Federer-Schreck: «Ich bin ein grosser Fan von Roger»
Artikel zum Thema
Federer, der sich durch den Zwischenfall nicht von seinem 14. Grand-Slam-Triumph abhalten liess, sagte nach dem Match: «Als er auf den Platz rannte, hatte ich zunächst Angst um meine Sicherheit. Es war nicht wirklich schön, ich war nach dem Vorfall auch etwas nervös.»
In einem Interview mit Bild.de sprach der 44-jährige Jimmy Jump, der mit bürgerlichen Namen Jaume Marquet Cot heisst, zum ersten Mal über seinen Auftritt in Paris. Über die Ängste Federers sagt er: «Ich kann ihn verstehen. Aber wer mich kennt, weiss, dass ich ein lustiger Springer und kein gewalttätiger Flitzer bin.» Deshalb trug der verrückte katalanische Flitzer ein Schweiz-T-Shirt und Socken mit dem Schweizer Kreuz. «Ich wollte, dass Roger sieht, dass ich ein freundlicher Fan bin und kein Verrückter wie damals bei Seles.» 1993 hatte ein Attentäter der damaligen Weltranglisten-Ersten Monica Seles in Hamburg ein Messer in den Rücken gestochen und sie schwer verletzt.
«Er ist der beste Spieler der Welt, besser als Nadal»
«Ich habe ihn ausgewählt, weil ich wusste, dass er an diesem Tag zum ersten Mal das French Open gewinnt. Ausserdem ist er – wie ich – Barça-Fan, also musste ich meine Barça-Fahne zeigen. Ich bin ein grosser Fan von Roger, er ist der beste Tennisspieler der Welt. Besser als Nadal. Und er ist sehr professionell und höflich», so Jimmy Jump, der Federer eine «Barretina», einen katalanischen Hut, auf den Kopf setzen wollte. «Wenn ich sie jemandem aufsetze, ist das eine Ehrerweisung.»
Seit sieben Jahren macht Jimmy Jump weltweit Sportveranstaltungen unsicher. Ein Ticket habe er nie, «sonst spüre ich auf der Tribüne nicht die Power, die ich brauche, um loszulaufen.» Wie er ins Stadion gelangt, verrät er nicht. Doch weshalb flitzt er überhaupt? «Ich will die Menschen zum Lachen zu bringen», sagt er. Zumindest nicht alle konnten bei seiner Aktion in Paris lachen.
Jimmy Jump plant nächsten Coup
Eine Nacht musste Jimmy Jump in Paris im Gefängnis verbringen und er wird sich für sein Störmanöver auch noch vor Gericht verantworten müssen. Dennoch sagt der katalanische Selbstdarsteller: «So viele Menschen auf der ganzen Welt haben meinen Auftritt genossen. Ich bin sehr, sehr glücklich.»
Beim Champions-League-Final in Rom hatten Sicherheitsleute noch verhindern können, dass der Störenfried aufs Feld rennen konnte. Doch er plant bereits seine Aktion: Beim NBA-Final zwischen den Los Angeles Lakers und Orlando Magic. Pau Gasol, der katalanische Star der Lakers, muss sich auf die «Barretina» gefasst machen. (str)
Erstellt: 15.06.2009, 08:28 Uhr

Sportbilder