Federers Test mit Coach Darren Cahill

Der US-Open-Sieger absolviert momentan in Dubai ein Probetraining mit dem Australier, der einst Hewitt und Agassi zur Nummer 1 führte.

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Roger Federer beendete gestern die Spekulationen und bestätigte das Gerücht, dass er momentan ein Probetraining mit dem früheren australischen Spitzenspieler Darren Cahill durchführt. «Es stimmt, Cahill ist in Dubai, und sie testen während einiger Tage eine mögliche Zusammenarbeit», liess Federer via seinen in New York weilenden Manager Tony Godsick ausrichten. «Wie es weitergeht, ist offen. Klar ist aber, dass Federer weiter mit Severin Lüthi arbeiten wird, wie auch im vergangenen Jahr, als José Higueras von Roger verpflichtet wurde.»

Der 43-jährige Cahill ist ein Jugendfreund von Federers früherem australischen Coach Peter Carter, der 2002 bei einem Autounfall in Südafrika starb (Cahill kam damals zur Beerdigung nach Basel). Der Sohn von John Cahill, einem legendären Football-Spieler und -Coach, stammt aus Adelaide und trug wegen seiner aggressiven Spielweise den Übernamen «Killer». Er gewann in Gstaad 1988 (mit einem Finalsieg gegen Hlasek) und San Francisco 1991 seine einzigen Profiturniere und stand am US Open 1988, wo er Boris Becker schlug, in den Halbfinals. Seine Bestmarke in der Weltrangliste war der 22.Rang. Als er 1994 nach mehreren Knieoperationen zurücktrat, hatte er 1,349 Millionen Dollar Preisgeld gewonnen.

Weiter mit Agassi verbunden

Erfolgreicher war Cahill als Coach. Er führte Lleyton Hewitt, den er von Juniorenzeiten an betreute, bis zur Nummer 1, ehe sich die beiden Ende 2001 trennten. Darauf arbeitete er viereinhalb Jahre mit Andre Agassi, der unter ihm noch einmal die Nummer 1 wurde. Mit dem Amerikaner, der im Herbst 2006 zurücktrat, ist Cahill immer noch privat und geschäftlich liiert, er wohnt inzwischen mit Frau und zwei Kindern auch wieder in Las Vegas.

2007 und 2008 war er Assistenzcoach im australischen Davis-Cup-Team. Erst vor zwei Wochen gab er seinen Rücktritt bekannt, wobei er dafür persönliche und geschäftliche Gründe geltend machte. Das Gerücht, Cahill werde Federers Coach, kursiert mit Unterbrüchen seit Anfang 2004, nachdem sich der Baselbieter von Peter Lundgren getrennt hatte.

Federer lege Wert auf die Feststellung, dass sein Rückzieher vom Turnier in Dubai und dem Davis-Cup in Birmingham gegen die USA nichts mit diesem Probetraining zu tun habe, betonte Godsick. «Keiner darf Rogers Integrität hinterfragen, was den Rücken betrifft. Er machte eine eigennützige und unpopuläre Entscheidung, aber es war die einzig mögliche für seine Gesundheit. Er merkte, dass sein Rücken wieder zum Thema wurde, und wollte das Problem eliminieren, bevor es wirklich zum Problem wird.»

Bereit für Indian Wells

Federer habe in den vergangenen zwei Wochen mit Pierre Paganini den Rücken konsequent trainiert und sei nun in der Lage, völlig beschwerdefrei zu trainieren und wieder um Punkte zu spielen. Er wird Anfang kommender Woche nach Kalifornien fliegen, wo er ab Ende Woche das Turnier von Indian Wells bestreiten wird. Ob mit oder ohne Cahill, sei nicht klar, so Godsick. Die Möglichkeit dieser Zusammenarbeit sei in den letzten Wochen aufgekommen, und im Bestreben, noch besser zu werden, habe sich Federer diese nicht entgehen lassen wollen. «Der Test ist wichtig für beide. Sie kennen sich und respektieren sich, aber es könnte ja sein, dass ihre Persönlichkeiten nicht zusammenpassen.» (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 04.03.2009, 23:19 Uhr)

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