«Ich hatte zu viele unterschiedliche Drinks»

Nach dem Champions Dinner feierte Roger Federer seinen 8. Wimbledon-Titel bis 5 Uhr in der Früh. Zum Tanz mit Garbiñe Muguruza kam es nicht – obwohl das beide wollten.

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Die Sieger des 131. Wimbledon-Turniers wurden am Sonntagabend zum traditionellen Champions Dinner in London empfangen. Nach seinem 19. Grand-Slam-Titel schlüpfte Roger Federer aus dem weissen Tenue in einen Smoking und ging mit Gattin Mirka zur Feier. Auch Martina Hingis, die mit dem Briten Jamie Murray den Mixed-Final gewann, war mit von der Partie.

Federer traf aufgrund seiner diversen Medienverpflichtungen nach dem klaren Dreisatzsieg im Final gegen Marin Cilic erst gegen 23 Uhr im ehemaligen Rathaus ein und verpasste dadurch die Vorspeise, die ihm später nachgereicht wurde. Nach Mitternacht machten sich Federer und seine Entourage in eine Bar auf, um im engen Kreis auf seinen achten Triumph anzustossen. Bis um 5 Uhr hätten sie gefeiert. «Ich habe zu viele zu unterschiedliche Drinks gehabt», sagte Federer zum SRF. Der Basler kehrte nach einer kurzen Nacht noch einmal für einen Presse- und Fototermin in den All England Club zurück, ehe er mit seiner Familie in die Ferien verreiste.

«Ich ging erst um 5 ins Bett»: Roger Federer über seine Wimbledon-Feier. (17. Juli 2017) Video: SRF

Nach dem Hauptgang, in dem den rund 400 geladenen Gästen Heilbutt mit Spargeln, wilden Pilzen und Erbsen an einer Knoblauchsauce serviert wurde, zeigte sich Federer im Interview mit dem ehemaligen Tennisprofi Mark Petchey selber erstaunt über das Erreichte: «Ich hätte 2003 nicht eine Sekunde gedacht, dass ich einst hier mit acht Wimbledon-Titeln stehen würde.» Es sei irgendwie surreal. «Wimbledon zu gewinnen ist immer speziell.»

Auch seine halbjährige Pause vor einem Jahr wird thematisiert, wobei Bilder von Federer beim Wandern in den Schweizer Bergen gezeigt werden. «Wer nicht weiss, was er in den nächsten Wochen und Monaten machen soll, das ist der Platz, wo er hingehen soll», schwärmte der im Bündnerland wohnhafte Baselbieter. «Die Schweiz ist wunderbar im Sommer.»

Gegenüber den geladenen Gästen des All England Clubs sprach Federer auch über seine Frau Mirka, die bereits seit 2000 an seiner Seite ist, die ihn auch als Tennisspieler weitergebracht habe. «Sie hat mich dazu getrieben, härter zu arbeiten. Denn sie war eine hart arbeitende Tennisspielerin, im Gegensatz zu mir. Ohne sie hätte ich diese Seite vielleicht nicht kennengelernt.»

Kein Tanz mit Muguruza

Zum Champions-Tanz der beiden Sieger der Einzelturniere ist es aber nicht gekommen. Die Siegerin des Einzelturniers der Frauen, die Spanierin Garbiñe Muguruza, hatte schon vor dem Final der Männer angekündigt, dass sie gern mit Federer am Champions Ball tanzen würde. «Ich will sehen, ob er auch beim Tanzen so elegant ist», sagte die Spanierin an einer Pressekonferenz.

Einer alten, aber etwas vergessenen Tradition nach, feiern die Sieger der beiden Einzelturniere ihre Siege mit einem gemeinsamen Tanz. Seit den 1970ern wurde dieser Teil des Abends aber nicht mehr durchgeführt, sagte eine Sprecherin dem britischen «Telegraph». Vor zwei Jahren liessen dann aber Novak Djokovic and Serena Williams die Tradition wieder aufleben.

Ein Jahr später wollte dann aber Andy Murray nicht mit Serena Williams aufs Parkett. Ebenfalls gegen einen Tanz sprach, dass eine Pressesprecherin der Organisatoren bereits im Vorfeld gewarnt hatte, dass es vor Ort gar keinen Dancefloor gebe, wie der britische «Telegraph» schreibt.

Eine alte Tradition wieder zum Leben erweckt: Der Champions-Dance von Djokovic und Williams. (15. Juli 2015) Video: Youtube

Nach dem Sieg Federers erneuerte Muguruza aber ihren Wunsch und forderte den Basler über Twitter direkt auf: «Bist du bereit zu tanzen, Roger?» Der Basler antwortete: «Bring it on, champ!»

Von Seiten der Fans wurde die Idee mit dem Hashtag #letgarbiñedance angefeuert. «Hände in die Höhe, wenn ihr wollt, dass Garbiñe tanzt.»

Schlussendlich kam es aber nicht zum Champions-Tanz. «Es gab keine Musik und keine Tanzfläche», erklärte Federer dem SRF.

(mch/sda)

Erstellt: 17.07.2017, 14:15 Uhr

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