworden, seit sich die Zahl seiner Kinder schlagartig verdoppelt hat. Er benötigt schon länger in Wimbledon zwei Häuser, um seine Familie, die Eltern und die verschiedenen Angestellten wie Kindermädchen, Coaches, Physiotherapeut etc. unterzubringen. Dort wird, der Einfachkeit halber, auch selber gekocht.

    Nach dem Sieg über Stan Wawrinka fragte ihn eine Journalistin mit dem Hinweis, selber Mutter von Zwillingen zu sein, wie er es schaffe, sich mit zwei Pärchen noch aufs Turnier konzentrieren zu können und wie es ihn motiviere, ein Vater zu sein.

    Federers Antwort fiel erstaunlicherweise nicht abweisend und knapp aus – immerhin befinden wir uns hier ja im Land der vielen kleinen Zeitungen mit den grossen Schlagzeilen:

    «Danke für das Mitgefühl. Ich denke, dass viele Leute gar nicht wissen, wie schwierig das ist, zum Glück wissen Sie das. Es ist schon viel Arbeit. Ich habe ein hektisches Leben, deshalb muss es gut organisiert sein, müssen alle auf der gleichen Wellenlänge sein; wie wir die Kinder erziehen und die Tage verbringen wollen, wie wir uns arrangieren. Aber wir haben einen guten Rhythmus gefunden. Sie schlafen nachts nun viel besser durch, Myla und Charlene, das erleichtert uns die Nächte, wogegen die Tage schon sehr hektisch sind. Aber der schwierigste Teil sind die Reisen und all das. Den Ablauf während der Turniere haben wir im Griff, daran haben wir uns gewöhnt.»

  • Prominente Nachbarin  

    Zu den vielen Eigenheiten Wimbledons gehört, dass viele Spieler in der Umgebung der Anlage ein Haus oder eine Wohnung mieten, um die weiten und oft verstopften Wege in die Innenstadt (und auch die teuren Hotelpreise) Londons zu umgehen. Diesem Brauch schliessen sich – es hat bereits Tradition – auch andere an, zum Beispiel Journalisten aus der Schweiz. Ihr Haus am Southlands Drive hat auch dieses Jahr einige prominente Nachbarn: Logierte im Jahr, als er Federer schlug, Jo-Wilfried Tsonga gleich nebenan, so sind es nun Ana Ivanovic und die erfolgreiche Kanadierin Eugenie Bouchard.

  • Einspielen mit den Coaches  

    Vor ihrem Duell spielten sich Roger Federer und Stan Wawrinka beide mit ihren schwedischen Coaches ein, der Baselbieter mit Stefan Edberg auf Court 3 (im Bild), der Waadtländer mit Magnus Norman nebenan auf Court 2 im Aorangi Park. Federer wirkte lockerer, er liess sich mit Fans fotografieren und verteilte minutenlang Autogramme. (Bild unten)

  • Begehrter Federer  

    Nach dem Einspielen und vor dem Viertelfinal nahm sich Federer einnmal mehr Zeit für seine Anhänger.

  • Zweites Schweizer Duell  

    In Wimbledon stehen sich heute erst zum zweiten Mal zwei Schweizer gegenüber – nach 1986, als Jakob Hlasek gegen Claudio Mezzadri gewann. In der Geschichte der Grand-Slam-Turniere ist es das achte Schweizer Duell.

  • Laver, Rosewall, Santana  

    Wimbledon ist bereit: Für den Viertelfinaltag werden an diesem Mittwoch ideale Bedingungen mit Sonne und Temperaturen um 26 Grad erwartet. Die Gästeliste der Royal Box im Centre Court, wo auch das Schweizer Duell stattfindet, umfasst unter anderem die Namen der Tennislegenden Rod Laver, Manolo Santana, Fred Stolle und Ken Rosewall.

  • Ein Schweizer namens Fisher  

    Kleiner Blick in die Tennisgeschichte: Stan Wawrinka ist bereits der fünfte Schweizer Viertelfinalist in Wimbledon. Als erster Vertreter von Switzerland tauchte 1925 ein gewisser Hector Fisher in dieser Runde auf, 1938 folgte ihm Max Ellmer; beide verloren. Danach dauerte es bis 1985, als Heinz Günthardt als erster Schweizer der Profiära so weit kam. Er scheiterte damals am Schweden Anders Jarryd, der danach im Halbfinal dem 17-jährigen Boris Becker unterlag. Roger Federer steht zum 12. Mal in dieser Runde (nach 2001 sowie 2003 bis 2012). Drei dieser Partien verlor er, 2001 gegen Tim Henman, 2010 gegen Tomas Berdych und 2011 gegen Jo-Wilfried Tsonga.

    Wawrinka ist übrigens der 45. Mann der Profiära, der nun an allen vier Grand Slams mindestens einmal die Viertelfinals erreicht hat, der zweite nach Federer.

  • «Ich bin Stan»  

    Im Interviewraum in Wimbledon. Stan Wawrinka, der im Tenniscircuit vor kurzem seinen Vornamen Stanislas halboffiziell um die fünf letzten Buchstaben verkürzen liess, ist mit einem T-Shirt mit der Aufschrift «Stan the Man» erschienen nach seinem Sieg über Feliciano Lopez.

    Journalist: Eine Frage zu ihrem Shirt. Haben Sie schon von Stan the Man Musial gehört? Und was bedeutet Ihnen dieses T-Shirt? Sind Sie the man? Sind Sie bereit, Roger zu schlagen?

    Wawrinka: Ja, sicher habe ich von Ihrem Spieler gehört (die Rede ist von Stanley Frank «Stan»Musial, einem amerikanischen Baseballspieler der St. Louis Cardinals, der 2013 im Alter von 92 Jahren starb). Zu meinem T-Shirt: Da wollte Yonex etwas Neues machen. Ich hatte viele Übernamen im vergangenen Jahr, vor allem Stan the Man, aber auch andere. Also wollten sie einige Sachen ändern. Für mich ist das okay. Es macht Spass und ist anders. Die Fans mögen es. Das ist das Wichtigste.

    Journalist: Aber fühlen Sie, dass Sie the man sind?

    Wawrinka: Nicht the man. Ich bin Stan. Ich versuche meinen Job zu machen, und das ist alles. Das ist das Wichtigste, wenn der Tag vorbei ist.

  • Als Mirka von Boris genug hatte  

    Was am spielfreien Sonntag wirklich geschah: Empfehlenswerte und amüsante Kolumne unserer Kollegen von «Let's talk Tennis» mit den Hauptdarstellern Federer, Nadal, Djokovic ... und einer Nebenrolle für Stepanek.


  • Wawrinka oder Federer?  

    Diese Frage interessiert nicht nur in der Schweiz, wie dieser Tweet zeigt.


  • Federers (nicht mehr) geheimer Traum  

    Wie der geneigte Leser inzwischen weiss, ist Roger Federers Faszination für Wimbledon auch nach sieben Titeln und beim 16. Start im Hauptturnier ungebrochen. Und noch immer trägt er einen Traum in sich, den er aufgrund seines Status‘ aber wohl kaum wird verwirklichen können: Er würde die Championships gerne einmal als Fan besuchen – und dabei am liebsten auch gleich noch in der legendären Schlange übernachten, in der die Zuschauer ausharren, die am Morgen die letzten verfügbaren Tickets für die grossen Courts erhalten. «Ich bin immer noch fasziniert, wie die Leute anstehen und sogar zelten», verriet Federer Schweizer Journalisten. «Man müsste das auch einmal selber machen können und spüren, wie das ist, wenn man am Morgen durchs Gate in die Anlage läuft.»

    Die lebende Wimbledon-Legende erlebte das Zeremoniell dieses Jahr wieder einmal selber mit, wie es ist, wenn die Anlage um 10.30 Uhr für die Zuschauer freigegeben wird und alle hereinstürmen. Federer war für einmal früh unterwegs zum Training mit Stefan Edberg, als das Spektakel begann. «Zuerst war alles ruhig, und dann plötzlich ein organisiertes Chaos», sagte er, «als ob sie in einen Vergnügungspark rennen würden». Er empfindet die ganze Inszenierung dieser Meisterschaften als Ehrerbietung gegenüber den Tennisspielern, diese Euphorie, gepaart mit Geschichte und Tradition, mit vielen Einzigartigkeiten wie der Royal Box, die per Dekret bei wichtigen Partien praktisch immer voll ist und wo nicht gegessen und getrunken wird.

    Falls Sie also einmal in Wimbledon in der Schlange übernachten sollten und einen Typen sehen, der Sie sehr an Roger Federer erinnert, schauen Sie nochmals hin. Es könnte gut sein, dass er es tatsächlich ist, vielleicht auch sehr gut verkleidet.


  • Schreck für Wawrinka  

    Was aussieht wie ein Mittagsschläfchen, könnte für Wawrinka noch schmerzhafte Folgen haben: Gegen Istomin stürzte er auf Court 2 und blieb einen Moment liegen.


  • Teurer Tee  

    Zum Verdruss vieler Zuschauer dürfen dieses Jahr keine Thermosflaschen mehr in den All England Club gebracht werden. Denn damit sind sie gezwungen, ihren geliebten Tee an den Verkaufsständen teuer für 2.10 Pfund (3.20 Franken) zu erstehen. Jede Tasche, die auf die Anlage gebracht wird, wird vom Sicherheitspersonal genau untersucht auf eine Liste verbotener Dinge, die als Waffe benutzt werden könnten (siehe Bild). Dazu gehören auch Campingstühle und lange Kameralinsen.

  • Detailpflege, Teil 1: Hochdruck  

    Wimbledon ist das einzigartigste Tennisturnier, ein bis ins kleinste Details orchestriertes kleines Universum. Zu den vielen Eigenarten gehört, dass am «Middle Sunday» nicht gespielt wird, es sei denn, das Wetterchaos mache dies nötig – obwohl dem Club dadurch massiv Einnahmen entgehen (das French Open wurde deswegen inzwischen bereits auf drei Sonntage ausgedehnt, zwei mehr als Wimbledon). Der spielfreie Sonntag wird unter anderem auch dazu genutzt, um die liebevoll gepflegte Anlage wieder in tadellosen Zustand zu versetzen. Der Chronist entdeckte nun sogar einen Mann vom Reinigungspersonal, der mit einem Hochdruckreiniger die Treppe klarspülte, und das bei strömendem Regen.

  • Nadal kickt nur mittelmässig  

    Wie Spaniens WM-Kicker kann auch Rafael Nadal als Fussballer zumindest im Moment nicht überzeugen. In einem von der BBC organisierten Wettbewerbchen, in dem Tennisbälle mit Füssen jongliert werden müssen, brachte er es nur auf 20 Berührungen, ehe er die Kontrolle verlor. Dabei brachte es der Bruder seines Coaches Tony, Miguel Angel Nadal, immerhin auf 62 Länderspiele und eine erfolgreiche Profikarriere, unter anderem bei Barcelona. «Rafa»fällt damit deutlich ab gegenüber Tim Henman (92) und Andy Murray (78), was nichts daran ändert, dass auch deren WM-Delegation in Brasilien längst ausgeschieden ist.

  • Normans Respekt  

    Magnus Norman, Stan Wawrinkas Coach, scheint das mögliche Programm seines Spielers nicht ganz geheuer. Respektvoll wies er in einem Tweet darauf hin, dass Stan nun drei Best-of-5-Partien in drei Tagen gewinnen müsste, um die Halbfinals zu erreichen.


  • Wider das Protokoll  

    Wer denkt, Wimbledon sei stur, unflexibel und in seinen Regeln festgefahren, wurde am Samstagabend eines Besseren belehrt. Die ehrwürdigen Sirs der Turnierorganisation warfen für einmal sogar ihr sonst sakrosanktes Protokoll über den Haufen, um Roger Federer, Belinda Bencic und den Schweizer Journalisten ihren Arbeitstag zu vereinfachen.
    Und das kam so: Weil Federer und Bencic praktisch zeitgleich spielten und danach auch fast parallel ihre Medienkonferenzen geben sollten – Federer um 20 Uhr, Bencic um 20.10 Uhr – war eine Überschneidung unvermeidlich (zumal Mister Federer auch dieses Mal einige Minuten zu spät kam). Ein höchst unerfreulicher Zustand für die Leute der Schweizer Medien. Die Wimbledon-Macher aber erkannten das Dilemma und hatten eine unkonventionelle Lösung parat. Als Federer in den grossen Interviewraum kam, hiess es für einmal: «Swiss Media first». Und so durften denn die helvetischen Reporter für einmal Federer zuerst ihre Fragen stellen, der internationale, also englische Teil folgte erst danach – im Normalfall ist die Reihenfolge umgekehrt.
    Gleichzeitig wurde der Start Pressekonferenz von Belinda Bencic im Interviewraum 2 so lange verzögert, bis auch das Grüppchen Schweizer eingetroffen war.
    Advantage Switzerland, könnte man da sagen. Oder auch: Thank you, Wimbledon.

  • Aufstand der Fotografen  

    Kein Turnier pflegt jedes Details so liebevoll wie der All England Lawn Tennis & Croquet Club ihre Wimbledon Championships. So werden dieses Jahr den akkreditierten Fotografen erstmals ärmellose und numerierte Vestons verteilt, die nicht nur helfen, sie zu identifizieren, sondern vor allem auch einen optischen Zweck besitzen: Weil die Fotografen oft nahe am Court sitzen und dadurch von den TV-Kameras prominent erfasst werden, soll hier durch ein einheitlicheres Aussehen ein gepflegteres Image entstehen. Mit dem optischen Ergebnis sind die Männer im Hintergrund des AELTC denn bisher auch sehr zufrieden.
    So weit, so gut. Doch rasch stellte sich heraus, dass das gelieferte Modell auch Nachteile hat: Es ist nicht atmungsaktiv, etwas schwer und sorgt, insbesondere bei warmem Wetter oder an sonnenexponierten Stellen, für Schweissausbrüche unter den Fotografen. Diese deponierten denn am Samstag in der Press Commission gegenüber dem Club auch ihre Bedenken und protestierten freundlich, aber bestimmt gegen das Produkt. Und sie stiessen auf offene Ohren: Der Club signalisierte Bereitschaft, für 2015 ein möglichst leichtes Nachfolgemodell zur Verfügung zu stellen –und zudem auch Modelle für Frauen ins Sortiment aufzunehmen.
    Der Schweizer Fotograf Sven Thomman, seit vielen Jahren in Wimbledon ein Stammgast, wies darauf hin, dass dies das einzige Tennisturnier sei, an dem solche Überkleider verteilt werden. «So schlecht finde ich sie persönlich gar nicht“, sagte der Zürcher.

  • Abgang in der Finsternis  

    Es war 21.38 Uhr und praktisch dunkel in Wimbledon, als am Freitag Marin Cilic mit Tomas Berdych einen früheren Finalisten aus dem Turnier warf (7:6, 6:4, 7:6). Der Tscheche war danach hochgradig frustriert. Er hatte mehrmals und vergeblich Schiedsrichter Damien Dumusois gebeten, einen Linienrichter auszuwechseln, von dem er sich einige Mal betrogen fühlte. Zusätzlich ärgerte ihn, dass das Hawkeye-System zur Videoüberwachung am Ende nicht mehr funktionierte, weil es zu dunkel war. Doch Berdych fand seinen Humor rasch wieder und verbreitete über Twitter ein Bild, das tatsächlich aus seinem Match stamme:

  • Dunkle Nacht für Berdych  


  • Hewitt, der Marathonmann  

    Für Lleyton Hewitt endete sein 16. Wimbledon mit dem 42. Fünfsatzkampf seiner Karriere, den er gegen den Polen Jerzy Janowicz 5:7, 4:6, 7:6, 6:4, 3:6 verlor. Damit hat der Australier nun am meisten Fünfsätzer in der Profiära bestritten, einen mehr als Andre Agassi. Es könnten gut noch weitere dazukommen, denn Hewitt betonte, er verschwende keinen Gedanken daran, dass dies sein letztes Wimbledon sein könne.

  • Günthardt reich behangen  

    Heinz Günthardt benötigt in Wimbledon gleich drei Badges, um seiner Wege zu ziehen. Ein Ausweis öffnet ihm die Pforten ins Broadcast Center, ein anderer jene ins Medienzentrum und ein dritter weist ihn aus als Mitglied des «Last 8 Club»: Diesen erhalten Spieler, die in Wimbledon einmal in den Viertelfinals standen. Mit ihm haben sie Zugang zu einer speziellen Lounge, in der Getränke und Snacks – aber natürlich keine Gourmet-Menüs à la Günthardt/Bürer offeriert werden (siehe unten).

  • Feinschmecker-WG  

    Die Tennis-Kommentatoren des Schweizer Fernsehens, Stefan Bürer und Heinz Günthardt, harmonieren auch abseits der Mikrofone bestens. In Wimbledon bilden die beiden sogar eine Kleinst-Männer-WG, und in ihrer Mietwohnung unweit der Anlage geben sich die zwei Familienväter auch einem gemeinsamen Hobby hin: dem Kochen. Dabei kaufen sie sich in der Region erlesene Zutaten, wie 30 Tage lang luftgetrocknete Sirloin-Steaks, die sie liebevoll zubereiten und mit einem feinen Barolo geniessen. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass sie dadurch erst noch etwas Geld sparen, weil sie die teuren Restaurant um den All England Club umgehen können. «Nun fehlt uns nur noch der erste Gault-Millau-Punkt», scherzte Günthardt.

  • Agassi und Graf im Fussballzwist  

    Das Fussball-Fieber hat auch Steffi Graf und Andre Agassi erfasst, zuhause in Las Vegas – und für gewisse Spannungen gesorgt. Doch nun, wo Deutschland und die USA beide weiter sind, sollte sich die Lage entspannt haben, und eine nächste Begegnung der beiden Länder ist erst im Final möglich.


  • Verfolgt von Stachowski  

    Roger Federer ist nicht bekannt dafür, abergläubisch zu sein. Am Donnerstag aber kam ihm das Ganze doch irgendwann spanisch vor. «Ständig lief mir Sergei Stachowski über den Weg vor meiner Partie», erzählte er nach dem Sieg über Gilles Muller. «Im Training, in der Garderobe, vor der Garderobe, überall. Er bat mich sogar, ihm eine Widmung auf ein Racket zu schreiben. Irgendwann dachte ich plötzlich: Hoffentlich ist das kein schlechtes Zeichen.»

    Dazu muss man wissen: Gegen Stachowski hatte er genau vor einem Jahr in Wimbledon eine seiner schlimmsten und unerwartetsten Niederlagen der Karriere erlitten. Sollte das etwa ein Zeichen sein? Immerhin traf er erneut in Runde 2 auf dem Centre Court auf einen Rasenspezialisten, einen starken Aufschläger und Volleyspieler, der ihm rasch gefährlich werden könnte. Vielleicht war das der Grund, dass Federer nach dem unerwartet lockeren Einzug in die 3. Runde am Abend im Interviewraum so auffallend entspannt war; hatte er doch auch das Gespenst Stachowski vertrieben.

  • Eisbäder für Murray  

    In seiner BBC-Kolumne lässt Andy Murray über die wirklich wichtigen Dinge seines Alltags schreiben. Zum Beispiel, dass er inzwischen Bananen mag – allerdings nur in zerdrückter Form und als Brotaufstrich. Oder dass er zu Hause jetzt ein eigenes Eisbad besitzt, das er täglich benutzt, mit einer Temperatur von 8 Grad. Er verrät auch, was während Wimbledon abends auf seinem Speiseplan steht: entweder Lachs mit Reis, Hühnchen mit Gemüse und Kartoffeln oder Steak mit Salat, alles gekocht von seiner Freundin Kim.

  • Fognini massiv gebüsst  

    Der Italiener Fabio Fognini entwickelt sich immer mehr zum Bad Boy des Tennis. Er schaffte es, in der ersten Runde eine Busse von 27'500 Dollar wegen unsportlichen Verhaltens anzusammeln, wofür drei Vergehen nötig waren. Eines wurde mit 20'000 Dollar taxiert, eines mit 5000 und eines mit 2500. Die gute Nachricht für den temperamentvollen Mann, der im September in der Schweiz zum Davis-Cup-Halbfinal erwartet wird: er steht in Runde 3 und kann den finanziellen Schaden weiter minimieren.

  • Missglückte Rückkehr  

    Keinen einfachen Mittwoch hatte Martina Hingis. Bis am Abend musste sie warten, bis sie mit Vera Swonarewa endlich ihr Doppel spielen durfte, dann verlor sie auf Aussenplatz 19 bei ihrer Rückkehr ins Hauptturnier von Wimbledon auch sogleich ihre Startpartie gegen Mirza/Black (Indien/Zimbabwe). Und als sie später zur Pressekonferenz musste, stellte sie verblüfft fest, dass dort nur eine Journalistin auf sie wartete (später kam noch jemand dazu, der sie vor allem zu Sabine Lisicki befragte, von der sie sich als Coach kürzlich getrennt hat).

    Dafür allerdings gab es eine Erklärung: Hingis' Interview fand zeitgleich mit der WM-Partie Schweiz - Honduras statt, die die Medienvertreter aus ihrem Lande dann doch etwas mehr interessierte.

  • Auch im Tennis wird gebissen  

    Wie das Webportal tennis.com in einer Bildergalerie beweist, wird auch im Tennis munter zugebissen. Vor allem von Rafael Nadal, dessen Eigenheit, Pokale zu beissen, schon lange bekannt ist. Auf dem Bild links testet der Italiener Fabio Fognini die Konsistenz seines Rackets.

  • Keine Hundejahre  

    Boris Becker pflegte jeweils zu sagen, Tennisjahre würden wie Hundejahre ­siebenfach zählen. Roger Federer dagegen vertritt eine entgegengesetzte Theorie. In einem Interview mit der BBC sagte er in Wimbledon: «Ich kann kaum glauben, wie alt ich schon bin. Ich fühle mich 24.» Seine Karriere sei an ihm vorbei­gerauscht wie im Zeitraffer. Er legte zudem Wert darauf, dass er erst 32 und nicht schon 33 sei, wie der Reporter erwähnt hatte. In diesen Wochen bis zum 8. August könne noch viel passieren, wies ihn Federer leicht zurecht.

  • Bacsinszkys Alleingang  

    Im Gegensatz zu einer Vielzahl von Spielerinnen und Spielern wohnt Timea Bacsinszky während Wimbledon nicht in der Nähe der Anlage. Sie zieht es vor, 30 Autominuten entfernt in Richmond zu logieren, wo zufälligerweise eine Familie wohnt, bei der sie als Kind ein- und ausging und auch Englisch lernte. «Es ist wunderbar und tut gut, zwischendurch total vom Turnier abschalten zu können», sagt die Waadtländerin, die in der 2. Runde am Donnerstag auf Maria Scharapowa trifft.

  • Wozniacki: Kein Internet-Dating!  

    Seit ihr der Golfer Rory McIlroy den Laufpass gab, nachdem die Hochzeitseinladungen schon verschickt waren, fühlt die Tennisgemeinde mit Caroline Wozniacki. Als sie danach am French Open gleich in Runde 1 scheiterte, wurde dies mit ihrem Liebeskummer erklärt. Auch einen guten Monat später ist die abrupte Trennung der Sportstars noch ein Thema. Nach ihrem gelungenen Auftakt in Wimbledon wurde die Dänin gefragt, ob sie es nicht mit Internet-Dating versuchen wolle. Sie antwortete: «Nein, so verzweifelt bin ich nicht.» Es darf, mit Verlaub, davon ausgegangen werden, dass sie, die lange als Glamourgirl des Tennis galt, keine Mühe haben dürfte, auch sonst einen neuen Partner zu finden. (sg)

  • Vier glückliche Verlierer  

    Im Gegensatz zu ATP- und WTA-Turnieren rutschen in Wimbledon die Lucky Loser aus der Qualifikation nicht gemäss ihrer Ranglistenposition ins Hauptturnier, sondern werden ausgelost. Dieses Jahr wurden bei den Männern sechs Verlierer der letzten Qualifikationsrunde mit Zahlen von 1 bis 6 nummeriert und danach gezogen. Vier von ihnen rutschen ins Hauptfeld nach, wegen der späten Absagen von Tommy Haas, Albert Montañes, Ivan Dodig und Nicolas Almagro. Die Glücklichen waren Aljaz Bedene (Slo), Malek Jaziri (Tun), Frank Dancevic (Ka) und Simone Bolelli (It). Pech hatte Tim Smycek (USA), der als Bestklassierter kein Lotterie-Glück hatte. Wimbledon führte diese Regel 2006 ein, um Missbrauch zu verhindern. Denn gelegentlich wissen Spieler in der letzten Qualifikationsrunde bereits, dass sie auch bei einer Niederlage im Hauptturnier antreten können, und verlieren absichtlich.

    Dancevic und Jaziri führten einen kleinen Freudentanz auf, nachdem sie gezogen worden waren. Wussten sie doch, dass sie damit mindestes 41'000 Franken Preisgeld auf sicher haben.

  • Federers neues Kindermädchen?  

    Die «Schweizer Illustrierte» veröffentlichte diese Woche ein erstes Bild von einem von Roger Federers Zwillingsjungen, eine Paparazzi-Aufnahme. Ob es sich um Leo oder Lenny handelt, wusste die Zeitschrift nicht, und auch bei einer anderen Person auf einem Bild herrschte offenbar etwas Verwirrung: Da wird Mary Joe Fernandez, die Frau von Federers Manager Tony Godsick, nämlich als Kindermädchen bezeichnet.

  • Hundefreund Murray  

    Auf dem Weg zum Abschlusstraining vor seinem ersten Einsatz zeigte Andy Murray, wie sehr ihm Hunde am Herzen liegen: Als er von seinem Heim in Oxshott, Surrey, mit dem Auto unterwegs war, sah er einen streunenden Hund, hielt an einem Rotlicht an und fing das Tier ein. Darauf rief er dessen Besitzerin an, deren Nummer auf dem Halsband angegeben war. Erstaunt nahm der Titelverteidiger zur Kenntnis, dass es sich um einen Hund handelte, der von seiner Freundin Kim oft zusammen mit seinen zwei Tieren, Maggie May und Rusty, zum Spazieren ausgeführt wird. «Er rannte auf die Autos zu, deshalb hielt ich an, stoppte den Verkehr und schaffte es, den Hund in mein Auto zu bringen», erzählte der Schotte.

  • Bartolis Bekenntnisse  

    Erstmals seit 1997, als Steffi Graf verletzt fehlte, findet das Frauenturnier ohne Titelverteidigerin statt. Marion Bartoli, die Überraschungssiegerin 2013, ist inzwischen zurückgetreten. Dennoch erschien sie am Sonntag zum Interview, wo sie erklärte: «Es war ein Wunder, dass ich gewann.» Sie habe derart Schmerzen gehabt, dass sie morgens jeweils den Arm nicht habe heben können, dazu Probleme mit dem Rücken und den Fersen. Inzwischen hat die 29-jährige Französin eine eigene Schuhlinie und kreiert zudem Schmuck. Aber ihr Wimbledonsieg lässt sie nicht los: Sie schaue jeden zweiten Tag auf Youtube, wie sie den Matchball versenkt habe, gab sie zu.

  • Federer traurig, Wawrinka verständnisvoll  

    «Traurig», sei er gewesen, sagte Roger Federer zum 2:5 der Schweizer Fussballer gegen Frankreich. «Aber wenigstens können sie es noch immer schaffen.» Bei Stan Wawrinka tönte es ähnlich: «Als Sportler weisst du, dass es solche Tage gibt, an denen alles gegen dich läuft.» Wichtig sei doch, dass die Schweizer den ersten Match gewonnen haben und weiterhin Chancen hätten. «Es liegt nun an ihnen, gegen Honduras stark zu reagieren.»

  • Murray und die schweigenden Spanier  

    Gemäss Andy Murray wird in der Garderobe Wimbledons vornehmlich über Fussball gesprochen. «Es ist toll, denn im Tennis sind so viele Nationen vertreten, und wenn eine Veranstaltung wie die WM läuft, sind alle daran interessiert.» Einzig die spanischen Spieler seien in letzter Zeit etwas ruhig geworden, ist ihm aufgefallen. Murray, der schon vor dem Turnier auf Argentinien gesetzt hatte, ging mit England nicht sehr hart ins Gericht: «Sie spielten gar nicht so schlecht, wobei die erste Partie gegen Italien besser war als jene gegen Uruguai.» (rst)

  • Bunter Federer  

    Roger Federer nutzt die Regel, dass im Trainingsgelände von Wimbledon bunte Kleider erlaubt sind, weidlich aus. Am Sonntag trainiert er in roten Hosen und einem grau-weissen Shirt mit der Aufschrift: Live fast, fly young.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 22.06.2014, 16:02 Uhr)

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