Nadal bedrängt, verwarnt – aber entkommen

Der 14-fache Grand-Slam-Champion schaffte gegen den 18-jährigen Deutschen Alexander Zverev eine Rückkehr aus dem Nichts.

«Es tut mir leid für Zverev – aber ich hatte den Sieg auch verdient»: Rafael Nadal. (16. März 2016)

«Es tut mir leid für Zverev – aber ich hatte den Sieg auch verdient»: Rafael Nadal. (16. März 2016) Bild: Mike Nelson/Keystone

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Rafael Nadal hing wie deckungslos in den Seilen. Alexander Zverev musste nur noch einen routinemässigen K.-o.-Schlag anbringen, um seinen grössten Sieg zu feiern. Der deutsche Jungstar, dessen Vater und Bruder auch schon Tennisprofis waren, hatte am kalifornischen Masters-Turnier in Indian Wells im dritten Satz bereits 5:2 geführt. Nun, bei 5:3 und eigenem Aufschlag, kam er zu einem Matchball und musste den Vorhandvolley nur noch ins Feld abtropfen lassen. «Es war vielleicht der leichteste Schlag des ganzen Spiels», sagte der 18-Jährige nachher erschüttert. «Aber ich vermasselte es.»

Zverev schlug den entscheidenden Ball ins Netz – worauf kam, was kommen musste. Nadal gab bis zum Ende der Partie nur noch einen Punkt ab und zog mit einem 6:7, 6:0, 7:5 doch noch in die Viertelfinals des zweitgrössten Turniers der USA ein. Der Spanier hatte schon vor der Partie auf die Qualitäten Zverevs hingewiesen und ihn als potentielle Nummer 1 bezeichnet. «Er ist unheimlich talentiert», lobte er ihn auch nach der Partie. Vor allem vom Aufschlag war Nadal beeindruckt: «Sogar seine zweiten Bälle kommen regelmässig mit 190 bis 200 km/h.»

Zverev untröstlich

Der 1,98 cm grosse Hamburger hatte Nadals Lorbeeren mit einer hervorragenden Leistung bestätigt und war in der 2:34 Stunden dauernden Partie nicht nur ebenbürtig, sondern abgesehen vom zweiten Satz und den letzten Minuten überlegen gewesen. Er war umso geknickter, als es für ihn bereits die dritte knappe Niederlage in Folge war. «Ich verlor in Marseille gegen Berdych 4:6 im dritten Satz, dann verlor ich in Hannover im Davis-Cup gegen Berdych 4:6 im fünften Satz und nun gegen Nadal 5:7 nach Matchball. Ich weiss, wie sich harte Niederlagen anfühlen», sagte er untröstlich. Mit einem Sieg wäre er in die Top 50 vorgestossen und hätte Borna Coric als bestklassierten Tennager abgelöst. Hätte…

Nadal war während der Partie vom französischen Schiedsrichter Cédric Mourier verwarnt worden wegen «obszöner Sprache». Das sei das erste Mal überhaupt, dass er für so etwas gebüsst werde, echauffierte sich der Mallorquiner. Nach dem Sieg war er aber wieder gnädig gestimmt. «Es tut mir leid für ihn – aber ich hatte den Sieg auch verdient.» Und es sei ein grosser Sieg für ihn gewesen. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 17.03.2016, 03:54 Uhr)

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