Federer wie einst die Sauber-Boliden
Von René Stauffer. Aktualisiert am 17.11.2009
Exakt 18 Tage nachdem er als Werbeträger für Lindt-Schokolade vorgestellt worden war, wurde gestern Montag ein weiterer grosser Vertragsabschluss Roger Federers bekannt gegeben. Der 28-jährige Baselbieter wird Botschafter für die Credit Suisse, und das sehr langfristig: von 2010 bis 2019. Brady Dougan, CEO der Credit Suisse Group, traf den 15-fachen Grand-Slam-Sieger an einem kleinen Anlass in Zürich; auf eine grosse Medienkonferenz wurde verzichtet. Roger Federer repräsentiere jene Werte, die die Bank hochhalte, erklärte Dougan: Er habe «eine Passion für Exzellenz» und seine Erfolge durch eine Kombination von harter Arbeit und Willenskraft errungen.
Mit Federer würden ähnliche Ziele verfolgt wie beim Engagement in der Formel 1, das nach acht Jahren Ende 2008 beendet wurde, erklärte Daniela Häsler von der Kommunikationsabteilung der Bank in Zürich. Die drei Hauptziele seien, die Marke von der Bekanntheit und dem guten Image Federers profitieren zu lassen; ausgewählten Kundinnen und Kunden (auch potenziellen) Begegnungen mit dem vierfachen Weltsportler des Jahres zu ermöglichen, und dazu erhoffe man sich von der Partnerschaft auch einen Motivationsschub für die Mitarbeitenden.
In welcher Form Federer als Werbeträger in der Öffentlichkeit weltweit eingesetzt werden soll, ist noch nicht im Detail bekannt. Zur finanziellen Seite des Vertrags wurden von beiden Parteien keine Angaben gemacht. Ein wichtiger Punkt sei «ein signifikanter jährlicher Beitrag an die Roger Federer Foundation», wurde betont.
Dass die zweitgrösste Schweizer Bank in dieser konzentrierten Form auf einen weltbekannten Einzelsportler setzt, ist neu. Sie ging bisher prinzipiell breitere Partnerschaften in spezifischen Sportarten ein wie Fussball (seit über 20 Jahren), Golf, Pferdesport oder Formel 1. Allein die Fussball-Nationalmannschaft soll 4 Millionen Franken erhalten; die Aufwendungen für den Sauber-Rennstall sollen im Durchschnitt rund 25 Millionen Franken betragen haben.
Nummer 2 hinter Tiger Woods
Federers Ertrag aus diesem Engagement dürfte gemäss Insiderschätzungen über jenem der Fussball-Nationalmannschaft liegen. Es sei einer der finanziell einträglichsten – aber nicht der beste Vertrag des 15-fachen GrandSlam-Siegers, hiess es (das ist jener mit Nike). Federer dürfte dank dem neuen Kontrakt zum bestbezahlten Sportler hinter dem Amerikaner Tiger Woods aufsteigen, sofern er dies nicht jetzt schon ist. Woods soll über 100 Millionen Dollar pro Jahr einnehmen – Federer dürfte zumindest bei der Hälfte dieses Betrags angelangt sein.
Er sei erfreut über die Möglichkeit, für die Bank als weltweiter Botschafter aufzutreten, liess er verlauten. «Sie war schon lange ein wichtiger und vertrauenswürdiger Partner für mich.» Der Weltranglistenerste, dessen Trauzeuge Reto Staubli seit vielen Jahren für die CS arbeitet, rundet mit dem jüngsten Vertrag seine Werbepartnerschaften ab. Er hatte im Bereich der Vermögensverwaltung schon einmal einen Vertrag (Atag Asset Management), dieser lief aber vor über fünf Jahren aus. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.11.2009, 09:21 Uhr

